5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Zero in Hot Springs

9 Kommentare

Nach unseren 18 Meilen gestern haben uns diesen Ruhetag echt verdient und haben mal richtig lange geschlafen: wir Langschläfer sind erst um acht aufgestanden. Die wichtigste Mahlzeit des Tages, das Frühstück, haben wir im Smoky Mountains Diner bekommen. Wir hatten gestern Abend schon die Karte gecheckt und sie für ausreichend kalorienlastig befunden. Leider kam die Küche nicht wirklich mit all den hungrigen Wanderern klar und es dauerte eine kleine Ewigkeit bis der Hauptteil unseres Essens kam. In der Zwischenzeit hatten wir schon eine in Zucker getränkte Zimtrolle und die Pancakes verdrückt, so dass wir bei den Pfannengerichten in arge Schwierigkeiten kamen.

Zurück zum Motel, alles in die Rucksäcke geschmissen und ab zur Rezeption des Hot Springs Resort und Spa. Da wir erst ab zwei Uhr in die Cabins konnten, wollten wir unsere Rucksäcke solange dort lassen. Außerdem mussten wir ja die Gelegenheit beim Schopf packen, wenn wir schon mal in einem Ort mit Spa sind, und uns massieren lassen. Um fünf gab es noch einen Termin für uns zwei mit direkt anschließendem Bad im Thermalwasser.

Die Zeit bis dahin war mit den üblichen Besorgungen gefüllt: Einkaufen, Wäsche waschen und Essen. Das tolle an Hot Springs ist, dass die Stadt winzig klein und alles sehr gut zu Fuß zu erreichen ist. Vom einen Ende zum anderen braucht man gerade mal 10 Minuten. Das einzig Ärgerliche ist, dass das Angebot an Lebensmitteln etwas beschränkt ist und wir wirklich alle drei Läden durchsuchen mussten bis wir halbwegs das hatten, was wir wollten. Dafür trifft man immerzu bekannte Gesichter. Die ganze Stadt scheint nur wegen der Hiker zu existieren. Egal wohin man kommt, es ist immer wie ein Familientreffen und zur Abwechslung sind wir mal in der Mehrheit und die „Normalos“ fallen irgendwie aus dem Rahmen.

Im Outdoorshop durfte Veronika dann endlich mal wieder Klamotten shoppen. Ihre Hose war aber auch schon arg löchrig und geflickt. Dazu hat sie auch noch Gamaschen bekommen, so dass sie jetzt auch mit kurzen Hosen wandern kann. Natürlich mussten wir auch die Gelegenheit nutzen uns zu wiegen. Auch wenn wir dünner als am Anfang aussehen, scheinen die vielen Kalorien doch geholfen zu haben: Veronika hat nicht abgenommen und ich nur zwei Kilo. Da haben wir wohl kräftig Muskeln aufgebaut!

Als wir mit dem Wäschewaschen fertig waren, konnten wir auch in die Cabins einziehen. Während Yank und ich die Rucksäcke geholt haben, hat Veronika die Vorräte bewacht und sie gegen fiese Eichhörnchenattacken verteidigt. Der Angreifer saß über ihr im Baum und versuchte sie mittels eines Ahornsamenbombardements von den Tüten zu vertreiben. Sie ließ sich aber nicht abschrecken und unsere Versorgung für die nächsten fünf Tage ist gesichert.

Zum Abschluss des Tages ging es ganz dekadent zum Spa. Eine Stunde lang wurden wir von oben bis unten durchgeknetet. So entspannt und locker haben sich unsere Muskeln schon seit Wochen nicht mehr angefühlt! Mit Blick auf den Fluss haben wir den Abend im Thermalbad eingeläutet. Selbiger fand sein Ende in der Spring Creek Tavern. Diese ist hier bekannt für die vielen Biersorten. Für ihr Essen wohl eher nicht. Der Salat war noch ganz gut, aber Burger und Sandwiches haben wir hier schon wesentlich besser gegessen.

Morgen geht es Richtung Erwin und dann weiter nach Damascus, die nächste „berühmte“ Trail Town. Hoffentlich ist es da so schön wie hier!

