5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Aus dem Nebel in die Sonne – Green Corner Road nach Roaring Fork Shelter (mi 255,9)

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Heute Nacht hatten wir tatsächlich einen richtigen Sturm mit Blitz und Donner und seeeeehr viel Regen. Ich hab davon aber nix mitgekriegt, weil ich meine Ohropax drin hatte. Der arme Frank hingegen wurde davon aufgeweckt und konnte dann wohl eine Weile nicht schlafen. Die draußen in den Zelten taten mir jedoch viel mehr leid – die wurden vom Gewitter nicht nur geweckt, die hatten heute früh teilweise beinahe 10cm tiefe Pfützen im Zelt! Gott sei Dank hatten wir noch einen Platz in der Cabin bekommen!

Eigentlich hatten wir heute sehr früh aufstehen wollen, um frühzeitig die fast 15 Meilen heute starten zu können. Aufgrund der Dunkelheit in der Cabin erschien es mir aber noch viel zu früh, als Frank versuchte, mich zu wecken. Irgendwann musste ich dann leider doch aus dem warmen Bett raus in die kalte, feuchte Welt. Wenigstens gab’s zum Frühstück noch einen schwarzen Tee dazu, das war toll!

Als wir losgingen, hat es nur noch leicht genieselt und es war deutlich kühler als gestern – zum Wandern sehr angenehm. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit hatte ich gleich morgens meine Regenhülle über den Rucksack gepackt. Selbst wenn es nicht mehr regnen sollte, es fällt immer noch Nässe von den Bäumen und außerdem kann man mit Cover den Rucksack viel besser auf dem nassen Grund abstellen bei Bedarf. Nach wenigen Metern im Nieselregen und ein paar lustigen Verrenkungen, um die Regenjacke unter dem Rucksackdeckel zu verstauen, ohne den Sack abstellen zu können, hat Frank dann auch seine Regenhülle übergezogen. Wir sind erstmal im T-Shirt weitermarschiert, da uns trotz Regens beim Aufstieg gut warm wurde. Später, als wir dann wieder weiter oben unterwegs waren und es kalt und windig wurde, haben wir zunächst nur die Regen- und dann auch die Fleecejacken wieder angezogen.

Der Regen wurde zu Nebel – bzw. waren wir wohl wieder mal in einer Wolke unterwegs. Da von oben die Sonne verzweifelt versuchte, durchzukommen, waren wir zeitweise ziemlich geblendet. Alles schien ziemlich unwirklich in dieser nebligen, nassen Welt, die so wenig mit unserem Frühling von gestern zu tun zu haben schien. Keine Sonne, keine Schmetterlinge, kein Frühlingsduft in der Luft. Stattdessen Regen, Nebel, Raupen und der Geruch der Privy, den ich noch den halben Tag in der Nase hatte. Und die Blumen hatten alle ihre Blüten geschlossen.

Irgendwann, kurz bevor wir den Anstieg in Richtung Max Patch angingen, ging dann alles sehr schnell: zuerst war nur leicht die Sonne durch die Wolkendecke hindurch sichtbar. Dann war da auf einmal ein blaues Loch. Und als wir oben auf Max Patch Bald standen, waren nur noch einzelne Wölkchen am Himmel, gerade genug, um unsere Fotos von den Bergen rund um uns rum zu verschönern. Allerdings blies der Wind dort extrem stark, so dass wir uns nicht allzu lange mit Fotografieren aufgehalten und lieber geguckt haben, dass wir zum Shelter kommen. Hier haben wir ein paar Leute vom Standing Bear wieder getroffen. Ansonsten sind hier viele neue Leute, die wir noch nie vorher getroffen haben, die aber anscheinend schon von der Goatherd gehört haben!

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