5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Zurueck in die Wildnis! – Hogpen Gap nach Blue Mountain Shelter (mi 50,5)

2 Kommentare

Gruppenfoto mit Trail Angels

Wie gut, dass wir heute Nacht nicht draussen geschlafen haben! Irgendwann in der Nacht wurden wir von Blitz und Donner geweckt und es hat ordentlich geschuettet! Es ist soviel angenehmer, wenn man dann sicher im warmen, trockenen Bett liegt als bibbernd im Zelt. Ausserdem hatten Ken und Cindy auch wieder ein richtig tolles Fruehstueck fuer uns vorbereitet: Bacon (normalen und kanadischen), Ruehrei, Toasties, Marmelade, Bananen und Kaffee – lauter lecker Dinge, die es auf dem Trail nicht gibt! Spaeter hat Ken uns dann wieder zurueck zum Hogpen Gap gebracht, von wo aus wir weiter nordwaerts gewandert sind. Vielen herzlichen Dank nochmal an die beiden fuer diese liebevolle und grosszuegige Gastfreundschaft!

Zurueck auf dem Trail haben wir gleich die ersten Leute getroffen, die die Nacht draussen verbracht hatten. Ein sehr nettes Paerchen, die trotz Gewitter und Regen voellig entspannt waren und mit einem Laecheln im Gesicht von der Nacht berichtet haben. Und spaeter dann beim Low Gap Shelter (aufgrund des andauernden Regens hatten wir beschlossen, unsere Pause nicht irgendwo draussen zu machen) eine Truppe Leute, denen die Nacht in ihren Hammocks immer noch in den Knochen steckte und die versuchten, sich und ihre Sachen im Shelter trocken zu kriegen. Ich hab so meine Zweifel, dass das die beste Strategie ist – vor allem, weil das eine weitere kalte Nacht draussen bedeutet und Unicoi Gap, mit einer Strasse nach Hiawassee und Helen, gerade mal 9,7 Meilen sind. Das kann man wirklich an einem Tag schaffen und dann kann man in die Stadt fahren und sich dort richtig trocknen und im Warmen schlafen!

Wir sind heute dank des relativ flachen Profils deutlich schneller als sonst voran gekommen. Statt der ueblichen 2 Meilen pro Stunde hatten wir fast durchgehend 2,5 Meilen pro Stunde geschafft. Anscheinend sind wir immer noch den ganzen Tag in den Wolken gelaufen, es war genauso neblig wie gestern und die Luftfeuchtigkeit hat zu netten kleinen Verzierungen mit Wassertroepfchen auf unseren Haaren und sogar auf unseren Wimpern gefuehrt. Der Weg war wieder richtig eklig matschig und teilweise gar kein Weg mehr sondern eher ein Bachbett, da sich durch den anhaltenden Regen ueberall neue kleine Stroeme gebildet hatten, die sich ihren Weg nach unten bahnen mussten.

Der letzte Aufstieg zum Blue Mountain Shelter hatte es dann richtig in sich – zu Wasser und Matsch auf dem Weg gesellten sich nun noch glitschige, wacklige Felsbrocken – es sah aus, als haette sich ein Riese einen Spass draus gemacht, so hinderlich und boshaft wie moeglich fuer uns kleine Wesen diese Steine auf dem Weg zu verteilen! Das hat unseren guten Schnitt fuer den Tag dann wieder etwas runter gezogen – aber heil ankommen ist wichtiger!

Am Blue Mountain Shelter angekommen war niemand da ausser Kristin. Jemand hatte vor das Shelte zwei grosse Tarps zum Schutz vor Wind und Wetter gespannt. Es war erst 16h und wir haetten es leicht noch runter zum Unicoi Gap und nach Helen geschafft. Aber mir kam es so vor, als sollten wir mal wieder eine Nacht draussen schlafen, um nicht voellig zu verweichlichen – wir sind ja hier auf dem Trail vor allem auch wegen der Wildnis unterwegs und nach zwei Naechten drinnen kam ich mir vor wie ein Betrueger gegebenueber denen, die draussen geschlafen hatten. Ausserdem schienen die Voraussetzungen bestens mit dem windgeschuetzten, leeren Shelter.

Inzwischen glaube ich, es war doch ein Fehler, hier zu bleiben und nicht weiter nach Helen zu fahren. Diese widerliche Luftfeuchtigkeit setzt sich ueberall auf unseren Sachen fest, meine Isomatte scheint ein Loch zu haben (also kein grosser Kaelteschutz von unten) und es soll wieder unter Null grad geben heute Nacht! Zum Schutz vor den Maeusen mussten wir alle unsere Reissverschluesse offen lassen (dann koennen sie reinkrabbeln und gucken, was es gibt und muessen sich nicht durchnagen). Dazu kommt, dass ausser Sparky und Mellow Jonny, auf die wir mit Freude gewartet haben, noch ein anderer Kerl hier mit ins Shelter gekommen ist, den wir noch nicht kennen und der erstmal mit seinen Kumpels draussen noch rumlaermt, obwohl wir hier alle schon in den Schlafsaecken liegen. Das kann ja heiter werden!

2 Kommentare zu “Zurueck in die Wildnis! – Hogpen Gap nach Blue Mountain Shelter (mi 50,5)

  1. Wenn ich nur daran denke, dass sich eine Maus in meinen Schlafsack umsieht, kriege ich schon die Krise! Nein, echt, ich würde ein Zelt im Shelter aufstellen 😉 Weiterhin alles Gute auf Eurem Weg!

    • Hihi, Sparky hatte in der Nacht zu vorgestern sogar im Zelt (das nicht im Shelter stand) eine Maus! Ich bin echt froh, dass wir bisher noch keinen derartigen Kontakt mit Mäusen hatten – und hoffe, das bleibt auch so!

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