5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Wilson Creek Shelter nach Bryant Ridge Shelter – 33,28km

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Die Gewitter haben uns nicht lange verschont. Um viertel vor zwölf ging es los. Aber so richtig! Von jetzt auf gleich öffnete der Himmel alle Schleusen und es regnete, wie es hier bisher noch nicht geregnet hat. Es prasselte so laut auf unser Zelt, dass ich nicht mal den Donner hören konnte, der auf die vielen Blitze gefolgt sein muss! Es kann aber nicht weit weg gewesen sein, denn es war immer wieder taghell wenn es geblitzt hat.

Nicht lange und wir mussten feststellen, dass das Zelt nicht für solche Naturgewalten gemacht ist. Ob wir nun das Innenzelt zu weit nach außen gedrückt haben, oder ob das Außenzelt durch das viele Wasser zu sehr an Spannung verloren hat, oder ob der vom Boden hoch spritzende Regen Schuld war, wir bekamen jedenfalls die ganze Zeit feine Tropfen ab und mein Schlafsack war auf der einen Seite ziemlich nass. Als es zwischendurch ein wenig nachließ, haben wir unsere Sachen gepackt und sind ins Shelter umgezogen. So schnell haben wir das Zelt noch nie leer bekommen! Neben Trip und JD war noch genug Platz und um halb eins lagen wir wieder trocken und sicher. Keine Minute zu zeitig, denn es folgte der zweite Akt in dieser Gewitteroper…

Um sieben, als wir so langsam aufgestanden sind, war alles vorbei und es waberte nur noch der Nebel um uns herum. Im Zelt war es ziemlich trocken, waren wohl wirklich wir Schuld an dem nassen Schlafsack, nur von außen sieht es aus wie Sau. Der ganze Dreck, der vom Boden nach oben gespritzt ist, klebt jetzt auf den unteren 20 Zentimetern. Wir haben es noch eine Weile zum Trocknen aufgehängt, aber gebracht hat das nicht wirklich etwas.

Während des Frühstücks ging die Diskussion los, wo man heute hingehen könnte, wollte, würde. Laut Trips Handy sollte es am Nachmittag bzw. in der Nacht wieder Starkregen geben und das wollte sich niemand im Zelt antun. Es gab laut dem Guide drei Optionen: 14 Meilen zu einem Shelter ohne Wasser, 16 Meilen zu einem Zeltplatz auf dem aber keine Cabin mehr frei war oder 21 Meilen zu einem der größten Shelter auf dem Trail. Trip und JD mussten zum Campingplatz, weil sie Vorräte nachkaufen mussten, Booboo hatte noch keinen wirklichen Plan und wir anderen vier wollten in den sauren Apfel beißen und uns die 22 Meilen antun.

Letztendlich war es aber gar nicht sooo schlimm. Wir waren den ganzen Tag (für unsere Verhältnisse) extrem schnell unterwegs. Anscheinend brauchen wir das schlechte Wetter für unsere großen Etappen. Es hat zwar nicht mehr geregnet, dafür war aber den ganzen Tag die Luftfeuchtigkeit ziemlich hoch. Das macht die Anstiege nicht einfacher und wirklich trocken ist man dabei auch nicht. Zumindest den Molchen scheint die Witterung gefallen zu haben. Bis zum Abend haben wir genau 40 von den kleinen, orangenen Gesellen gezählt.

Jetzt liegen wir zu viert in einem 20 Personen Shelter. Ich hoffe, die Mäuse lassen uns und unsere Sachen in Ruhe! Ich habe schon die ein oder andere hier rumflitzen sehen…

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