5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Sie fallen wie die Fliegen – Hogback Ridge Shelter nach Spivey Gap, (mi 330,8)

Ein Kommentar

Heute morgen bin ich allein zum Wasserholen gegangen während Runner Up das Zelt abgebaut hat. Die Wasserstelle war so weit von unserem Schlafplatz entfernt, dass ich allein für den Weg fast fünf Minuten gebraucht hab. Gut, dass ich vorbereitet war und mir mein Frühstück als Wegzehrung mitgenommen habe! Um zwei Liter Wasser zu filtern brauche ich ca. 5 Minuten (inklusive Filter zusammenbauen). Bevor ich filtere, setze ich schon unsere Chemikalien an, die müssen nämlich 5 Minuten ziehen bevor ich sie ins Wasser gebe. Eigentlich würden die Chemikalien genügen, da sie zuverlässig alles schlechte im Wasser töten. Aber ohne Filter schwimmen noch kleine Teilchen im Wasser, die ich eklig finde. Außerdem ist es an manchen Quellen sehr schwierig, seine Wasserflaschen ohne Pumpfilter aufzufüllen. Insgesamt bin ich also sehr zufrieden mit unserer Lösung und auch wenn es recht aufwendig ist, fühle ich mich damit echt sicher.

Unter den aktuellen Umständen ist es besonders wichtig, gut auf Hygiene zu achten. Kaum zurück vom Wasserholen, erfuhr ich, dass es Sticks nicht gut ging. Unser erstes Opfer der Seuche. Am Sams Gap haben wir dann den nächsten getroffen, den der „Käfer“ erwischt hat. Kurz danach kamen uns Yank und mOnk entgegen, die den kranken Han Solo runter zum Shuttle brachten. Nachdem wir dann zwei weitere Hiker getroffen haben, die gerade genesen waren, wurde mir auch schon ganz flau im Magen. Als wir dann aber abends erfuhren, dass es auch Mellow Jonny erwischt hatte, war ich wieder beruhigt: angeblich erwischt es drei von vier Hikern. Wir kennen nun schon sechs, die es erwischt hatte, also sind wir statistisch gesehen raus ;-).

Kurz nachdem wir Yank, mOnk und Solo über den Weg gelaufen waren, raste plötzlich eine aufgeschreckte Schlange genau vor mir über den Weg. Ich wäre wohl fast auf sie draufgetreten! Und war natürlich mindestens genauso erschrocken wie die Schlange. Freundlicherweise lies sie sich noch fotografieren. Wie wir später erfuhren, war mOnk kurz zuvor auch in ähnlicher Weise schon auf die Schlange getroffen. Es war eine harmlose kleine Schlange, keine giftige, für uns aber trotzdem eine aufregende Begegnung.

Wenig später hatten wir eine weitere interessante Begegnung. Mitten aus dem Nichts kam plötzlich ein Quad. Wir konnten ihn nicht sehen aber hören, wie er über uns hielt. Als wir dann an der Stelle vorbeikamen, wo er stehengeblieben war, stand dort ein Mann, der mit größtem Eifer Bärlauch ausgrub. Hier heißt das „Ramps“ und ist vor allem bei den Bergbewohnern beliebt. Er kam auch gleich zu uns rüber, um uns ganz begeistert von seinen Ramps zu erzählen. Normalerweise ist ja Frank immer derjenige von uns beiden, der die Leute hier besser versteht. Aber da der gute Mann einen sehr ausgeprägten südlichen Bergbewohner-Slang sprach, hat mein Runner Up ziemliche Verständnisprobleme gehabt. Ich hingegen hatte ausnahmsweise mal überhaupt keine Probleme und hab so gut wie alles sofort verstanden. Wir glauben, dass das daran gelegen haben muss, dass ich in Deutschland auch aus dem Süden komme. Da muss eine besondere Verbindung zwischen den hiesigen und den dortigen Südstaatlern bestehen!

Später am Tag haben wir unseren zweiten Salamander gesehen. Dieses Mal einen etwas größeren, schwarz-kupferfarbenen, der in einem kleinen Erdloch neben dem Weg saß. Wenige Meter bevor wir den Zeltplatz am Spivey Gap erreichten, schallte uns von einer Wiese ein mehrstimmiges „Meck-meck“ entgegen. Eine zahlenmäßig reduzierte Goatherd hatte beschlossen, sich aus Hygienegründen von fremden Wanderern fernzuhalten. Wir durften natürlich unser Zelt dazu stellen. mOnk wird versuchen für morgen für uns alle Zimmer im Holiday Inn zu organisieren, da wir auch das Hostel meiden wollen, um kranken Hikern aus dem Weg zu gehen. Schön, wieder mit unserer Goatherd vereint zu sein!

Ein Kommentar zu “Sie fallen wie die Fliegen – Hogback Ridge Shelter nach Spivey Gap, (mi 330,8)

  1. Also für Bärlauch müsst ihr nicht durch die Appalachen wandern, den gibt’s auch hier zur genüge! Genau die richtige Zeit!

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