5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Newfound Gap nach Pecks Corner Shelter – 16,64km

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Obwohl wir heute nur zehn Meilen gewandert sind, waren wir erst um acht Uhr abends am Shelter. Alles begann heute früh mit der dummen Entscheidung noch vor dem Frühstück einkaufen gehen zu wollen. Da die Trolleys, so eine Art öffentlicher Nahverkehr, noch nicht fuhren, wollten wir einfach zum gut drei Meilen entfernten Supermarkt trampen. Hat ja bisher immer ganz gut funktioniert. Aber natürlich nicht in einer Touristenstadt wie Gatlinburg! Kein Mensch wollte uns mitnehmen. Also sind wir gelaufen. Da es ziemlich warm war, hatten wir unsere Crocs ohne Socken an. Großer Fehler! Ich habe noch geradeso bemerkt, dass sie scheuern und bin barfuß weitergelaufen, bei Veronika war es leider zu spät. Da hat sie auf dem Trail so gut wie keine Fußprobleme und dann holt sie sich in der Stadt so richtig fiese Blasen! Nach einer Stunde waren wir endlich am Supermarkt, haben eingekauft und uns an den Rückweg gewagt. Diesmal mussten wir nur den halben Weg laufen, dann hat uns ein Mitarbeiter des örtlichen Outdoor Shops mitgenommen.

Zurück im Motel waren Siren und Stretch noch nicht zum Frühstück gegangen, da sie meine SMS nicht bekommen haben. Nachdem Veronika ihre Füße versorgt hat, sind wir in ein nah gelegenes Restaurant zum All You Can Eat Breakfast gegangen. So richtig genießen konnte wir das viele Essen leider nicht, weil uns mittlerweile die Zeit im Nacken saß. Ein Teller mit Bratkartoffeln, Rührei, Speck und Pancakes und einer mit Obst mussten reichen.

Nachdem wir dann unsere Rucksäcke gepackt hatten, sind wir noch zum Outfitter. Veronika hat sich neue Einlegesohlen gekauft und außerdem haben wir unseren Spiritusvorrat aufgefüllt und uns einen neuen Wanderführer, „The A.T. Guide“ von Awol, geholt. Jetzt haben wir auch das Profil des Weges. Das hilft bei der Etappenplanung und vor allem bei der Orientierung.

Um kurz nach halb eins hat uns unser Shuttle abgeholt und zurück zum Newfound Gap gebracht. Unterwegs haben wir immer wieder Amerikaner auf den Parkplätzen stehen sehen, die die Berge fotografiert haben. Das stellt man sich hier unter einem Besuch der Smoky Mountains vor…

Der Weg war dann echt anstrengend. Wir hatten ja auch schon fünf Meilen in den Beinen, die schweren Rucksäcke mit Vorräten für fünf Tage auf dem Rücken und die Sonne hat uns heute unerbittlich gebraten. Für die vielen tollen Ausblicke hatten wir irgendwann gar kein Auge mehr übrig. Was waren wir froh, als um kurz nach halb acht, kurz vor Sonnenuntergang, eine Quelle neben dem Weg plätscherte! Der Shelter konnte nicht mehr weit sein! Da wir heute Nachmittag fast unsere gesamten vier Liter Trinkwasser verbraucht hatten, mussten wir erst noch die Flaschen auffüllen. Dann, eine halbe Meile später, waren wir endlich da!

Die anderen, die wir gestern zurückgelassen hatten, waren schon länger hier und warten immer noch auf Coach, Mellow Jonny und Sticks. Die drei sind heute Vormittag in die Stadt gefahren um zur Post und zum Supermarkt zu gehen. Eigentlich waren wir beiden der Meinung, sie lägen vor uns bzw. würden uns im Laufe des Nachmittags einholen, aber dem war nicht so. Jetzt weiß keiner wo sie sind und Coach ist auch noch ohne ihren Schlafsack unterwegs. Den hatten die anderen schon mit hierher gebracht. Hoffentlich sind sie am letzten Shelter geblieben, denn diese Grate möchte man eigentlich nicht nur im Licht der Stirnlampe wandern! Mal sehen, ob morgen jemand ein vernünftiges Handysignal findet und sie sich bei irgendeiner Mailbox gemeldet haben.

Noch 3.150km

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