5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Schon wieder bremst uns der Regen – Rice Field Shelter nach Bailey Gap Shelter (mi 654,0)

3 Kommentare

Die Nacht im Shelter war überraschenderweise erholsam. Also sind wir schon um 6:30h aufgestanden und waren um kurz nach halb acht auf dem Trail – so früh wie selten. Der Regen hatte nachgelassen, es regnete nur noch ab und an Lein paar Tropfen. Die besten Voraussetzungen also für einen 25-Meilen-Tag.

Nach zweieinhalb Meilen hatten wir unseren ersten Stopp des Tages, um Wasser zu holen. Keiner hatte Lust gehabt, den weiten Weg zur Wasserstelle am Shelter auf sich zu nehmen. Außerdem war sie nicht nur weit weg sondern auch ganz schön schlammig – jetzt ist unser neuer Filter wieder ganz verdreckt. Später heute haben wir von JD und Trip eine Feinstrumpfsocke bekommen, angeblich soll die die Lebensdauer unserer Kartusche erhöhen, wenn wir sie über den Grobfilter ziehen.

Entgegen unseren Erwartungen zog sich der Weg heute ziemlich in die Länge. Das Profil sah eigentlich ganz schön aus, es verbargen sich jedoch ein paar fiese Anstiege darin. Dazu kamen noch fiese Steine und Felsen, die im Weg lagen und unsere Regenklamotten, in denen uns unnötig heiß war. Kurz gesagt, es lief nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt hatten und wir kamen nicht so schnell voran, wie wir gedacht hatten. Das erste Shelter des Tages nach 12,5 Meilen hatten wir erst gegen viertel nach zwei erreicht – nach der Mittagspause war es dann schon fast drei, als wir dort losgingen. Zu dem Zeitpunkt fingen wir an, darüber nachzudenken, vielleicht doch schon früher zu stoppen.

Es folgte noch der Anstieg des Tages zum zweiten Shelter. Inzwischen war die Sonne rausgekommen und es war schwülwarm. Der Anstieg machte uns ganz schön zu schaffen. Kurz vor dem Shelter holten wir Yooper und Big Red ein. Da war der Plan, nicht die 25 Meilen zum Shelter danach voll zu machen, aber wenigstens noch die zwanzig bis zur nächsten Campsite. Am Shelter angekommen, sahen wir die dunklen Wolken am Horizont. Auf die Frage in die Runde, ob es heute Nacht gewittern solle, war Donnergrollen zu hören. Wir nahmen das als Zeichen dafür, dass es besser war, hier zu bleiben. Kaum hatten wir die Entscheidung gefällt, hier zu bleiben, fing es an zu regnen.

Da es nur leichter Regen war, haben Yooper und ich die Gelegenheit genutzt, noch schnell Wasser zu holen. Kaum waren wir zurück, fing es heftiger an zu regnen. Trip und JD waren tropfnass, als sie ankamen. Wir sind hier alle echt froh, dass wir es wieder gerade eben ins Trockene geschafft haben.

Gegen halb neun, als wir alle schon in den Schlafsäcken lagen, kam Greyhound an, ein Hiker, der es 1998 bis Pearisburg geschafft hatte und heute seinen zweiten Tag zurück auf dem Trail hat. Seinen Bart hat er wohl seit damals nicht geschnitten und seine Ausrüstung könnte auch noch die gleiche sein – eine sehr beeindruckende Begegnung heute auf dem Trail. Obwohl das Shelter mit uns Sechsen eigentlich voll ist, hatten wir innerhalb kürzester Zeit Platz für ihn geschaffen. Er zog dann aber doch sein Zelt vor. Uns allen tut er gerade sehr leid, weil kaum dass er weg gegangen war, der Regen so heftig wurde, dass wir hier drinnen noch davon angeweht wurden. Ich hoffe, er hat schon einen guten Platz gefunden und ist schon so gut wie im Trockenen.

Das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen: wir haben an dem Tag als wir nach Pearisburg gegangen sind übrigens die 1000-Kilometer-Marke geknackt! Das fühlt sich großartig an!

3 Kommentare zu “Schon wieder bremst uns der Regen – Rice Field Shelter nach Bailey Gap Shelter (mi 654,0)

  1. Ihr habt wohl wirklich ein Händchen dafür, gerade noch eben so trocken in einem Shelter unterzukommen 🙂 Gratulation zum Tausender, bestimmt ein geniales Gefühl!

  2. Congratulations! 1.000km – super! 🙂

  3. Gratulation zum Tausender, weiter so!!! Hoffe, dass Ihr bald besseres Wetter habt.

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