5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Black Bear Resort nach Griffith Branch – 16km

3 Kommentare

„I told you they are here!“ (Ich hab‘ dir gesagt, dass sie hier sind!) war das erste was ich heute gehört habe, als ich mir einen Kaffee holen wollte. Yank hat uns wohl gestern Nacht beim Check-in gehört aber Blue Bonnet meinte, er hätte das nur geträumt, da wir gar nicht da sein könnten! Anscheinend habe wir mit unserer Aktion gestern den Vogel abgeschossen. Alle halten uns für verrückt! Selbst die Resort Betreiber waren der Meinung, dass wir nicht mehr reinkommen würden.

Kaffee und Mikrowellensandwiches zum Frühstück, dann Duschen, Resupply für einen zusätzlichen Tag und noch schnell im Internet nach dem Rechten sehen. Wie üblich hat das bei uns alles etwas länger gedauert. Erst gegen Mittag haben wir uns auf den Weg nach Hampton gemacht. Dort wollten wir Wäsche waschen und Mittagessen. Nach der Feuchtigkeit gestern stinken alle unsere Sachen noch schlimmer als sonst! Unterwegs kamen wir an den Laurel Falls vorbei. Der bisher größte Wasserfall in einer schmalen und steilen Schlucht. Er ist wohl auch sehr gefährlich: im letzten Jahr sind hier ein Vater und sein Sohn beim Baden ertrunken! Weiter ging es auf einem sehr seltsamen Seitenpfad nach Hampton. Es gab mehrere Abzweige, an denen nicht so ganz klar war, wie es weitergeht. Zusammen mit Fatty, einer trotz dieses Trailnamens spindeldürren Kanadierin, haben wir es irgendwie in den Ort geschafft.

Wenn man den Weg schon als seltsam bezeichnet, dann muss man Hampton wohl schräg nennen! Sie passen jedenfalls gut zusammen. Überall geschlossene Geschäfte, ein paar Autowerkstätten und Compucraft. Dieser Laden passte wie die Faust aufs Auge zu Weg und Stadt: Waschsalon/Computershop/Fahrradladen/Diner/Wechselstube/Internetcafé in einem… Aber das Essen war ok und unsere Sachen waren um 16:00 Uhr sauber und trocken. Als wir eine halbe Stunde später zurück auf dem Trail waren ging es direkt in einen 2,5 Meilen langen Anstieg. Den gestrigen Tag noch in den Beinen hat es bis kurz nach sechs gedauert, bis wir endlich oben waren. Vor allem ich habe mich mehr hochgeschleppt als dass ich hochgegangen bin!

Schon im Abstieg begriffen hat uns ein Belgier, genannt Hot Foot, überholt. Das war schon unser dritter Ausländer heute (wir haben auch noch Nova aus Kanada getroffen). Runter zum See und drum rum, mehr war heute nicht mehr drin. Es stand zwar auf einem Schild, dass es wegen Hochwassers eine Umleitung gäbe, aber bis auf zwei Stellen war der Weg trocken und die konnten wir auf Trampelpfaden umgehen. Am gegenüberliegenden Ufer haben wir an der ersten Campsite gehalten und unser Zelt neben Olive Oil, Obi, Backtrack, Beatle Juice, Hot Foot und einigen anderen aufgebaut. Da die Stadt noch sehr nahe ist, haben zwei von den Jungs beschlossen, noch Bier zu holen. Sie haben gesammelt und sind noch nach Einbruch der Dunkelheit nach Hampton getrampt. So seltsam wie diese Stadt ist, hätte ich das nicht gemacht! Aber es ist alles gut gegangen, ein gewisser Tony Greene hat sie zum Laden mit dem günstigsten Bier und wieder zurück gefahren und wir haben heute alle noch einen Absacker bekommen…

Noch 2.815km

3 Kommentare zu “Black Bear Resort nach Griffith Branch – 16km

  1. Mit dem Bier habt Ihr wohl das Glück der Tüchtigen gehabt und wer nichts wagt gewinnt. Ich glaube, in einer solchen Atmosphäre und bei solchen Leistungen von Euch schmeckt ein Bier doppelt gut.
    Na denn „Prost“ . Es war schön wieder von Euch zu lesen. Ich habe Eure Berichte schon vermisst…

    • Hallo!

      Das mit dem Berichten wird wohl in Zukunft immer etwas dauern. Wir haben vor weniger Ruhetage einzulegen und sind dementsprechend seltener im Netz. Dafür kommt dann immer gleich richtig viel!

      Gruß aus Marion, VA
      Pacemaker & Runner Up

  2. Hoppla, „…wer nichts wagt der nichts gewinnt…“ sollte es heißen 🙂

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