5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Tropisch heiß und feucht – Jim & Molly Denton Shelter nach Rod Hollow Shelter (mi 988,7)

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Beim Aufwachen kam es mir heute morgen etwas kühler vor als gestern. Zunächst war der Himmel schön blau, aber noch bevor die ersten das Shelter verließen, zogen am Horizont dunkle Wolken auf. Irgendwie hatte ich von Anfang an das Gefühl, wir versuchten dem schlechten Wetter davonzurennen.

Schon auf der ersten Meile sahen wir wieder einen dieser orangen Molche da sitzen und auf den Regen warten. Die sieht man eigentlich immer nur bei Regen und da es noch keinen Tropfen geregnet hatte, kam mir das wie ein schlechtes Zeichen vor. Auch wenn ich mich natürlich über den Molch gefreut hab und auch über die nachfolgenden.

Bei der ersten Straßenüberquerung stand gleich eine der berühmten Kühltaschen mit Sprite und Cola drin, in den Ästen darüber hingen eine Tüte mit Leckereien und eine Mülltüte und es war die Aufforderung angebracht, dass AT-Hiker sich bedienen mögen. Das taten wir natürlich brav und noch während wir unter dem Baum stehend an unserer Sprite nuckelten, fing es an leicht zu regnen. Also zogen wir alle unsere Regenhüllen über die Rucksäcke und weiter ging es.

Der Regen war gar nicht so unangenehm aber im Laufe des Tages stieg die Luftfeuchtigkeit extrem an und wir waren patschnass. Allein schon im Stehen troff es von uns runter, das Wandern war dementsprechend ziemlich anstrengend. Beim ersten Shelter nach 5,5 Meilen hatte ich noch Lust, weiterzulaufen. Wäre das zweite Shelter näher am Weg gewesen, hätten wir dort sicher gestoppt und ich bin mit nicht sicher, ob wir weitergegangen wären. Wir hätten leicht genug zu essen gehabt, diese Nearos im Shelter waren immer so schön erholsam gewesen und Yooper und Big Red hätten uns leichter einholen können. Außerdem wären wir nicht nass geworden.

So aber aßen wir unser Mittag oben am Weg und konnten beobachten, wie vier Koreaner, die wie andere Hiker berichteten am Shelter Froschschenkel und andere abgefahrene Sachen aufgetischt hatten, sich vollgefuttert den Anstieg zum Trail hoch quälten. Nach dem Mittagessen wurde es noch heißer und die Luftfeuchtigkeit stieg immer weiter. Es war grausig und wie ich gehört habe, wird es wohl den ganzen Sommer so weitergehen. Im Hintergrund war der Donner zu hören und wir sahen wieder fies aussehende Wolken. Natürlich liefen wir genau in deren Richtung.

Irgendwann fing es wieder an zu regnen, erst nur leicht, dann immer stärker. Beim Ashby Gap haben wir noch schnell Trail Magic (Mountain Dew!) abgegriffen, um uns für den Endspurt zu stärken. Ich hatte die Hoffnung, dass es erst so richtig losgehen würde, wenn wir am Shelter wären. Die Hoffnung konnte ich ziemlich lange aufrecht erhalten, erst eine halbe Meile vor dem Shelter wurde es dann heftigerer Regen. Zum Glück kein Vergleich zu dem letztens. Beim Shelter angekommen waren wir nur mäßig nass, nicht tropfnass. Man konnte die Sachen noch nicht mal auswringen.

Die, die nach uns ankamen sahen etwas unglücklicher aus, hatten dafür aber eine Schildkröte gesehen bzw. eine Schlange, die gerade dabei war, ein pelziges Kleintier zu verschlingen. Heute schlafen alle bis auf Gypsy und Hancock im Shelter, vielleicht kommt ja doch noch ein richtiges Gewitter.

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