5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Overmountain Shelter nach Mountain Harbour Hostel – 13,92km

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Dreizehn Grad Celsius hatten wir heute morgen im Zelt, als die Sonne aufgegangen war! Vorher waren es aber nur drei und es wollte mal wieder keiner von uns beiden als erster aufstehen. Als wir dann doch endlich draußen waren, brauchte ich nicht mal meine vierte Bekleidungsschicht zum Packen und Frühstücken. Es wird vielleicht doch noch Frühling?!

Der Tag heute sollte ja eher kurz werden. Mit dem Wissen, dass wir nur bis circa halb zwei laufen müssten, sind wir die einzigen zwei Berge des Tages, den Little Hump Mountain und den Hump Mountain, bis um elf hochgestürmt. Danach sollte es nur noch bergab gehen. Irgendwann auf dieser Bergabstrecke würden wir laut dem Guide auch endlich North Carolina endgültig hinter uns lassen und in Tennessee weiterlaufen. Nachdem wir nun schon gut zwei Wochen immer wieder zwischen diesen beiden Staaten hin- und herwechseln ist es schön zu wissen, dass dieses Kapitel endlich abgeschlossen ist. North Carolina hat uns aber auch noch würdig verabschiedet! In bester Tradition ging der Weg mal wieder über eine Geröllhalde bei der wir extrem aufpassen mussten um uns nicht die Knie zu verdrehen oder gleich ein Bein zu brechen.

Als wir es zum Highway geschafft hatten und nach links Richtung Hostel abbogen, kamen uns Blue Bonnet und Yank entgegen. Sie meinten, sie hätten gerade für je sechs Dollar das beste Trail-Lunch überhaupt bekommen! Bei unserer Ankunft im Mountain Harbour wurde uns aber gesagt, dass wir fürs Mittagessen leider zu spät dran seien. Außerdem gäbe es auch nur noch zwei Zimmer. Eins für 110$ und eins für 145$! Oder wir könnten für 8$ pro Nase unser Zelt aufstellen. Die Wahl war eindeutig… Im schönsten Sonnenschein haben wir unsere Schlafsäcke mal gründlich durchgelüftet, uns in der Hostelküche Hot-Dogs gemacht und geduscht.

Um fünf ging das Shuttle nach Roan Mountain zum Essen und Einkaufen. 12 Wanderer plus Fahrer in einem Pick-up. Man kann in diesem Land für so ziemlich alles verklagt werden, aber bei sowas guckt kein Mensch komisch und wir müssen auch nie einen Haftungsausschluss unterschreiben! Es bleibt mir ein Rätsel… Weniger rätselhaft ist das Format der durchschnittlichen Bevölkerung hier im Süden, wenn man mal in einem Diner oder Restaurant war. Da werden Portionen aufgetischt, die selbst uns Wanderer an unsere Grenzen bringen und die zuckersüßen Softdrinks kann man sich nachfüllen, so oft man will. Heute waren wir in einem Barbecue „Restaurant“. Das Essen war wirklich lecker, aber am Ende mussten wir doch kapitulieren. Je ein großer Salat, mit Käse überbackene Pommes-Frites und ein Teller mit 1/2lbs Schwein, Bohnen, Krautsalat und Brötchen waren einfach zuviel! Den Salat und die Pommes konnten wir nicht komplett aufessen.

Nachdem wir uns für die nächsten zwei Tage mit Vorräten eingedeckt haben, ging es wieder zurück zum Hostel. Zwischendurch haben wir noch die neuesten Infos über einige unserer deutschen Mitwanderer bekommen: Turtle und Snail liegen immer noch anderthalb Tage vor uns und Restless Cowboy und sein jüngerer Bruder Fresh Coke irgendwo hinter uns. Letzterer hat angeblich irgendeine andere Pflanze mit Bärlauch verwechselt und das ist ihm gar nicht gut bekommen! Falls der Bericht stimmt, hat er sich wohl eine leichte Vergiftung eingehandelt, wie wild gespieen und ist jetzt glücklicher Weise auf dem Weg der Besserung!

Jetzt wird es langsam kühl und wir werden die Veranda gegen unser Zelt tauschen. Hoffentlich ist das Frühstück morgen so toll wie alle erzählt haben!

Noch 2.871km

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