5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Endlich trocken! – Sarver Hollow Shelter nach Pickle Branch Shelter (mi 691,1)

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Es war wirklich schön, endlich mal wieder im Zelt zu schlafen. Und auch wenn das Sarver Hollow Shelter eines der schönsten Shelter ist, die wir bisher gesehen haben, mit vielen Schlafplätzen und einem großzügigen, überdachten Essbereich, haben wir sicher gut daran getan, die kalte Nacht im Zelt zu verbringen. Die beiden Southbounder, die uns gestern Abend vorgeschlagen hatten, die Zelte doch im Shelter aufzustellen, haben ganz schön gefroren im Gegensatz zu uns.

Uns war so wohlig in unseren Schlafsäcken, dass wir alle erst um halb acht aufgestanden sind. Danach waren wir auch nicht sehr flott unterwegs, vielleicht weil die Sonne uns so schön wärmte, so dass wir erst um halb zehn abmarschbereit waren. So richtig los ging es aber erst gegen zehn, das Shelter lag doch ganz schön weit weg vom Trail und wir mussten, oben angekommen, schon diverse Anpassungen an unserer Kleidung vornehmen.

Der Weg ging heute zunächst einen Berggrat entlang. Das war echt toll, wir hatten atemberaubende Ausblicke auf die sanften grünen Berge Virginias. Dank des vielen Regens in letzter Zeit sehen sie so richtig saftig grün aus. Allerdings führte der Weg die meiste Zeit über große Felsen, die relativ steil Richtung Abgrund abfielen. Kurzfristig machte mir das heute echt Spaß, es war mal was anderes und das Wetter war ideal für solche Klettereien. Allerdings sollen die White Mountains durchgehend so und schlimmer aussehen, das kann spannend werden.

Kurz nach der Kraxelei sind wir unserer ersten Eidechse seit langem begegnet. Sie ließ sich sogar fotografieren, wahrscheinlich hat sie auf halbem Weg den Baum hoch gemerkt, dass sie mal schlanker war. Ein ganz schön dicker Brummer, aber hübsch gefärbt. Beim ersten Shelter unten haben wir Bamboo wieder getroffen. Er hat es endlich geschafft, uns einzuholen. Seit Damaskus war er uns einen halben Tag hinterher gewesen.

Gleich nach dem Shelter hüpfte ganz erschrocken ein Reh ins Gebüsch, als wir darauf zugingen. Als es dann aber im Gebüsch war, ließ es sich nicht mehr von uns stören und mampfte seelenruhig junge Blätter während wir wenige Meter weiter standen und Fotos von ihm schossen. Nur durch Bamboo war es dann so irritiert, dass es doch weghüpfte. Allerdings nicht weit, da Yooper und Big Red ihm kurz danach auch begegneten.

Von der Hiker-Fütterung gestern waren keine Spuren mehr zu sehen als wir zur Straße runter kamen. Nicht mal ein paar übrig gebliebene Softdrinks waren da. Also gab es heute nur unser normales Mittagessen. Danach ging es den Anstieg des Tages hoch, der mir sehr leicht fiel. Frank war ganz begeistert, was für ein Tempo ich dabei gehalten habe. Oben angekommen haben wir einen kleinen Umweg gemacht, um das Denkmal für dem meistdekorierten US-Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg zu bewundern.

Der folgende Abstieg zog sich ziemlich in die Länge. Danach ging es hoch zum Shelter, wo wir erst die vollen 0,3 Meilen runter zum Shelter liefen nur um dann zurück zur ersten Campsite zu gehen und dort unser Zelt aufzuschlagen, weil unten nichts vernünftiges zu finden war. Kurzzeitig haben wir noch alle Panik geschoben, weil ein paar Regentropfen gefallen sind, aber jetzt ist alles wieder trocken. Wir haben vorher Koyoten heulen gehört und Yooper hat eine Sternschnuppe gesehen, das sind die besten Voraussetzungen für eine gute Nacht.

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