5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Stinkbugs – Gravel Springs Hut nach Jim & Molly Denton Shelter (mi 970,3)

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Das erste Mal wurden wir heute früh alle um fünf wach, weil Agent Orange und Engineer (nachdem sie gestern Abend extrem spät im Shelter angekommen waren und alle umziehen lassen wollten, damit sie beide unten schlafen könnten – letzteres konnten wir ihnen dann doch noch ausreden) einen extra frühen Start hinlegen wollten und ihren Wecker nicht hörten. Als wir dann wieder eingeschlafen waren war auch schon Aufstehzeit. Zur Zeit stehen die meisten Hiker immer um sechs auf, um früh loszukommen und schon ein paar Meilen zu schaffen bevor die große Hitze aufkommt.

Schon beim Losgehen war klar, dass es heute deutlich wärmer werden würde als gestern. Bis zur Mittagspause im ersten Shelter nach dem Shenandoah Nationalpark haben wir trotz dieser Hitze und der extremen Müdigkeit ganz gut durchgehalten. Beim Shelter, das übrigens sehr schön und sauber war, wurden wir jedoch so richtig müde. Ich hab die Gelegenheit genutzt und einen kurzen Mittagsschlaf gemacht. Als wir weitergingen waren wir trotzdem nicht wirklich munter und erfrischt, im Gegenteil, die Hitze schien noch drückender und wir quälten uns ziemlich. Auch dass wir uns beim Wasserholen die Buffs wieder mit Wasser getränkt und über den Kopf gezogen haben hat nicht wirklich geholfen. Und dann kam auch noch ein recht langes Stück Weg ohne Schatten.

Es ging an Wohnhäusern entlang und vor einem der Häuser stand ein Kühler mit Trinkwasser, daneben lag eine Einladung kostenlos auf dem Front Yard zu schlafen. Wir hatten gerade frisches Wasser geholt und wollten auch noch weiter, sind aber trotzdem dankbar dafür – was für liebenswerte Leute hier doch überall sind! Am Ende dieses Wegabschnitts angekommen, sah ich einen Tisch mit noch einem Kühler und allerlei Essbarem stehen. Ich war mir nicht ganz sicher, ob es Trail Magic sei, aber ich hoffte schwer darauf. Als wir uns dem Tisch näherten sprangen sofort zwei dahinter sitzende Leute auf und hießen uns Willkommen. Scott Jenkins, ein Southbounder der letztes Jahr mit seinem Sohn einen Thru-Hike gemacht hatte, und seine Frau wollten zur Feier des „National Trail Days“ Hikern etwas Gutes tun. Es gab eisgekühlte Zitronenlimonade (wie die hausgemachte, schön sauer) oder Wasser, Hot Dogs, Orangen, diverse Riegel und eine Menge nützlicher Dinge wie Sonnencreme und Anti-Insektenspray. Die beiden waren total lieb und fürsorglich. Aufgrund der Hitze haben Frank und ich dann nur Unmengen von dieser großartigen Zitronenlimonade getrunken und eine Orange gegessen, alles andere hätte zu schwer im Magen gelegen. Diese Trail Magic kam gerade im richtigen Moment und hat uns wieder aufgebaut – wirklich magisch. Danach ging es viel leichter weiter, wir kamen viel besser voran, es war großartig. Vielen herzlichen Dank an die beiden! Ich wünsche ihnen viel Erfolg mit ihrem B&B, das sie demnächst in Front Royal eröffnen wollen.

Der Weg zum Shelter fiel uns danach viel leichter als der Rest des Tages vorher. Wir waren früher als erwartet da, schon gegen halb sieben. Leider war das Shelter hier etwas enttäuschend, ich hatte mir nach der Beschreibung im Buch mehr versprochen. Die vielgelobte Dusche ist kaputt und die Privy ist eine von den richtig ekligen (zu Dreck und Gestank gesellten sich noch eine Riesenspinne mit einem Körper von der Größe einer 1-Euro-Münze und ein totes Eichhörnchen auf dem Weg dorthin). Das ist echt schade, weil die Privy im Ursprung offensichtlich mal mit sehr viel Liebe eingerichtet wurde. Das Shelter an sich ist allerdings echt schön, geräumig und mit vielen Sitzgelegenheiten auf der Front Porch. Das Vogelnest innen stört etwas, so eins hatten wir auch letzte Nacht schon und dazu noch ein wohlgenährtes Sheltermäuschen, das Franks Klopapier angenagt und mich nachts wachgehalten hatte. Hier gibt es außerdem Unmengen von Wanzen, die aus gutem Grund hierzulande Stinkbugs heißen. Mal gucken, wie die Nacht wird. Ich kann es kaum erwarten, dass mal keine Gewitter vorhergesagt werden und wir wieder zelten können!

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