5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Walking in a winter wonderland… Blue Mountain Shelter nach Unicoi Gap (mi 52,9)

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Blue Mountain Shelter im Schnee

Das war eine wirklich harte Nacht! Der Typ, der als letzter ins Shelter gekommen ist, hat mal extrem laut geschnarcht! Am Anfang dachte ich erst noch, Frank waere die Laermquelle. Auf mein wiederholtes Anstupsen hat Frank mir dann irgendwann erklaert, dass er noch wach ist und wegen des Schnarchers auch nicht schlafen kann. Es war gut, dass wir Ohrstoepsel dabei hatten! Dadurch konnten wir auch den Wind nicht mehr hoeren – allerdings noch die eine oder andere Boe spueren, wie sie am Shelter geruettelt hat. Das war auch etwas beunruhigend. Dazu kam, dass unsere Schlafsaecke bald ziemlich nass waren von aussen und meine Isomatte voellig platt war – gut, dass ich mich wenigstens an Frank waermen konnte und teilweise seine Isomatte mitbenutzen konnte (so koerpernah wie die Dinger geschnitten sind, passen da leider keine zwei Leute drauf – aber wenigstens sind sie leicht…)! Ausserdem musste ich aufgrund der fruehen Schlafenszeit heute das erste Mal nachts raus zum Pinkeln – brrrrrrrrrr!

Irgendwann wurde es dann endlich morgen. Sowie es hell wurde, wartete die naechste Ueberraschung auf uns: Schnee! Und zwar nicht nur draussen sondern auch im Shelter ueberall – die Tarps hatten leider nicht viel abgehalten! Wenigstens schienen keine Maeuse da gewesen zu sein, obwohl bei unserer Ankunft noch der Essensmuell von anderen Leuten auf dem Tisch gelegen hatte! So schnell wie moeglich haben wir alle unser Zeug zusammen gepackt, uns saemtliche Klamotten angezogen und sind los Richtung Unicoi Gap. Die anderen wollten alle den 9 Uhr Shuttle dort nach Hiawassee erwischen, waehrend wir wie geplant nach Helen fahren wollten.

Der Abstieg war aehnlich fies wie der letzte Aufstieg gestern, nur dass nun Matsch, Wasserstroeme, Wackel- und Kullersteine sowie Wurzeln von einer Schneeschicht verborgen waren, was das ganze noch schwieriger machte. Gut, dass wir wieder den anderen hinterher liefen – so konnten wir uns an ihren Spuren orientieren, um zu sehen, wo man besser nicht hintreten sollte!

Am Unicoi Gap angekommen hatten wir nach nur knapp 15 Minuten Daumen raushalten das Glueck, dass ein netter Mann mit einem sehr sauberen Auto mit hellen Innenraumbezuegen uns nach Helen mitnehmen wollte, schlammbespritzt wie wir waren! Unten im Tal angekommen, war das Wetter viel besser – statt Schnee und halberfrorenen Rhododendrons, die die Blaetter haengen lassen, Sonnenschein und Blumen ueberall! Unser Chauffeur schien eine besondere Leidenschaft fuer Thru-Hiker im Allgemeinen und Deutschland im besonderen zu haben. Er hat uns nicht nur nach Helen gebracht, sondern dort auch erst zum Visitor Center und dann zum Helendorf Inn gebracht, um sicherzustellen, dass wir auch ja gut untergebracht sind. Unser naechster Trail Angel!

Im Hotel angekommen haben wir erstmal unsere Sachen zum Trocknen ausgebreitet und uns dann sofort auf Futtersuche begeben. Im Bodensee Restaurant, dessen Besitzerin deutsch ist, haben wir das gegessen, was die sich hier so unter deutscher Hausmannskost vorstellen. Es war schon mehr oder weniger das, was man so als typisch deutsche Gerichte kennt, allerdings vor allem fettig! Naja, wir koennen’s ja gebrauchen! Dann ging es los zum Outfitter, um ein Repairkit fuer meine Isomatte zu kaufen (Sparky hatte uns seines gegeben, wir sollten ihm ein neues mitbringen). Der Outfitter hier hatte allerdings ueberwiegend nur Angelzubehoer und nicht das, was wir brauchten. Also sind wir unverrichteter Dinge weiter zur Bibliothek, um unseren Blog zu schreiben.

Mit Bibliotheksschliessung sind wir wieder zurueck ins Hotel, um dort im Aufenthaltsraum unsere letzten Artikel fertig zu machen und zu veroeffentlichen. Waehrend wir da so sassen, kamen noch diverse weitere Thru-Hiker an. Wir hatten uns schon Sorgen gemacht, dass alle immer nur nach Hiawassee fahren, weil die das dort mit den Shuttlen so toll organisiert haben! Die groesste Ueberraschung war wohl, als irgendwann dann ploetzlich Bamboo im Foyer stand! Wie immer mit Riesenrucksack auf dem Ruecken, Bambusstock in der einen und Klappstuhl in der anderen Hand! Frank war voellig aus dem Haeuschen, dass er es wieder geschafft hatte, uns einzuholen! Bamboo war einfach nur cool und wortkarg wie immer, hat sich aber offensichtlich ueber den Empfang gefreut, den Frank ihm bereitet hat.

Abends war dann richtig cool, dass wir einfach nur zu Wendy’s rueber gehen, uns dort Burger, Pommes und Salat mitnehmen und das ganze dann in unserem Zimmer in unserem Bett verspeisen konnten! Essen dort, wo wir schlafen! Und anschliessend mussten wir unseren Muell und unsere Essensreste nicht aufhaengen! Was fuer ein Luxus! Die Sachen sind inzwischen auch wieder trocken und meine Isomatte ist repariert – mal gucken, ob sie die Luft auch ueber Nacht haelt! Und jetzt schlafen wir gleich in einem warmen, geheizten Raum in einem weichen Bett – uns geht’s schon echt gut!

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