5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Können wir dem Wetter trauen? – Highway 501 nach Brown Mountain Creek Shelter (mi 800,3)

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Selbst hier auf dem Trail werden wir wohl nicht unbedingt zu Frühaufstehern mutieren. Wir hatten den Shuttle gestern für acht Uhr bestellt und mussten dementsprechend heute morgen um sechs aufstehen. Duschen, Haare machen, Rucksack packen, Essen bei Burger King holen und essen, nochmal Wetterbericht gucken und Emails checken braucht schon seine Zeit. Ausnahmsweise waren wir heute mal recht flott und pünktlich mit allem fertig als Gary kam um uns abzuholen.

Die Fahrt zurück zum Trail war irgendwie viel länger als in die Stadt rein und auch kurviger. Yooper und mir war danach ziemlich übel. Da Gary uns, um uns etwas Weg zu ersparen freundlicherweise auf der Straßenseite abgesetzt hat, auf der es weitergehen sollte, mussten Frank und ich nochmal zurück zu dem anderen Parkplatz gehen. Wir wollen ja schließlich den kompletten Weg gemacht haben und nichts auslassen! Als ich meinen Rucksack aufsetzte und den Brustgurt zumachen wollte, riss mein Gurt aus der Halterung. Frank kam natürlich gleich an, als ich sagte, dass ich meinem Rucksack kaputt gemacht habe, um zu gucken, was ich angestellt hatte. Die Naht hatte den Geist aufgegeben. Der berühmte deutsche Ingenieursgeist kam bei Frank durch und mit einem gezielten Knoten hatte er das Ding repariert. Dann konnte es endlich losgehen.

Unten in der Stadt hatte es noch recht neblig und trüb ausgesehen. Oben jedoch war strahlender Sonnenschein und es sah nach einem warmen Tag aus. Den Weg zum ersten Shelter schienen heute noch nicht viele Leute entlang gewandert zu sein, da er voller Spinnweben hing, die ich alle schön im Vorbeigehen mit meinem Körper einsammelte. Wir hofften darauf, dass noch möglichst viele Leute bei den Traildays wären, so dass wir alle einen Platz im Shelter abends bekommen würden.

Im ersten Shelter sah es auch noch gut aus, nur Professor hatte sich gestern eingetragen. Am ersten Anstieg jedoch wurden wir von ein paar sehr schnellen Hikern überholt. Während wir völlig in Schweiß zerflossen und ziemlich aus der Puste waren tänzelten sie mit ihren kleinen Rucksäcken vorbei. Bei einem besonders kleinen Rucksack fragte Frank dessen Besitzer, ob das ein Tagesrucksack sei. Daraufhin wurden wir aufgeklärt, dass das sein normaler Rucksack sei, mit Schlafsack, Wechselklamotten und Essen für zwei Tage drin. Sein ganzer Rucksack sieht ungefähr so schwer aus wie bei mir allein der Essenssack. Allerdings möchte ich auch nicht seinen Schlafsack gehabt haben bei den Temperaturen, die wir teilweise hatten. Da er allerdings dank seines kleinen Rucksacks so schnell ist, konnte er auch deutlich später starten als wir und hatte dementsprechend nicht so fies kaltes Wetter.

Mit zunehmender Hitze fiel es mir heute schwerer mit dem Wandern. Aber ich hab mich trotzdem über das schöne Wetter gefreut – viel besser als Regen! Da wir Angst hatten, dass wir im Shelter keinen Platz mehr kriegen würden und für heute Abend und Nacht Gewitter sufziehen sollten, haben wir im Laufe des Tages den Plan entwickelt, zurück nach Buena Vista zu fahren und eine weitere Nacht im Hotel zu verbringen. Leider hatten wir die ganze Zeit über kein Netz, so dass der Plan, Gary anzurufen wegen des Shuttles, fehlschlug. Da wir erst gegen neun, halb zehn abends unten an der Strasse angekommen wären, wollten wir auch nicht mehr hitchiken.

Also sind wir jetzt doch am Shelter geblieben und zelten. An dem Shelter hier gibt es einen etwas tieferen Bach, der als Schwimmstelle im Buch steht. Nach so einem heißen Tag genau das Richtige! Das Wetter sieht auch nicht so aus als ob es noch regnen würde. Und unser Platz heute ist richtig gut. Es tut mir wirklich leid, dass ich heute einer Schlange auf den Schwanz getreten bin. Es war eine harmlose kleine schwarze Schlange – ich hoffe, ich habe sie nicht verletzt.

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