5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Iron Mountain Shelter nach Damascus – 42,08km

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Heute morgen waren wir wirklich vorbildlich! Als um 06:30 Uhr der Wecker geklingelt hat, sind wir fast sofort aufgestanden. Wir wollten so nah wie möglich an Damascus rankommen um morgen früh vielleicht noch zum Frühstück dort zu sein. Außerdem sollte es heute oder morgen anfangen zu regnen und wir wandern und campen immer noch lieber im Trockenen auch wenn sich Blue Bonnet gerne darüber lustig macht („The Germans don’t like the rain. HiHi“).

So haben wir es tatsächlich mal geschafft, als erste loszukommen! Gut, nach zwei Meilen haben uns die meisten überholt, weil wir noch Wasser fassen mussten, aber wir haben sie im Laufe des Tages alle wiedergesehen. Apropos Wasser fassen. Der Pumpfilter ist trotz Reinigung seit einigen Tagen extrem schwergängig. Wahrscheinlich haben wir zuviel Sand mit eingesaugt. Ich vermute mal, dass wir eine neue Kartusche brauchen. Die Outfitter hier am Trail müssen ziemlich wohlhabend sein, wenn man sieht, was alleine wir bei ihnen lassen…

Das Profil war heute auch extrem nett zu uns. Keine steilen Abhänge, fast keine felsigen Passagen und mit einer Gesamttendenz nach unten. An jeder Wegmarke haben wir uns gewundert, dass wir schon da sein sollen. Irgendwann haben wir sogar angefangen, die Entfernungsangaben zu bezweifeln. Als wir mittags an eine Straße kamen, an der Mitglieder einer Kirchengemeinde Trail Magic gemacht haben, wurde uns aber bestätigt, dass wir wirklich viel schneller als erwartet waren. Das war bisher die beste Trail Magic die wir hatten. Es gab einen Pavillon, ein großes Feuer, eine breite Auswahl an Softdrinks und salzigen oder süßen Snacks und sogar Obst!

Gut gestärkt haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Um halb drei haben wir an einem der ältesten Shelter, der nicht mehr nutzbar ist, unsere eigentliche Mittagspause gemacht und dabei NBC (No Big Climbs) aus Stuttgart kennengelernt. Der gehört auch zu der Fraktion, die ziemlich schnell unterwegs ist und uns mittlerweile eine gute Woche abgenommen hat. Er war aber auch vorher schon zwei Monate in Südamerika wandern! 10 Meilen vor Damascus um 16:00 Uhr haben wir ihn am letzten Shelter vor der Stadt wiedergetroffen. Die meisten, die heute früh mit uns gestartet sind wollten hier bleiben. Da es aber noch so früh war, wollten wir wenigstens noch über die Staatsgrenze und bis zur letzten Campsite weiterlaufen.

Um 18:19 Uhr haben wir die Grenze nach Virginia überschritten! Drei Bundesstaaten liegen hinter und noch elf vor uns. Wobei Virginia mit Abstand der längste ist. Eine halbe Stunde später, es regnete mittlerweile seit einiger Zeit stetig vor sich hin, sahen wir Yank & Blue Bonnets Zelt am Wegesrand stehen. Zusammen mit mindestens zehn weiteren wollten sie hier bleiben und erst morgen weitergehen. Vor die Wahl gestellt, im Regen unser Zelt aufzustellen und morgen mit dem ganzen nassen Zeug (unsere Schuhe waren auch nicht mehr die trockensten) oder noch einmal zwei Meilen bis nach Damascus abzusteigen, fiel uns die Entscheidung sehr leicht: WEITER!

19:30 Uhr waren wir in der Stadt! Da sie hier ein stadtweites W-LAN haben, konnten wir per Skype die Pensionen durchtelefonieren. Es gab nur noch ein Zimmer für stolze 85$! Nach diesem Tag im Bunk Room schlafen? Nee! Wir haben es genommen und unser privates Bad mit heißer Dusche war es Wert!

Zum Abendessen sind wir rüber ins Blue Blaze Café. Ich komme immer noch nicht so ganz mit den amerikanischen Maßeinheiten klar. Eine 16inch Pizza hatte in meinem Kopf nur 30cm Durchmesser. Das würde für uns zwei ja nicht reichen, also haben wir noch Chicken Tenders (frittiertes Hähnchen), Onion Rings, Knoblauchbrot und Pommes bestellt. Als die Pizza dann kam, war ich etwas schockiert! Ein Inch sind 2,5 Zentimeter und die Pizza war dementsprechend 40cm groß… Unser ganzer Tisch stand voller Essen. Ich hätte nie gedacht, dass wir das alles vertilgen könnten! Bis auf ein Stück Pizza, das Veronika sich hat einpacken lassen, war nach einer halben Stunde alles weg…

Das war heute also unser erster Marathon oder Damascathon, wie sie die Strecke hier nennen. Die Zeit von 11,5h ist noch verbesserungswürdig, aber für einen Waldlauf mit Gepäck gar nicht so schlecht!

Noch 2.750km

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