9 Kommentare zu “Zero in Hot Springs

  1. Ich freu mich immer sehr eure Berichte zu lesen und warte jede darauf, dass diese online gehen 🙂

  2. Ist der verlorengegange Köter wieder aufgetaucht?

    • Nee, der is wech. War wohl auch von der reinrassigen und somit teuren Sorte (1.300$)… Dafür haben wir in einem Shelter ’nen Zettel gefunden, wo drauf stand, dass drei Hunde gleichzeitig abgehauen sind!

  3. Da hätte ich mir auf alle Fälle auch eine Massage gegönnt, oder zwei, oder drei…. Gut, dass ihr so viele Kalorien findet, damit ihr nicht wirklich viel abnehmt, schön aber auch, wenn man im Grunde essen kann, was man will und auch nicht zunimmt 🙂

  4. Wie schreibt ihr eigentlich eure Artikel auf dem Trail? Mit dem iPad? Wie bringt ihr die Artikel online?

    Ich freue mich auf weitere und habe euren Blog in meinen Empfehlungen verlinkt. Alles Gute.

    • Hallo!

      Am Anfang haben wir unser Journal auf Papier geschrieben und dann abgetippt bzw. wollten Fotos davon machen und sie nach Deutschland zum Abtippen schicken. Da wir aber beide Smartphones haben, hat es sich als einfacher herausgestellt, unterwegs direkt auf diesen zu schreiben und es dann nur noch in die App zu kopieren und hochzuladen, wenn wir in einer Stadt sind und W-LAN haben. Solange man die Telefone nur abends einschaltet, im Flugmodus lässt und die Helligkeit weit herunter stellt, halten auch die Akkus lange genug…

  5. Hallo Frank,
    Hallo Veronika,
    ist spannend und lebendig Eure Reise mitzuverfolgen. Tolles Team!
    Frank muss ein guter Partner sein, dass Du, Veronika, Nachts so gut und tief schlafen kannst ; – ).
    Bin am Überlegen den Weg nächstes Jahr selbst zu versuchen und mir noch nicht sicher ob ich mich dies als Frau alleine traue. Ihr seit ja nun schon einen Monat unterwegs. @was meint Ihr dazu? Was würdet Ihr sagen ist die beste Vorbereitung für den Weg? War Eure Siena-Wanderung davor wichtig?
    Werde Euch neugierig weiter begleiten und wünsche Euch weiterhin Kraft, Elan und Lebensfreude; Tag für Tag.
    Karin

    • Hallo Karin!

      Die Siena Wanderung war für uns insofern wichtig, um herauszubekommen, ob wir zusammen lange Strecken laufen können, ohne uns zu sehr in die Haare zu bekommen. 🙂 Ich würde auf jeden Fall versuchen, vorab eine wirklich lange Strecke (mind. 250-300km) mit Gepäck von ungefähr 15kg zu laufen. Einfach um zu sehen ob es geht.

      Die physische Vorbereitung halte ich persönlich für gar nicht sooo wichtig, man kann ja, so wie wir, langsam anfangen. Wichtiger ist es psychisch vorbereitet zu sein! Mach dir bewusst, was es bedeutet gut fünf Monate im Prinzip jeden Tag wandern zu MÜSSEN! Wir haben heute festgestellt, wie schnell das zur Routine wird. Aber: Still a better day than in the office!!! Letztendlich kannst du hier draußen nur zwei du Dinge beeinflussen: deine Einstellung und deine Ausrüstung. Also brauchst du den Willen und einen wirklich leichten Rucksack! Von denen, die mit über 20kg (inkl. Wasser und Essen für fünf Tage) gestartet sind ist keiner mehr da oder sie haben massiv „abgespeckt“.

      Zum Thema allein wandernder Frauen: davon gibt es gar nicht so wenige, aber Pacemaker kann dazu wohl mehr sagen…

      Falls du noch mehr Fragen (ich hatte vor einem Jahr sehr viele) hast, immer her damit! Wir werden versuchen sie zu beantworten. Ansonsten können wir uns ja mal kurzschließen, wenn wir wieder zurück sind.

      Gruß
      Runner Up

    • Hey
      Hallo Karin

      Ich binn voll am planen mit den vorbereitungen für den Trail vieleicht sieht mann sich ja …währe toll

      bye michael aus der Schweiz

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