5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Unser erster 18-Meilen-Tag – Roaring Fork Shelter nach Hot Springs (mi 273, 9)

Ein Kommentar

Runner Up hatte heute morgen extra einen Wecker gestellt, um schon um halb sieben aufzustehen, damit wir noch vor der großen Mittagshitze einen Großteil der Strecke hinter uns gebracht hätten – der Plan war, nach den entspannten 15 Meilen gestern heute die vollen 18 Meilen bis nach Hot Springs zu gehen. Wer kann schon nur drei Meilen von einem richtigen Abendessen entfernt sein Zelt aufstellen?!

Gegen kurz nach sieben bin ich aufgewacht und hab den selig schlummernden Frank geweckt – er hatte dem Wecker (den ich nicht mal gehört hatte) einfach ausgemacht und war wieder eingeschlafen. Der Plan mit dem besonders frühen Aufstehen war also fehlgeschlagen. Dafür waren so gut wie alle anderen schon wieder eifrig am Packen und als wir dann endlich all unser Zeug in den Rucksäcken hatten, waren wir schon wieder fast die Letzten, die das Shelter verlassen haben. Beim Frühstück am Shelter ist mir aufgefallen, wie wenig die Leute miteinander gesprochen haben. Hier sind lauter einzelne Leute oder kleinere Grüppchen von zwei bis drei Personen unterwegs. Die meisten sind auch echt nett, aber es ist halt doch was ganz anderes als die letzten Tage, wo wir immer alle miteinander gesprochen und gelacht haben. Höchste Zeit, wieder zu unseren Leuten zu stoßen!

Das Profil war erstmal sehr angenehm, meist so gut wie eben und nur kleinere Strecken auf- oder abwärts. Bis zum Lemon Gap mussten wir unzählige kleinere Bäche überqueren – das war witzig, so hatten wir uns eigentlich die Smokies vorgestellt. Morgens war uns noch ziemlich kalt gewesen, mein Thermometer hatte 7 Grad Celsius angezeigt, so dass wir zunächst noch Fleecepullis und Regenjacken anbehalten hatten. Nach kurzer Zeit waren wir jedoch durch Bewegung und Sonne so aufgeheizt, dass wir den Rest des Tages bis auf die Pausen nur noch im T-Shirt unterwegs waren.

Der erste Anstieg des Tages führte uns hoch zum Walnut Mountain Shelter. Dort sollen die benachbarten Bären ziemlich aktiv sein und vor allem keine Scheu mehr vor Wanderern haben. In allen Guides ist vermerkt, dass man dort nicht am Shelter essen und seinen Essensbeutel auch wirklich an den Bärenkabeln aufhängen soll, falls man tatsächlich die Nacht dort verbringen möchte. Ich habe natürlich eifrigst Ausschau gehalten nach interessanten Spuren von Bären, die ich fotografieren könnte, aber leider nix gesehen.

Obwohl wir es ziemlich eilig hatten, konnten wir den Tag trotzdem genießen. Es war nicht zu warm und nicht zu kalt, gerade die richtige Temperatur zum Wandern, der Weg war gut und wir konnten an allen Ecken Blumen, Schmetterlinge und junges Grün sehen. Als wir um kurz vor fünf beim letzten Shelter vor Hit Springs waren, stand also für uns fest, dass wir auf jeden Fall noch die drei Meilen nach Hot Springs laufen wollten. Der Abstieg war zwar etwas anstrengend aber motiviert von der Aussicht auf Burger und Bier waren wir recht flott unterwegs und schon um kurz nach sechs unten in der Stadt.

Direkt am Eingang der Stadt ist links neben dem Weg das Hiker Hostel Laughing Heart. Dort wurden wir freudig von Olive Oil und Puffy begrüßt. Weil nur noch Plätze im Bunkroom oder auf dem Zeltplatz frei waren, sind wir auf einen Tipp des sehr hilfsbereiten und freundlichen Besitzers hin weiter in die Innenstadt Richtung Hotel marschiert. Schon nach wenigen Metern wurde uns klar, dass diese Stadt hier die reinste Hikerstadt ist. Vor sämtlichen Restaurants und Bars saßen sie, viele bekannte Gesichter darunter und aus allen Ecken schallte uns ein fröhliches Hallo entgegen. Das coolste war, dass wir Bulldog wieder getroffen haben! Er will schon morgen wieder raus auf den Trail, hatte heute seinen Zero hier. Ich glaube, fast alle Hiker nehmen hier einen Zero – die Thermalquellen und Massagen sind einfach zu verführerisch!

Nachdem wir im Alpine Court Motel ein schönes Zimmer bekommen haben und im Smoky Mountains Diner zusammen mit dem Luxemburger gegessen hatten, sind wir noch rüber zur Bierbar des Ortes. Kaum zur Tür rein wurden wir mit lautem Gejohle begrüßt: die gesamte Goatherd war versammelt! Das war umso besser, als wir im Motel kein vernünftiges Internet hatten und deswegen niemanden wie eigtl. vorgesehen anschreiben konnten. Da sie eh gerade am Aufbrechen in Richtung ihrer Zimmer waren, wo sie Bier im Kühlschrank hatten, haben wir in der Kneipe gar nichts mehr bestellt sondern sind gleich mit zu ihnen. Dort haben wir ein schönes Lagerfeuer gemacht und noch einen netten Abend verbracht. Für unsere Verhältnisse kommen wir heute sehr spät ins Bett, es ist schon fast Mitternacht. Dafür hat die Goatherd auch für uns Plätze in den Cabins morgen reserviert, total nett! Und es ist schön, wieder mit unseren Leuten vereint zu sein!

Ein Kommentar zu “Unser erster 18-Meilen-Tag – Roaring Fork Shelter nach Hot Springs (mi 273, 9)

  1. Bonjour, bonjour,

    Je suis de retour au bureau, ravie de voir que tout continue a bien se passer et que le moral est bon. Le printemps a fini par arriver a Hambourg, il fait beau et chaud aujourd´hui, autour de 20°C.
    Bonne continuation, je continue a suivre vos aventures avec le plus grand plaisir.

    🙂

    Sophie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s