5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Es geht aufwärts – A. Rufus Morgan Shelter nach Stecoah Gap (mi 150,7)

Ein Kommentar

Kurz nachdem heute (schon wieder) der Wecker geklingelt hatte, hat Sparky schon vorbei geschaut, um sicherzustellen, dass wir wach sind. Die große Jagd aufs Frühstück war eröffnet! Heute waren wir wirklich extrem schnell mit Packen (nur eine Stunde) aber die anderen waren wieder schneller. Die letzte knappe Meile runter zum NOC war schnell geschafft. Das richtige Restaurant war leicht zu erkennen – alle Hiker hatten ihre Rucksäcke davor abgestellt und Gus, der Hund von Nick, saß davor angebunden und war so in sein Frühstück vertieft, dass die übliche liebevolle Begrüßungszeremonie ausfiel.

Wir saßen mit Mellow Jonny zusammen und unser Frühstück kam recht fix. Frank hatte sich zu seinem dazu noch extra Bratkartoffeln (heißen Homefries und sind für mich eher kurze, hausgemachte Pommes) bestellt. Als unser Essen kam, war er recht verwundert, dass bei seinem Menü wohl schon Bratkartoffeln dabei waren. Aber hungrig wie wir waren, haben wir uns trotzdem gleich auf den Extrateller mit den Bratkartoffeln gestürzt. Nachdem Mellow Jonny seinen ersten Sandwich verputzt hatte, fragte er, wo denn seine Bratkartoffeln blieben. Es stellte sich heraus, dass wir in unserem Heißhunger ihm seine weg gegessen hatten… Er bekam aber schnell neue und zur Entschädigung in der Zwischenzeit auch noch ein paar von „unseren“.

Frisch gestärkt ging’s rüber zum Lebensmittelladen und zum Outfitter, um zu prüfen, ob wir hier genug Vorräte für die Smokeys kaufen könnten. Da dem so war (auch wenn es recht teuer war) hatten wir vor, uns einen Platz im Bunkroom zu sichern, nach Stecoah Gap zu laufen und uns von dort zurück zum NOC shuttlen zu lassen, um dem für die Nacht angesagten Regen zu entgehen. Die Shuttles waren aber leider so teuer, dass sich dieser Plan nicht gelohnt hätte – vor allem da die Vorräte dort auch deutlich teurer sind als im Supermarkt. Die Leute im NOC waren jedoch äußerst hilfsbereit und Brad aus Robbinsville hat uns geholfen, einen Platz in einem Motel sowie einen Shuttle dorthin in seinem Wohnort zu organisieren. Jetzt mussten wir nur noch mit einem Schnitt von 2 Meilen inklusive Pausen bis um 18h zum Treffpunkt wandern – und das bei erstmal 8 Meilen steilen Aufstiegs!!

Ich mag ja Aufstiege und meine Knie haben sich richtig gefreut. Soweit bin ich abgesehen von kleinen kurzzeitigen Wehwehchen wenn der Rucksack schlecht gepackt ist oder es doch gerade etwas fies bergab geht echt schmerzfrei und komme sehr gut voran – besser als in Italien. Also konnte ich am Anfang auch richtig gut Tempo machen. Zwischenzeitlich sind wir dann doch etwas langsamer geworden und die letzten Meter hoch zum Cheoah Bald hat Frank sich richtig gequält. Er hatte zwar immer noch genug Luft zum Fluchen über diese Wegführung aber keine Lust, den Ausblick ins Tal zu genießen. Zum Glück hab ich Fotos gemacht, die kann er sich dann mal ansehen.

Danach ging’s bergab. Davor hatte ich nach dem gestrigen Abstieg etwas Angst gehabt, wie meine Knie reagieren würden. Es ging aber sehr gut, ich habe eine neue, Jogging-artige Lauftechnik ausprobiert. Diese runderen Bewegungsabläufe scheinen meinen Knien besser zu bekommen als dieses steife Bremsen. Außerdem bin ich so deutlich schneller (zumindest gefühlt). Allerdings lässt sich diese Technik auf dem schwierigen Terrain hier nicht immer anwenden. Das war heute teilweise wieder echt übertrieben! Der Weg führte uns über Geroelllawinen! Und fiese Stufen waren auch wieder dabei.

Trotzdem haben wir es geschafft, pünktlich am Gap zu sein. Als wir viele überraschende Berge später ankamen, waren ein paar Hiker und auch diverse Shuttles am Parkplatz. Wir haben dort zwei weitere Deutsche getroffen, Restless Cowboy und Fresh Coke. Nachdem unser Shuttle nach 20 Minuten Wartens immer noch nicht da war, hat Frank mal angerufen. Sie hatten nur das Zimmer reserviert und nie was von Shuttle gehört. Trotzdem haben sie uns dann gleich jemanden geschickt. Einen echt liebenswerten Trail Angel, der uns völlig kostenlos mitnahm und mit vielen guten Tipps zum Motel brachte. Kaum hatten wir dort unser Zimmer bezogen, klopfte es und vor der Tür stand Sparky! Er wollte eigtl. mit uns zusammen den Shuttle um 18h nehmen und hatte uns nur ganz knapp verpasst. Echt krass, dass er diese vielen Aufstiege und Meilen heute doch in so kurzer Zeit gepackt hat! Nachdem wir uns alle geduscht und „stadtfein“ gemacht hatten, waren wir lecker beim Mexikaner essen – vielen Dank für die Einladung, Sparky. Danach haben wir noch fix unsere Vorräte bei Ingles aufgefüllt und nach dem Bloggen geht’s jetzt ab im die Heia. Je nachdem, was das Wetter morgen bringt, planen wir dann weiter.

Ein Kommentar zu “Es geht aufwärts – A. Rufus Morgan Shelter nach Stecoah Gap (mi 150,7)

  1. Sieht so aus, als würdet ihr das Data Book/TH Companion verwenden! Ich kann nur „The AT Guide empfehlen, der bringt auch Höhenprofile und vieles mehr. Den gibts in den meisten Outfittern.

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