5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Duncannon nach Peter’s Mountain Shelter – 18,08km

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Wider erwarten haben uns heute Nacht weder Ratten noch Mäuse oder irgendwelche seltsamen Käfer angegriffen. Es war aber auch so unbequem genug! Anscheinend hatte ich die bessere Bettseite erwischt und trotzdem habe ich auf der uralten Matratze keine gute Schlafposition gefunden. Meine Füße hingen raus und das Bett durch.

Entsprechend gerädert sind wir um sieben aufgestanden. Nachdem alles gepackt war ging es zum Frühstück ins gegenüber liegende Goodies Café. Zusammen mit Apollo und Handstand, die heute früh in die Stadt gekommen ist, haben wir uns Rühreier mit Schinken, Zwiebeln und Paprika schmecken lassen. Wir konnten sogar unsere Wasserflaschen dort auffüllen. In den Waschbecken im Hotel wäre das unmöglich gewesen.

Die Wasserversorgung sollte heute unsere größte Sorge werden. Die einzigen Quelle lagen bei den beiden Sheltern bei Meile vier und elf und letztere stand in den Guidebooks als „unsicher“ drin. Der Plan war am ersten aufzufüllen und zu hoffen, dass uns das inklusive Abendessen bis zur Campsite bei Meile sechzehnkommairgendwas reichen würde. Wie üblich kam natürlich alles anders!

Uta und ihr Freund der Engländer waren die ersten, die aufgebrochen sind. In Progress und ihr Mann Outfitter folgten als nächste, dann wir beiden und hinter uns Apollo, Handstand und die Florida Flipfloppers. Das ist eine Familie zur Zeit zu fünft unterwegs ist, aber nur drei von ihnen, die Mutter mit den 12- und 17-jährigen Töchtern, wollen den ganzen Weg laufen. Falls ich es noch nicht erklärt habe, Flipflopper laufen mindestens in zwei Abschnitten in zwei Richtungen. In diesem Fall wollen sie von Waynesboro in Virginia nach Katahdin und dann von Waynesboro nach Springer gehen. Eigentlich hatten wir alle vor, knapp 17 Meilen hinter Duncannon zu campen. Eigentlich!

Die ersten zwei Meilen aus der Stadt raus gingen entlang der Straße bzw. später des Highways. Danach ging es steil nach oben auf eine Ridgeline, der wir den Rest des Tages folgen sollten. Zwischenzeitlich war Pennsylvania wirklich so felsig, wie immer alle erzählt haben. Es erinnerte stark an die Felslabyrinthe von vor drei Tagen! Das war mal wieder mehr Klettern als Wandern. Oben wurde es ein wenig besser, aber nicht viel. Diese Passagen haben uns ganz schön ausgebremst. Bis zum ersten Shelter haben wir fast drei Stunden gebraucht. Für gerade mal 4,5 Meilen!!!

Mit neuem Wasser und neuem Elan ging es weiter. Um die verlorene Zeit aufzuholen, haben wir richtig Gas gegeben und die nächsten 2,6 Meilen in einer Stunde gemacht. Mittagspause und weiter. Mittlerweile war es auch richtig warm. Noch nicht die fürs Wochenende angekündigten 35 Grad Celsius, aber knapp 30 dürften es gewesen sein. Und immer wieder diese Felsbrocken. Für unsere Füße sind sie nicht so schlimm, aber für unsere Geschwindigkeit! Wir haben bis kurz nach fünf zum zweiten Shelter gebraucht.

Da hieß es wieder Wasser fassen. 271 Stufen nach unten, 271 nach oben. Veronika hat sie gezählt! Bis auf Ute und ihren Mann, die wohl schon weit voraus waren, haben sich nach und nach alle hier eingefunden. Apollo wollte seine neue Hängematte zum ersten mal ausprobieren, bevor er sie an der Campsite nicht aufgehängt bekommt und wir anderen haben in der Zwischenzeit das Profil durchgesehen und gerechnet. Vor acht hätten wir die restlichen fünf Meilen auf keinen Fall geschafft. Es wäre wohl eher noch später geworden. Mit drei knapp 20 Meilen langen Tagen können wir es aber immer noch bis Sonntag Abend nach Hamburg schaffen, wobei Montag um elf Uhr vormittags auch reichen würde.

Letztendlich sind bis auf In Progress und Outfitter alle hier geblieben. Irgendwie war dieser Tag anstrengender als erwartet, wobei er nicht gerade lang war. Morgen sind die Rucksäcke schon wieder etwas leichter und wir kommen hoffentlich besser voran. Mindestens 18 Meilen stehen dann auf dem Programm…

Noch 1.651km

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