5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Jim & Molly Denton Shelter nach Rod Hollow Shelter – 29,44km

Ein Kommentar

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Pünktlich zum Start heute früh zogen die ersten dunklen Wolken auf. Es war etwas kühler als die letzten Tage aber die Luftfeuchtigkeit hatte nochmal kräftig zugelegt. Schon nach der ersten viertel Stunde war mein T-Shirt komplett nass geschwitzt. Die Trail Magic, die an der ersten Straße stand, kam mir da gerade recht. Pappsüße Getränke sind fast immer gut. Meistens stehen sie in einer Kühlbox und sind so kalt und erfrischend und dann wirkt der viele Zucker zumindest für die zwanzig folgenden Minuten. Man merkt richtig, dass man einfacher den Berg hoch kommt. (Oder bildet es sich ein…)

Der ganze Weg war auf den ersten Meilen übersät mit kleinen Löchern. Vor ein paar Tagen dachte ich noch, das seien Wanderstecken gewesen, aber gestern haben wir gelernt, dass das von den Zikaden, die seit Tagen einen Höllenlärm machen, kommt. Die kriechen wohl nur alle 17 Jahre aus der Erde und häuten sich. Die alten Hüllen hängen auch überall in den Sträuchern. Das sieht so makaber aus! Irgendjemand sollte mal recherchieren, was es mit den Viechern auf sich hat…

Die Vorhersage für heute lautete: Isolated Thunderstorms mit 60% Regenwahrscheinlichkeit. Das heißt einzelne Gewitter können einen erwischen und vielleicht regnet es auch. Für uns: es wird gewittern und kräftig regnen und mit großer Wahrscheinlichkeit genau da wo wir grad unterwegs sind! Bis zum frühen Nachmittag hatten wir Glück. Gegen elf gab es den ersten Nieselregen, der wirklich angenehm war und sich mit schwül warmem Wetter abwechselte.

Erst als wir die letzten fünf Meilen in Angriff genommen haben, begann es links von uns zu donnern. Erst etwas weiter weg, dann etwas näher, dann zog es von uns weg und dann bog der Weg nach links ab… Als es über den Highway in Highway in Ashby Gap ging konnte ich sehen, was sich da zusammen braute. Unschön! Wir wollten also so schnell wie möglich zum Shelter. Zwei Dinge helfen dabei besonders gut: Erstens natürlich Trail Magic in Form von Sodas. Die zweite heute! Die Styroporbox war leider kaputt und die Dosen entsprechend warm, aber ein Mountain Dew kann man auch so in Nullkommanix runterstürzen. Zweitens hilft, wie ich ja schon mal erwähnt hatte, schlechtes Wetter! Als es ein wenig kräftiger zu regnen begann, legte Pacemaker den nächsten Gang ein und stürmte vorwärts.

Nach all dem Geschwitze war das kühle Wasser auf der Haut wirklich angenehm und durch das Blätterdach kam auch nicht zuviel unten bei uns an. Irgendwie hatten wir die Hoffnung, noch halbwegs trocken anzukommen. Dabei war mir längst klar, dass es spätestens auf der letzten halben Meile anfangen würde zu schütten. Tat es aber nicht, es begann erst bei 0,4 Meilen vor dem Shelter… So warm wie es heute war, war das aber nicht ganz so schlimm. Wir haben genug trockene Klamotten, einen Platz im Shelter, morgen einen kurzen Tag vor uns und dann können wir alles im Hostel trocknen!

Nach Mitternacht soll es richtig losgehen und morgen früh noch leicht regnen. Das Blechdach über uns wird es wohl aushalten. Nur laut könnte es wieder mal werden. Vielleicht hat der Sturm sich aber auch schon über dem mittleren Westen abreagiert und kommt nur noch als Stürmchen hier an. Wie wir heute von Onyx gehört haben, hat es wohl Oklahoma schon wieder kräftig erwischt.

Noch 1.916km

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  1. In den USA leben Singzikaden, die sich nur alle 13 oder 17 Jahre paaren. Beispielsweise verlässt die amerikanische Magicicada septendecim erst nach genau 17 Jahren ihr unterirdisches Versteck, um sich in einem Zeitraum von etwa drei Wochen zu vermehren. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven leben unterirdisch, bis sie wiederum in 17 Jahren fast taggleich an die Erdoberfläche kriechen. Warum sie erst nach 17 Jahren aus ihrem unterirdischen Versteck krabbelt, hat ein chilenisch-deutsches Forscherteam herausgefunden. 13 und 17 sind Primzahlen. Da ihre Feinde und Konkurrenten meist in 2-, 4- oder 6-Jahres-Rhythmen leben, können die Zikaden ihre Überlebenschancen steigern, indem sie sich in den „geburtenschwachen“ Jahrgängen ihrer Fressfeinde fortpflanzen. Während ihres kurzen oberirdischen Lebens von Mitte Mai bis in den Juni richten die Zikaden trotz ihres massenhaften Auftretens keine Schäden an. 17 Jahre lang haben sie gewartet, nun ist es so weit: Im Dunkel der Nacht werden Millionen und Abermillionen von Zikaden aus dem Erdreich krabbeln. Kaum aus der Larvenhülle geschlüpft und die Flügel getrocknet, werden sich die blau-schwarzen Insektenmännchen mit ihren hervorstechend roten Augen bald in Scharen auf Büschen und Bäumen sammeln und im Chor den Paarungsgesang für die wartenden Weibchen anstimmen.
    . Die so genannte „Brut X“ – die größte ihrer Art unter den nur alle 13 oder 17 Jahre periodisch auftretenden Zikaden in Amerika – kam in Washington zuletzt 1987 ans Tageslicht.
    Jetzt durchziehen centgroße Erdröhren, aus denen in der Nacht bereits erste Insekten krabbeln, vor allem den baumreichen Nordwesten der US-Hauptstadt. Neben Washington, das als Epizentrum gilt, werden Zikadenschwärme in 14 US-Bundesstaaten von New Jersey bis nach Georgia einen kurzen Liebessommer zur Sicherung der nächsten Generation erleben – und in Massen von bis zu drei Tonnen pro Hektar das Land überfluten. In Europa treten Zikaden nur in einigen Teilen Ex-Jugoslawiens auf, und dann auch alle paar Jahre und nicht in einem so großen zeitlichen Abstand wie in Amerika.
    Zwar ist Wissenschaftlern bislang noch unklar, wie die Insekten ihre Zeituhr für das Auftauchen nach exakt 17 Jahren im Erdinnern zu stellen wissen. Die Masse, in der sie auftreten, macht jedoch sogleich Sinn: Nur die Stärksten überleben und können das Weibchen begatten, das reisgroße Eier in dünne Baumzweige legt und danach, ebenso wie zuvor das Männchen, stirbt. Andere Zikaden werden von Vögeln oder Kleintieren aufgefressen.

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