5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Erfrischendes Wetter – The Priest Shelter nach Campsite (mi 845,0)

Hinterlasse einen Kommentar

Frank und ich sind heute erst gegen halb sieben aufgewacht – wir hatten gestern keinen Wecker gestellt. Um kurz vor acht waren wir dann die letzten, die das Shelter verließen, sogar die zwei Mädels, die erst seit vorgestern auf dem Trail sind, waren schneller und auch der Kerl, der sich zum Frühstück tatsächlich echte Eier mit richtigem Speck gebraten hatte (während wir alle mit wässrigem Mund um ihn herumstanden).

Kaum waren wir losgegangen und hatten die beiden Mädels überholt, als Franks Walmart-Stecken endgültig den Geist aufgab. Er brach einfach am unteren Segment entzwei und selbst mein findiger Runner Up konnte ihn nicht mehr reparieren. Nach einigem Hin und Her und ein paar Metern mit nur einem Stecken konnte ich Frank doch davon überzeugen, sich einen Haselnussstecken von mir zurecht schneiden zu lassen. So kam nun auch endlich mal die Säge meines Taschenmessers zum Einsatz. Den endgültigen Feinschliff hat er dann doch selbst übernommen und auch die Handschlaufe des Walmart-Steckens wiederverwertet – für ein Provisorium echt schick! Allerdings echt schwer, in Waynesboro werden wir ihm wohl neue Stecken kaufen, allerdings nicht bei Walmart.

Der Abstieg von The Priest fiel uns heute überraschend leicht und auch der Anstieg zu den drei Ridges war weniger anstrengend als erwartet. Es war heute allerdings auch angenehm kühl den ganzen Tag über. Zum Glück hat es heute nicht mehr geregnet, das wäre grausig geworden mit der Kälte und dem Wind. So aber war es perfektes Wanderwetter, kühl und trocken. Irgendwann mitten im schönsten Aufstieg schoss plötzlich aus dem Gebüsch zu unserer Linken ein aufgeschrecktes Fasanenweibchen mit einem lauten Schrei hervor. Uns beide hat es ganz schön gerissen! Das Fasanenweibchen benahm sich sehr seltsam, es führte eine Art Tanz auf, die es verletzt aussehen ließ. Das brachte mich auf die Idee, dass es uns von seinen Jungen ablenken wollte. Ein Blick ins Gebüsch links ließ uns ein paar verschreckt herumirrende Küken sehen. Um nicht noch mehr Aufregung zu verursachen bewegten wir uns zügig weiter, damit die Mama wieder zu ihren Kleinen zurück konnte.

Später als wir uns irgendwo in einem Abstieg befanden hüpfte links unter uns etwas Großes durchs Gebüsch. Es war etwas zu dunkel für ein Reh – es war ein Truthahn! Das sind ganz schön große Viecher! Bloß gut, dass der Truthahn nicht so aus dem Gebüsch gehopst ist wie das Fasanenweibchen – ich wäre vor Schreck bestimmt gestorben!

Danach hatte ich es eigentlich nur noch eilig zu der Campsite zu kommen, um endlich schlafen zu dürfen. Wenn ich nicht so motiviert gewesen wäre, morgen frühzeitig in die Stadt zu kommen, hätte ich bestimmt beim zweiten Shelter gestoppt für heute. So allerdings haben wir uns tapfer über zwei steile Anstiege und eine windige Klippe hierher zur windigen Campsite gekämpft. Die Zelte stehen zum Glück einigermaßen geschützt. Allerdings ist es echt fies kalt, so um die fünf Grad waren es vorher. Das hatten wir schon länger nicht mehr – gut, dass wir schon wieder trocken sind und unsere Wintersachen bei uns haben!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s