5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Raus aus dem Regen – Campsite nach Mount Rogers Visitor Center (mi 530,7)

5 Kommentare

Es hat doch geregnet heute Nacht, und wie! Von halb zwei Uhr morgens bis in den Vormittag hinein hat es ununterbrochen geregnet. Deswegen sind heute früh auch alle, die mit uns auf der Campsite übernachtet haben, erstmal liegen geblieben. Wir übrigens auch. Als ich dann so gegen halb neun die Nase aus dem Zelt gesteckt hab, waren wir die ersten, die aufgestanden sind. Wir haben die Essenssäcke mit ins Zelt genommen und dort gefrühstückt, viel zu nass draußen. Mit viel hin- und herrutschen von uns und unseren Sachen haben wir es geschafft, unsere Rucksäcke fast komplett im Zelt zu packen ohne dass einer raus ins Nasse musste.

Der Regen hat uns auf die schlaue Idee gebracht, nicht in Partnership Shelter zu übernachten (das Shelter, wo man Pizza bestellen kann) sondern heute schon nach Marion zu fahren und dort im Hotel zu übernachten. Wir müssen sowieso nach Marion, wegen Resupply und so können wir auch noch bequem unsere Sachen waschen.

Beim ersten Shelter, nach 2,4 Meilen konnten wir unsere Regensachen zum Glück schon wieder ausziehen. Da die Quelle an der Campsite etwas fragwürdig war, hatten wir beschlossen, lieber beim Shelter Wasser zu holen. Kurz nach uns kam ein Mitwanderer an, der morgens aus der Stadt gestartet war und bot uns Bananen an. Die haben wir natürlich gerne angenommen! Trail Magic von einem Mitwanderer auf dem Trail, mal was ganz neues!

Frisch gestärkt ging es weiter. Gut, dass wir uns für heute nur so wenig Meilen vorgenommen hatten, wir kamen ziemlich zäh voran. Der Trail war frisch vom Regen gewaschen und sehr frühlingshaft grün und blumig, das war sehr schön. Kurz vor der ersten Straße sahen wir wieder Kühltaschen – Trail Magic! Und was für welche: links hatte jemand eine Kühltasche mit Root Beer hin gestellt, daneben einen Mülleimer für die leeren Dosen und daneben stand noch eine weitere Müllkiste. Rechts davon war eine große schwarze Kiste von einer Kirche, gefüllt mit allem möglichen, was Hiker so brauchen könnten: Cracker, Kekse, Marshmallows, Wattestäbchen, Taschentücher, Spiritus, Hand-Sanitizer und vieles mehr – total cool! Wir haben uns jeder ein Root Beer geschnappt, da wir ansonsten gut versorgt waren und alles fotografisch dokumentiert.

Dann ging es flott weiter in Richtung Visitor Center. Wir wollten dort spätestens um 16h sein, um noch genug Zeit zu haben, in der Stadt alles nötige zu organisieren. Trotz schwüler, drückender Luftfeuchtigkeit waren wir um kurz vor vier dort. Zunächst hatten wir ein Taxi gerufen, aber da das nach zwanzig Minuten immer noch nicht da war (angesagt war, dass wir 15 min warten müssten) und ein vorbeikommender Lieferant uns anbot, uns mitzunehmen, haben wir das Taxi storniert und sind mit dem guten Mann mitgefahren. Der hatte uns schon vorhergesagt, dass das Taxiunternehmen sich an der Stornierung nicht sonderlich stören würde. Kaum saßen wir im Auto, zauberte er zwei Bier hervor und kutschierte uns erstmal quer durch die Stadt, damit wir auch ja wissen, wo man gut essen kann. Auf dem Weg hoch zum Hotel überholten wir Garbageman und Little Foot, die zu Fuß unterwegs waren. Als Mark, unser Chauffeur, merkte, dass wir sie kannten, bot er kurzerhand an, sie auch noch mitzunehmen. Sie waren unendlich dankbar und hocherfreut über den Shuttle und das Bier. Mark setzte uns dann etwas hektisch vor dem Hotel ab, weil er noch einen weiteren Auftrag zu erledigen hatte, nicht ohne uns vorher noch seine Handynummer zu geben, falls wir Hilfe brauchen. Was für eine großartige Aktion, vielen Dank!

Garbageman und Little Foot haben uns zum Dank ihr überschüssiges Essen gegeben, danach sind wir gemeinsam zum Mexikaner essen gegangen (eine gute und preisgünstige Empfehlung). Wir entwickeln langsam alle einen Hiker-Hunger – eine Portion hat uns nicht gereicht, wir haben uns dann paarweise je noch ein Essen geteilt.

Jetzt haben wir eingekauft und Wäsche gewaschen. Morgen wiede auf den Trail, sauberer und trockener als wir ihn verlassen haben.

5 Kommentare zu “Raus aus dem Regen – Campsite nach Mount Rogers Visitor Center (mi 530,7)

  1. Also ich lese jeden Bericht mit wachsender Begeisterung. Wer sowas wie Ihr erlebt, kann wahrscheinlich bis an sein Lebensende davon zehren und erzählen. Unsere Gedanken begleiten Euch.

    • Dankeschön! Wir genießen auch wirklich jeden Tag hier draußen. Auch wenn es manchmal nass und/oder kalt ist oder sonst etwas nicht perfekt, nehmen wir es so, wie es kommt. Und ohne Regen gibt es keine kleinen orangen Molche und keine Schildkröten zu sehen…

      • Wo sind denn die tollen Fotos möchte die doch auch gerne betrachden..
        Macht weiter so macht spass mit euch den Trail zu lesen (laufen nur in gedanken.)

        lg Michael

        • Mit Fotos ist das etwas schwierig. Wir hatten schon länger keinen Zugang mehr zu einem schnellen Computer mit Internet, an dem wir unsere Fotos von den Kameras hochladen könnten. Bei nächster Gelegenheit werden wir dann den letzten Monat nachliefern.

        • Wir haben es geschafft, wenigstens die erste Hälfte von Woche 3 & 4 hochzuladen. Die Verbindung hier ist irre langsam (eine Minute pro Bild…)!

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