5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Spaß mit dem Wetter – Jerry Cabin Shelter nach Hogback Ridge Shelter (mi 315,0)

Ein Kommentar

Salamander

Heute Nacht hatten wir unser erstes Gewitter im Zelt! Gegen fünf Uhr morgens wurde ich von leichten Regen, Blitz und Donner geweckt. Weil ich nicht sicher war, ob das Gewitter gefährlich ist oder nicht, machte ich Frank wach, um ihn auf die Situation aufmerksam zu machen. Der zählte die Sekunden zwischen Blitz und Donner und meinte nur, dass das Gewitter weit weg sei. Also hab ich mir die Ohren zugestöpselt, mich in seinen Arm gekuschelt und wieder geschlafen. Der arme Frank lag dann erstmal wach und hat fleißig weiter die Sekunden zwischen Blitz und Donner gezählt und dabei festgestellt, dass das Gewitter immer näher kam. So gegen sechs ist es weiter gezogen und wir konnten beide noch eine Stunde ruhig schlafen bis wir pünktlich um sieben aufgewacht sind. Heute haben wir uns aber noch eine gute halbe Stunde mehr Schlaf gegönnt, um das Ende des Regens abzuwarten.

Dann ging es in aller Ruhe los, das Profil war erstmal sehr angenehm und wir konnten gut Tempo machen. Oben auf der Ridgeline angekommen, sahen wir zwei Zelte, eines davon sah aus wie Mellow Jonnys. Auf unser Rufen hin meldeten sich Sticks und Mellow Jonny – wegen des Regens hatten beide keine Lust gehabt, loszugehen. Von ihnen erfuhren wir, dass die gesamte Goatherd oben auf der Wiese gecampt hatte – sie waren uns also nur eine Meile voraus!

Von dieser guten Neuigkeit motiviert, flogen die nächsten Meilen bis zum ersten Shelter nur so dahin. Und das trotz des sintflutartigen Regens, dem wir zwischenzeitlich ausgesetzt waren. In Shelter haben wir Mittag gegessen und unsere Sachenn getrocknet. Frisch gestärkt ging es weiter – hinein in den nächsten Regenschauer. Zum Schutz meiner inzwischen wieder trockenen Hose hab ich mir fix die Regenhose angezogen. Gleich danach ließ ich meinen Runner Up schon wieder im Regen anhalten. Mitten auf dem Trail war ein winzig kleiner, orangner Salamander – genau so einer, wie Sparky erzählt hatte! Anscheinend konnte er sich vor Kälte kaum bewegen. Genug Zeit für uns also, um ein Foto zu schießen. Damit nicht aus Versehen jemand drauf tritt, hab ich den kleinen Kerl mit Hilfe eines Astes auf den Wegrand gesetzt. Das war das bisher aufregendste Wildtier für mich auf dem Trail!

Weiter ging es durch den Regen, es wurde wieder schlimmer und schien gar nicht aufhören zu wollen. Das fiese an den Regenklamotten ist, dass sie zwar keine Nässe rein lassen aber halt auch keine raus. Wir waren beide klitschnass. Ein entgegenkommender Dayhiker erzählte, dass es so bis heute Abend um sieben weitergehen solle. Zum Glück war dem aber nicht so, kurz nach zwei klarte der Himmel auf und es kam sogar die Sonne durch. Kurzzeitig waren wir dann wieder nur im T-Shirt unterwegs. Danach haben wir des Windes wegen wieder die Regenjacken als Windbreaker angezogen.

Beim zweiten Shelter angekommen, war es schon fast sechs Uhr, also beschlossen wir zu bleiben. Kurz nach uns kamen dann Sticks und Gus und als wir unsere Zelte aufgebaut und Wasser geholt hatten, war auch Mellow Jonny schon da. Wir waren ganz froh, nicht weitergegangen zu sein, so hatten wir Zeit, unser ganzes Zeug zum Trocknen aufzuhängen. Jetzt liegen wir alle in unsere Zelten, es ist nicht sehr windig heute und wird hoffentlich nicht regnen.

Ein Kommentar zu “Spaß mit dem Wetter – Jerry Cabin Shelter nach Hogback Ridge Shelter (mi 315,0)

  1. Danke für den niedlichen Salamander… es müssen nicht unbedingt Bären sein… !

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