5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Frühlingserwachen – Cosby Knob Shelter nach Green Corner Road (Standing Bear Hostel, mi 241,0)

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Heute morgen konnten wir in aller Ruhe als letzte aufbrechen. Wir waren trotzdem recht früh dran, schon um kurz vor 9:00h und da heute für ab dem späten Nachmittag schwerer Regen angekündigt war, waren wir uns einig, dass wir lieber im Hostel nach 10 Meilen als im Zelt oder Shelter nach 13 oder 17 Meilen schlafen wollten. Die Nacht im Shelter war gut gewesen, auch die Mäusejagd, die einige Mitschläfer mitten in der Nacht veranstaltet haben, hat uns nicht weiter gestört. Nur die Geruchsbelastung war ziemlich grenzwertig für mich – ich hoffe, es waren nur die Schuhe und nicht die Füße meiner Mitwanderer, die hier so nach Tod und Verwesung riechen! Auch wenn ich die letzten Nächte immer gern und gut im Shelter geschlafen habe, werde ich jetzt nach den Smokies definitiv wieder unser Zelt vorziehen.

Das scheint auch angebracht zu sein. Wie wir heute morgen erfahren haben, ist wohl zwischen Hot Springs und Erwin der Noro-Virus ausgebrochen und er scheint südwärts zu ziehen. Also nicht mehr in den Sheltern schlafen, keine Privies mehr benutzen, keine Logbücher mehr anfassen und gaaaaaanz viel Hände desinfizieren.

Der Weg war heute sehr angenehm zu gehen, obwohl es über 7 Meilen gut 3500 Fuß nach unten ging. Kein Vergleich zu dem Weg runter zum NOC, der die reinste Quälerei war. Kurz vorm Verlassen der Smokies hatten wir dann noch einen echt spannenden Moment: wir gingen gerade durch ein sehr großes Rhododendrongebiet als rechts oberhalb von uns plötzlich etwas großes durch die Büsche tobte. Wir hörten beide das Rascheln ganz deutlich und als ich nach oben blickte, konnte ich auch sehen, wie der Rhododendron sich dort deutlich zur Seite bog. Aufgrund der ungünstigen Lage, konnten wir leider nicht erkennen, was genau sich da oben bewegte. Also sind wir einfach weiter gegangen, um den potentiellen Bären nicht mit unserer Anwesenheit zu verärgern. (Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob wir weit genug von dem Vieh entfernt waren – die Parkordnung ist da recht streng 😉 ).

Zum Schluss, kurz vor dem Ausgang des Parks, haben wir dann noch einen ziemlich großen Pfotenabdruck entdeckt. Wenn Hunde im Park nicht verboten wären, würde ich sagen, er stammt von einem sehr großen Hund mit langen Krallen – die Abbildungen von Bärenabdrücken, die ich bisher gesehen habe, sahen anders aus. Wir haben trotzdem sicherheitshalber ein Foto davon geschossen, damit es uns nicht so geht wie mit dem Bärenhaufen – seit dem denkwürdigen Tag, an dem wir unser Zelt zwischen zwei Haufen aufgeschlagen hatten, haben wir keine mehr gesehen und jetzt ärgere ich mich, dass ich die damals nicht fotografiert hatte!

Ansonsten habe ich heute sehr viele Blumen fotografiert – der Frühling scheint endlich da zu sein! Als wir nach den Smokies durch ein Tal mit vielen Bächlein, Blumen und Schmetterlingen gelaufen sind, sind endlich richtige Frühlingsgefühle bei uns aufgekommen. Hier sind Unmengen an Schmetterlingen in allen möglichen Größen und Farben schwirren sie herum. Ich will in den nächsten Tagen versuchen, so viele wie möglich davon zu fotografieren.

Da die Vorhersage sich von schwerem Regen auf Gewitter mit Hagel verschlechtert hat, sind wir echt froh, die letzten beiden Schlafplätze in der Cabin im Standing Bear bekommen zu haben. Das ist irgendwie ein echt seltsamer Laden hier. Einerseits wirkt vieles runtergekommen (die Handtücher und Bettdecken haben Löcher, es gibt nur ein ziemlich ekliges Plumpsklo, nur eine der beiden Duschen funktioniert) andererseits sind sie bei manchen Dingen echt auf Zack (die Mülltonnen werden bei Bedarf anscheinend auch mehrfach täglich geleert, das Duschwasser war echt angenehm warm, der Korb mit den dreckigen Handtüchern ist auch nie lange voll und die Vorräte werden auch regelmäßig nachgefüllt). Außerdem sind die Besitzer hier echt nett und scheinen wirklich Freude an den Wanderern zu haben. Die Cabin teilen wir uns übrigens mit dem „alten Deutschen“ von gestern, der tatsächlich Luxemburger ist und einem Amerikaner. Mal gucken, wie schlimm das Wetter heute Nacht wird und wie gut wir hier schlafen werden.

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