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Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Wann wird es endlich etwas wärmer? – Campsite nach Jenkins Shelter (mi 575, 2)

5 Kommentare

Heute Nacht wurde ich davon wach, dass der Regen auf unser Zeltdach geprasselt ist. Eigentlich ganz schön, wenn man im warmen Schlafsack liegt und der Regen so aufs Zeltdach prasselt.

Heute morgen hat es dann zum Glück schon nicht mehr geregnet. Um uns herum waren alle sehr früh auf den Beinen, vermutlich, um vor dem Regen davon zu laufen. Als ich um halb acht das Zelt aufgemacht habe, stand kein einziges anderes mehr da. Während wir unser Zeug zusammengepackt und gefrühstückt haben, kamen schon die Leute, die im Shelter geschlafen hatten, vorbei. Als erster Woodman, der sich wie immer pünktlich um 7:30h auf den Weg gemacht hatte. Ich bewundere ihn dafür, wie diszipliniert er jeden Tag zwölf Stunden lang seine Meilen geht. Er ist sehr langsam, aber dadurch, dass er so lange geht, schafft er doch so einiges. Ich hoffe, er wird uns noch ein Weilchen begleiten. Dann kamen Yooper und Big Red. Ich war verwirrt, weil ich eher Turtle und Snail erwartet hätte. Die kamen dann kurz nach ihnen vorbei. Wir haben uns ein Weilchen mit allen unterhalten und dann sind alle weitermarschiert.

Um kurz vor neun ging es dann auch für uns los. Da es aufwärts ging, war mir bald so warm, dass ich meine Hosenbeine runter gemacht habe. Trotzdem haben wir beide unsere Fleecepullis anbehalten, es war irgendwie ziemlich frisch draußen. Zu unserer Überraschung hatten wir Turtle und Snail schnell eingeholt. Die Erklärung dafür war jedoch, dass Turtle Schwierigkeiten mit seinem Schuh hatte, der ungünstig rieb und sie deshalb nicht in ihrer gewohnten Geschwindigkeit voran kamen. Sonst hätten wir sie wohl kaum vor dem Nachmittag gehabt, denke ich.

Heute sollte es auf eine Ridgeline gehen, die eine so schöne Aussicht bietet, dass sie „Gottes Daumenabdruck“ genannt wird. Wir waren gespannt, auf Aufstieg und Ausblick. Der Aufstieg war echt gut machbar, selbst die steilen Stellen gingen. Da es etwas wolkig war, machten wir uns Sorgen wegen des Ausblicks. Beim Hochgehen, kurz bevor wir oben beim Shelter waren, konnten wir hinter uns über die Berge sehen, es war wunderschön. Die frischen grünen Blätter an den Bäumen und die Wolken zauberten eine wunderbare Landschaft. Ich hab noch begeistert ein Foto geschossen, wie die Wolken an uns vorbei geschwebt sind und – Schwupps – steckten wir mitten drin. Da war dann natürlich nichts mehr mit Aussicht. Ein fieser Wind wehte und es wurde ganz schön kalt.

Zum Glück kam ein schönes Shelter. Das Chestnut Knob Shelter ist rundum geschlossen, was uns heute sehr entgegen kam. Trotzdem waren es angeblich nur sieben Grad drinnen – brrrr. Immer noch besser als draußen diese feuchte, kalte Luft und der Wind. Im Shelter war Animal, anscheinend eine Thru-Hiker-Legende. Woodman erkannte ihn und wir kamen ins Gespräch. Animal ist bekannt dafür, dass er sich von den Pflanzen der Appalachen ernähren kann. Er war ganz interessiert an meinen Morcheln von gestern und hat meine Theorie, dass sie gern neben Schirmchen wachsen, bestätigt. Die Schirmchen heißen „May Apple“ und haben wohl auch irgendwie essbare Früchte. Die sibd aber auch bis zu einem bestimmten Punkt giftig, ich hab nicht ganz verstanden, ab wann man sie essen kann. Also lass ich lieber die Finger davon. Schade, dass Animal diesmal als South Bounder unterwegs ist, ich würde so gerne von ihm mehr über die Pflanzen hier lernen.

Danach ging es wieder über so einen Bergrücken erst schön immer auf derselben Höhe und dann nach unten Richtung Jenkins Shelter. Es war so kalt, dass ich zwischenzeitlich sogar mit Handschuhen und Mütze gewandert bin! Das hatten wir seit Georgia nicht mehr. Natürlich hat es auch immer stärker geregnet. Beim Shelter angekommen, war dort nichts mehr frei, so dass wir im strömenden Regen unser Zelt aufbauen mussten. Mit Trick 17 haben wir das auch ganz gut hinbekommen. Sobald wir in unseren warmen trockenen Klamotten im Schlafsack lagen, wurde das ganze auch wieder schön. Aus organisatorischen Gründen gab es nur kaltes Abendbrot, das ging schneller und mit weniger Wasser. Ahso, kaum hatten wir das Zelt aufgebaut und alles im Trockenen, hat es natürlich aufgehört zu regnen.

5 Kommentare zu “Wann wird es endlich etwas wärmer? – Campsite nach Jenkins Shelter (mi 575, 2)

  1. eine frage:

    Was meint ihr denn mit schirmchen?
    sind das Pflanzen?
    LG

    Caillean

  2. Na Veronika die May Apple hättest Du Dir auch bei uns im Garten anschauen können. Zugegebener Weise aber nur sehr wenige.

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