5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Ein seltsamer Tag auf dem Trail – Black Bear Resort nach Griffith Branch (mi 426,5)

2 Kommentare

Wie gut, dass wir gestern noch hierher gekommen sind. Selbst mit Heizung sind unsere Klamotten nicht ganz trocken geworden. Aber die heiße Dusche heute morgen hat soooooo gut getan. Blue Bonnet und Yank sind auch hier, sie waren ganz begeistert, dass wir gestern noch hier rein sind. Damit hatten sie wohl nicht gerechnet, dass wir so viele Meilen machen – hätte ich aber bis gestern auch nicht geglaubt, dass wir das machen.

Unsere Nachtwanderung hat sich ziemlich schnell rumgesprochen und Lady, eine Thru-Hikerin, hat uns Nachhilfe im Nachtwandern angeboten, da wir bei unserer ersten Nachtwanderung wohl so einiges falsch gemacht haben. Neuerdings sind Nachtwanderungen total angesagt bei manchen Hikern, ich weiß allerdings nicht so ganz, warum, da normal noch keine Notwendigkeit besteht. Die letzten Tage waren nun wirklich nicht so warm, dass man der Hitze des Tages hätte ausweichen müssen. Die angesagte Form des Nachtwanderns geht folgendermaßen: man stehe mitten in der Nacht (in der Regel wohl zwischen 1h und 3:30h) auf, wandere ein paar Meilen (weniger als man tagsüber in derselben Zeit geschafft hätte) und werfe sich dann wenn die anderen Hiker aufbrechen an mehr oder weniger seltsamen Stellen in sein Zelt woraufhin man an diesem Tag nur wenig oder gar nicht mehr weiter wandere. Lady macht davon die schlauere Variante, nämlich dass sie in die Stadt hinein wandert, so dass der Tag nach der Nachtwanderung nicht verloren ist.

Im Black Bear Resort konnten wir alles bekommen, was wir an Vorräten für die nächsten Tage brauchen – die wissen echt, was Hiker brauchen! Wir hätten auch unsere Wäsche dort waschen können, aber das wollten wir lieber in Hampton machen, die Aussicht auf Stadtessen war einfach zu verführerisch und es führt ein Sidetrail von einer Meile dorthin.

Der Sidetrail war etwas verwirrend, weil mehrfach ebenfalls Blau markierte Wege abzweigten. Nur durch Zufall haben wir uns jedes Mal für den richtigen Weg entschieden. Wir hatten Unterstützung von Fatty, einer zart gebauten blonden Kanadierin, die feenhaft vor uns den Weg dahingeschwebt ist. Keine Ahnung, wie sie das mit dem schweren Rucksack hinbekommt! Kurz davor hatten wir mit Nova eine weitere Kanadierin kennengelernt und damit endlich mal mehr nicht-deutsche Ausländer.

In Hampton haben wir im Compukraft, einem sehr bemerkenswerten Laden, unsere Wäsche gewaschen und gegessen. Der Laden hatte was von einer Garage, mit überall offenen Kabeln und Rohren, Campingbestuhlung, einer offenen Imbissküche und jeder Menge herumhängenden Zetteln, auf denen die verschiedensten Dienstleistungen angepriesen wurden. Da der Laden gesteckt voll war mit Hikern, durften wir das Internet kostenlos benutzen. Es war zwar nicht besonders sauber dort, aber das Essen war gar nicht schlecht und die Besitzer waren schräg aber nett – passend zum Rest der Stadt.

Der Anstieg nach der Stadt machte uns wie immer etwas zu schaffen und wir haben es gerade noch so zur Campsite geschafft bevor es dunkel wurde. Hier sind lauter nette Leute (Obi, Olive Oil, Whitebag, Backtrack, Redknees, Beetlejuice und noch weitere) und wir haben einen schönen Platz für unser Zelt gefunden. Morgen ist Beetlejuices Geburtstag, deswegen sind er und Redknees in die Stadt getrampt, um Bier zu besorgen. Ein gewisser Tony Greene, der sie am ersten Supermarkt abgesetzt hatte, war zurück gekommen, um sie zu einem anderen zu fahren, wo das Bier günstiger war. Anschließend hat er sie dann noch zurück an den See gefahren – echt nett!

Morgen werden wohl einige Schwierigkeiten haben, loszukommen. Es ist schon nach 23h und sie sind immer noch am Feiern da draußen.

2 Kommentare zu “Ein seltsamer Tag auf dem Trail – Black Bear Resort nach Griffith Branch (mi 426,5)

  1. Feiert ihr eigentlich auch Geburtstag am Trail? Ich finde es toll, wenn jemand dafür extra noch die Meilen in die Stadt auf sich nimmt, um mit den anderen zu feiern! Dem Nachtwandern kann ich irgendwie nicht ganz den Reiz abgewinnen, den er haben sollte, aber ich denke, ihr macht das schon richtig, jeder wandert seine ganz eigene Wanderung und auf seine Weise, auch wenn Tipps hier und da natürlich helfen können!

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