5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Campsite nach Mt Rogers Visitor Center – 20,96km

Hinterlasse einen Kommentar

Um halb zwei bin ich heute das erste mal aufgewacht. Da hat es angefangen zu regnen. Als um halb sieben der Wecker geklingelt hat, hatte sich daran auch nichts geändert. Aus den beiden Zelten neben uns war auch nichts zu hören. Anscheinend hatte niemand Lust, bei diesem Wetter seinen Schlafsack zu verlassen. Veronika war dann die erste, die sich überwunden hat. Als sie mit den Essenssäcken zurück kam, meinte sie, dass das gar kein Regen sei, sondern es nur noch von den Bäumen tropft.

Trotzdem haben wir zum ersten Mal im Zelt gefrühstückt und dann alles (bis auf das Zelt natürlich) auch drinnen in unsere Rucksäcke gepackt. Wir haben es sogar hinbekommen, dass das Innenzelt beim Abbau nicht allzu nass geworden ist. Nur das Außenzelt ist klatschnass und dementsprechend schwer! Da man am Partnership Shelter nicht campen darf (und der Forest Service nur 200m weiter sein hiesiges Hauptquartier hat) würde es so schnell auch nicht trocknen. Deshalb haben wir unseren Plan nochmal überdacht und optimiert. Heute nach Marion, einkaufen und im Motel übernachten und morgen über Atkins hinaus laufen.

Wir waren um kurz vor zehn nicht mal die letzten, die los sind! Little Foot und Garbage Man sind nur kurz vor uns gestartet. Bis auf ein paar kleinere aber fies steile Rampen war der heutige Tag vom Profil her eher einfach. Nur die hohe Luftfeuchtigkeit hat uns zu schaffen gemacht. Nach sechs Stunden Wanderung waren wir am Ziel: das Mt. Rogers National Recreation Area Headquarter. An der Hauswand dort hing auch das berühmte Telefon, von dem aus man Pizza bestellen kann (der Shelter ist nur 200m südlich).

Man kann es aber auch benutzen, um sich ein Taxi zu rufen. 17$ sollte es kosten und in 15 Minuten da sein, aber wir waren zu faul zum Trampen. Nach 20 Minuten war immer noch kein Taxi zu sehen. Dafür hielt ein Pickup Truck und nachdem dessen Besitzer kurz im Visitor Center war, fragte er uns wo wir hin wollten. Zum Travel Inn. Ja, da könne er uns hin fahren. Also habe ich das Taxi gecancelt (die gute Frau hörte sich nicht so an, als ob es schon unterwegs gewesen wäre) und wir haben unsere Rucksäcke auf die Ladefläche geschmissen. Direkt nach dem Einsteigen hatten wir auch schon jeder ein kaltes Bier in der Hand und ab ging es nach Marion.

Unser Trail Angel war der Besitzer einer Tankstelle im nahegelegenen Atkins. Bevor es Richtung Motel ging, hat er erst noch eine Schleife durch die Innenstadt gedreht und uns erklärt, wo man gut essen und trinken könne. Auf dem Weg ins Gewerbegebiet haben wir auf der gegenüber liegenden Straßenseite Little Foot und Garbage Man gesehen. Wir haben gewunken, unser Fahrer gehupt und die beiden waren verwirrt. An der nächsten Kreuzung wurde gewendet und wir haben auch die beiden noch aufgelesen. Sie waren etwas überrascht und haben sich echt gefreut, zumal sie schon quer durch die Stadt gelaufen waren. Als auch sie sofort jeder ein Bier bekamen waren sie komplett perplex.

Am Motel angekommen, verschwand unser Trail Angel recht schnell wieder, da er eigentlich 30 Meilen weiter eine Scheck abgeben musste. Mit ein paar Verständigungsschwierigkeiten, die Motelbesitzer sind Inder, haben wir ein Zimmer bekommen und uns für sechs Uhr mit den anderen beiden zum Essen verabredet. Das Zimmer ist weder das neueste noch das sauberste, aber recht günstig… Es folgte das übliche Prozedere: alle Sachen zum Trocknen im Raum verteilen, duschen, Dreckwäsche zusammensammeln und das Zelt ins Bad hängen.

Bevor wir zum Mexikaner gegangen sind, haben Little Foot und Garbage Man uns noch Essen aus ihrem Maildrop angeboten. Sie haben sich viel zu viel schicken lassen. Da wir einiges davon brauchen konnten, haben wir es dankbar angenommen. Dafür haben wir dann das Bier im Restaurant bezahlt. Dort hat man das erste Mal lauter Klischeeamerikaner gesehen: die meisten Gäste hatten ein massives Gewichtsproblem! Wir vier haben zwar jeder anderthalb Hauptgerichte verputzt, können es aber auch brauchen.

Bei Walmart habe ich dann auch wirklich einen einzelnen Wanderstab bekommen. Mit ausreichend Essen und gewaschenen und trocknen Sachen versorgt kann es also morgen wieder in den Wald gehen!

Noch 2.648km

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s