5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

A. Rufus Morgan Shelter nach Stacoah Gap – 23,04km

3 Kommentare

Wie geplant, sind wir fast alle um sieben aufgestanden, haben schnellstmöglich gepackt und sind die knappe Meile bis zum Nantahala Outdoor Center zum Frühstück gestürmt. Kaffee und Tee soviel man trinken konnte (da sind die free refills echt gut) und dazu Spiegeleier, Speck, Süßkartoffelpancakes und Bratkartoffeln für mich und Spiegeleier, gebratene Wurst, Grits und Biscuits für Veronika. Wir waren so hungrig, dass es nicht ein Foto von dem Essen gibt und wir uns beide direkt über die Bratkartoffeln hergemacht haben, die eigentlich Mellow Jonny zu seinen Sandwiches bestellt hatte! Er hat dann neue bekommen und wir haben erste zusätzlich verputzt.

Danach mussten wir einen Plan für die nächsten Tage entwickeln. Das Angebot an Nahrungsmitteln war sowohl im Grocery Store als auch beim Outfitter äußerst eingeschränkt und ziemlich teuer. So entstand die Idee, bis Stecoah Gap zu laufen, von dort nach Robbinsville zu fahren und dort zu übernachten. Da gibt es auch mehrere Supermärkte und wir würden genug Proviant für die nächsten fünf Tage bis Gatlinburg bekommen. Außerdem können wir sehen, wie schlecht das Wetter morgen wird und unter Umständen dort den Freitag abwarten, für den Sonne bis Montag vorhergesagt ist. Brad vom Outdoor Shop hat für uns ein Motel angerufen und meinte, dass um sechs ein Shuttle auf uns warten würde.

Knappe 22km und maximal sieben Stunden lagen vor uns. Klingt eigentlich gar nicht so schlimm, oder?! Wir hätten es besser wissen sollen! Im Companion stand etwas von Sassafras Shelter und immer wenn irgendwo Sassafras dran steht wird es übel! Wo es gestern sieben Meilen bergab ging, ging es heute geschlagene acht Meilen konstant bergauf. Wobei konstant nicht die ein oder andere Rampe mit gut 100% Steigung ausschließt… Inklusive Mittagspause haben wir für diese 12,8km haben wir 4,5 Stunden gebraucht und ich war dort oben völlig fertig!

Um kurz nach halb fünf haben wir dann festgestellt, dass noch gut drei Meilen vor uns lagen. Nachdem ich zum wiederholten Mal (laut Veronika unnötiger Weise) darauf gedrängt habe, weiterzulaufen hat mein Pacemaker nen Rappel bekommen und dass Tempo auf drei Meilen pro Stunde angezogen. Ich bin einfach nur hinterher gestolpert und nach 20 Minuten lag die eine Meile bis Simp Gap hinter uns. Noch 2,1 Meilen bis zum Treffpunkt. Das erschien uns pünktlich machbar, also haben wir das Motel, wie verabredet nicht angerufen. Sparky, der die selbe Strecke versuchen wollte, hatte sich auch nicht gemeldet und ich dachte, er sei vernünftiger Weise im Shelter unter dem Gipfel geblieben.

Wie sollte es anders sein, das Companion hat uns mal wieder in falscher Sicherheit gewiegt. 2,1 Meilen, ja, aber über zwei Berge!!! Das war ein Gerenne am Ende! Pünktlich wie man uns Deutschen hier nachsagt zu sein, kamen wir im Gap unten an. Nur war weit und breit kein Shuttle zu sehen. Inzwischen hatte auch Sparky geschrieben, dass er (nach unserem Tempo) etwa 1,5 Stunden hinter uns liegt. Völlig irre der Mann!

Während wir uns mit zwei anderen Deutschen (Fresh Coke und Restless Cowboy), die hier Pause machten, unterhielten, verging die Zeit. Um zwanzig nach sechs habe ich dann doch das Motel angerufen um zu fragen, wie es mit dem Shuttle aussähe. Ich hab zwar nur die Hälfte verstanden, aber 1. hat man anscheinend auf unseren Anruf gewartet und 2. würde gleich jemand kommen um uns abzuholen. Dem war dann auch so und um sieben Uhr hat uns ein unheimlich netter Ami vor dem Motel aus seinem Pickup klettern lassen. Geld wollte er keins von uns, sondern wünschte noch eine gute Wanderung und brauste davon.

Kaum hatten wir uns angemeldet und unser Zimmer bezogen, klopft es an der Tür und davor steht: Sparky! Er muss fünf Minuten nach unserer Abfahrt am Gap gewesen sein… Als ein Auto auf den Parkplatz fuhr, weil der Fahrer das Appalachian Trail Schild fotografieren wollte, hat er wohl gegen einige Fotos mit einem echten Thru-Hiker eine Mitfahrgelegenheit nach Robinsville ausgehandelt. Jetzt waren wir noch gemeinsam beim Mexicaner (wir wurden eingeladen) und im Supermarkt und gleich ist Nachtruhe. Mal sehen wie das Wetter morgen ist. Sollte es wirklich in Strömen regnen, werden wir wohl hier bleiben und mit einem Tag Verspätung in die Smokies gehen. Uns ist durchaus klar, dass wir irgendwann auch im Regen wandern und campen müssen, aber solange wir nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt und tagsüber um die 10 Grad (bei Regen) haben, ist es uns das Risiko nicht wert!

Noch 3.256km

3 Kommentare zu “A. Rufus Morgan Shelter nach Stacoah Gap – 23,04km

  1. Dein Pacemaker ist eine TOLLE FRAU!!!!!!

  2. Übrigens ist es hier noch immer lausekalt!!! Wir sehnen Namibia herbei.

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