5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Sarver Hollow Shelter nach Pickle Branch Shelter – 25,76km

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Um sechs Uhr, als die Vögel bei Sonnenaufgang angefangen haben zu singen, bin ich aufgewacht. Und habe mich umgedreht und weiter geschlafen. Um halb sieben, als die Streifenhörnchen wild fiepend um die Zelte rannten, bin ich wieder aufgewacht. Und habe mich umgedreht und weiter geschlafen. Um sieben, als der Wecker geklingelt hat, bin ich wieder aufgewacht. Und?! Genau! Aus dem Zelt neben uns war aber auch nichts zu hören. Nach dem langen Tag gestern, wollte einfach niemand aufstehen.

Halb acht war dann aber Schluss mit lustig! Was jetzt nicht heißt, dass wir in übertriebene Aktivität ausgebrochen sind. Es hat noch zwei weitere Stunden gedauert, bis wir uns daran gemacht haben, die 300 Fuß vom Shelter zurück nach oben auf die Ridge Line und den Trail zu klettern. Danach waren wir aber zumindest aufgewärmt. Das war auch nötig, denn was im Profil aussah wie eine schöne Geradeausstrecke ohne größere Steigungen, entpuppte sich als felsiger Grat, der nach rechts in einem 45 Grad Winkel abfiel. Nicht gefährlich, zumindest bei diesem Wetter, aber recht anstrengend für die Fußgelenke. Die Ausblicke ins nächste Tal haben uns für die Schmerzen entschädigt.

Bei der ganzen Kletterei habe ich dann bemerkt, das mein neuer, in Marion gekaufter, Wanderstock keine spitze mehr hat. Der Stahlstift ist jetzt schon komplett abgenutzt. Mal sehen wo der nächste Walmart ist, dann werde ich versuchen, ihn umzutauschen. Das wird ein Spaß, wenn ich mir alle 150 Meilen einen neuen Stock besorgen muss. Bevor ich aber 60$ in ein neues Paar in einem Outdoorladen investiere, versuche ich es wohl mit der Umtauschorgie. Mal sehen, wie weit ich damit komme.

Bei unserer Pause am Niday Shelter haben wir Bamboo (den jüngeren) wiedergetroffen. Er wird immer noch von Morning Kid verfolgt. Die Hoffnung auf einen Rest der gestrigen Trail Magic an der nächsten Straße hat uns von dort aus alle den Berg hinunter getrieben. Auf dem Weg nach unten stand plötzlich ein Reh neben dem Trail. Eigentlich sind die ja ziemlich schreckhaft. Dieses Exemplar war aber anscheinend an Wanderer gewöhnt und posierte geduldig nur 10 Meter neben dem Weg. Unten angekommen war weit und breit nichts mehr von gestern zu entdecken und wir mussten mit unserem eigenen Essen vorlieb nehmen.

Frisch gestärkt ging es über Brush Mountain. Davon scheint es auf dem Weg nach Maine mehrere zu geben. Veronika ist mit einem Affenzahn vorne weg gerannt! Nach nur einer Stunde waren wir oben und haben dann zwei weitere gebraucht, um wieder nach unten zu kommen. Da es am nächsten Shelter nur in einiger Entfernung Wasser gibt und wir auch nicht direkt dort zelten können, haben wir im Tal unsere Flaschen aufgefüllt und sind dann die letzten 1,5 Meilen nach oben geklettert. Am Weg zum Shelter stehen jetzt unsere Zelte und morgen früh geht es ganz bestimmt zeitiger los!

Ah ja, es ist wieder ein Teil unserer Ausrüstung kaputt gegangen. Dieses Mal hat es den Alkoholkocher erwischt. Veronika hat den Dichtungsring übersehen und mit angezündet. Entweder brauchen wir jetzt einen neuen Kocher, oder wir bekommen eine neue Dichtung oder wir müssen immer genau die nötige Alkoholmenge einfüllen und ihn dann leer brennen lassen.

Noch 2.392km

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