5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Trail Magic im Park – Loft Mountain Campground nach Hightop Hut (mi 899,4)

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Wider meiner pessimistischen Erwartungen hatte es heute Nacht doch nicht geregnet. Allerdings war der Himmel beim Aufstehen ganz schön fies bewölkt, so dass wir gleich erstmal unsere Regenhüllen über die Rucksäcke gezogen haben. Wir hatten auch ein paar Tropfen abbekommen und deshalb in panischer Eile unser Zeug eingesammelt. Das hatte den Vorteil, dass wir ausnahmsweise mal richtig schnell fertig waren und das, obwohl die Toilette ziemlich weit von unserem Zeltplatz entfernt war.

Umso schneller konnten wir also Richtung Dusche und Frühstück aufbrechen. Mir war klar, dass die Duschen und der Campstore irgendwo am anderen Ende vom Zeltplatz waren. Ich dachte allerdings, ich dürfte erst duschen und mein richtiges Frühstück essen bevor ich dann um nicht zu blue-blazen (so heißt es, wenn man statt den White Blazes zu folgen über einfachere/bequemere Nebenstrecken abkürzt) ein Stück Trail nachholen würde. Falsch gedacht, ich hatte mir die Karte nicht so genau angeschaut und es war sinnvoller, erst zurück zu unserem Zugang von gestern zu gehen und dann parallel zu der Strecke, die wir vom Zeltplatz dorthin gegangen waren, auf dem Trail Richtung Campstore zu gehen. Mein Entsetzen war ziemlich groß, als ich das merkte und es wurde nicht besser dadurch, dass wir uns auf dem Campingplatz in Richtung Trail verliefen. Noch mehr unnötige Meilen ohne Frühstück! Armer Frank, er war völlig baff und überrumpelt von meinem heftigen Protest. Aber als ich dann eingesehen hatte, dass das die sinnvollere Lösung war, bin ich auch wieder brav voraus gelaufen.

Das Essen im Campstore war vor allem teuer und von der Auswahl her nur begrenzt auf Thru-Hiker abgestimmt. Die Dusche mussten wir auch extra bezahlen, aber sie hat uns allen sehr gut getan, das war das Geld wohl wert.

Das beste war, dass es nach der Dusche gleich weiter zu unserem ersten „Wayside“ ging. So heißen hier die Souvenirshop-Restaurants entlang des Skyline Drives. Total toll, nur zwei Meilen nach dem Frühstück gab es Mittagessen mit Burgern, Pommes, Softdrinks, Milkshakes und Bier! Als wir ankamen, waren die einzigen Gäste außer uns Vieren nur weitere Thru-Hiker. Später kamen dann noch überwiegend Biker und ein paar andere Touristen rein. Sweet Tooth hat auch kurz reingeschaut, weil sie unsere Rucksäcke draußen gesehen hatte. Schön, sie wiederzusehen.

Danach kam dann der anstrengendere Teil des Tages, wir mussten noch zwölf Meilen wandern. Durch unsere ganzen Pausen war es schon ziemlich spät und dementsprechend heiß. In unserem vollgefressenen Zustand war das Wandern kein großes Vergnügen. Die Hügel erschienen viel steiler als erwartet, die Meilen viel länger. Trotz allem kamen wir flott voran und konnten ein paar längere Pausen machen.

Das beste war, als wir ziemlich verschwitzt und fertig an einem der vielen Gaps ankamen, an denen der AT auf den Skyline Drive trifft. Ich sah eine Kühltasche dort stehen und hoffte natürlich gleich auf Trail Magic. Und tatsächlich, neben der Truhe stand ein Schild, dass wir Thru-Hiker uns eine Pause verdient hätten. Und in der Kiste lagen ein paar leere Dosen und noch genau vier immer noch kalte Bier! Total großartig, ich hatte kurz vorher noch zu Frank gesagt, dass ich gerne ein kühles Bier hätte! Wir haben uns jeder eins geschnappt und wollten auf Yooper und Big Red warten, um ihre freudigen Gesichter zu sehen. Da kam Gefahr auf, zwei unbekannte Wandererinnen. Als sie hörten, dass Bier in der Box sei, wollte sich die eine gleich begeistert darauf stürzen. Die andere bremste sie aus mit den Worten „das ist nicht für uns, das ist für Thru-Hiker“. Und sie hat sich echt keins genommen! Kurz danach kamen Yooper und Big Red und konnten ihr Glück kaum fassen. Die beiden Mädels haben durch diese Aktion auf jeden Fall einen Stein im Brett.

Danach ging es dann flott weiter zum Shelter. Hier im Nationalpark heißen die Shelter Huts und bieten immer deutlich mehr Platz als angegeben. So haben wir hier auch alle Platz gefunden, sogar noch Tuckboat und Life Raft, die erst ziemlich spät angekommen sind. Tuckboat hatte innerhalb kürzester Zeit kurz vor dem Shelter zwei Bären gesehen. Ausnahmsweise waren wir also mal nicht zu spät sondern zu früh – sie scheinen wohl mit der Dämmerung rauszukommen. Bei den vielen Sichtungen von Bären in den letzten zwei Tagen hoffe ich, dass wir auch bald einen sehen werden.

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