5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Peter’s Mountain Shelter nach Campsite beim Rausch Gap Shelter – 28,64km

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Wir waren heute im Shelter die ersten, die aufgestanden sind! Gut, diejenigen, die draußen gezeltet haben, waren teilweise schneller, aber wir sind zumindest in der zweiten und nicht in der letzten Welle gestartet.

Nach 2,7 Meilen, die wir in EINER Stunde geschafft haben, wollten wir eine kurze Rast an einem Aussichtspunkt einlegen. Gerade als sich Veronika auf die Felsplatte setzen wollte, rasselte es darunter los! Die Klapperschlange wollte sich wohl auch dort sonnen und fand es gar nicht lustig, von uns vertrieben zu werden. Wir wollten nun aber auch nicht mehr dort bleiben, genauso wenig wie Apollo, der uns eingeholt hatte. Er hat uns aber für unsere Ruhe bewundert mit der wir der Schlange begegnet sind. Die sollten wir und er nur kurze Zeit später auch wirklich brauchen!

An einem der Sonne zugewendeten Steinschlag liefen wir wieder auf Apollo auf. Er zeigte auf eine Spalte und meinte, da sei eine Klapperschlange. Das war aber eindeutig eine Kupferkopfschlange und das was er für die im Schatten liegende Rassel gehalten hatte, war der Kopf einer zweite davon! Weiträumig umgehen hatte man uns ja eingeschärft. Also ist er ein Stück nach rechts runter und wollte dort lang. „Das ist aber eine Klapperschlange! Ach nein, es sind zwei!“ Toll, was nun? Ich war der einzige mit langen Hosen und Stiefeln und bin vorsichtig in der Mitte hindurch gegangen. Die ersten beiden Kupferköpfe haben sich auch prompt in den Spalt verzogen. Dafür habe ich neben den beiden Klapperschlangen eine weitere Copperhead entdeckt und außerdem sah mich aus einer Spalte links von mir eine vierte an! Die ist auch geflüchtet und wir sind vorsichtig weiter.

„Da unten ist noch eine!“ kam es von Veronika hinter mir. Drei Meter unterhalb von uns begann es auch prompt zu rasseln. Das war die bisher größte und aktivste Klapperschlange. Obwohl sie weiter von uns weg war als die anderen, hat sie sich zusammengerollt und in einem fort geklappert. Erst als Veronika sie filmen wollte, hat sie aufgehört. War wohl etwas schüchtern. Vielleicht war sie auch etwas schlecht drauf, weil sie sich gerade gehäutet hatte. Nebenan lag zumindest eine große Schlangenhaut.

Auf dem weiteren Weg waren wir etwas paranoid. Immer wenn sonnenbeschienene Felsen kamen, ging es nur noch langsam voran. Vor allem nachdem Apollo so schön meinte: „Ich mache mir weniger Sorgen über die Schlangen, die ich sehe, als über die, die ich nicht sehe!“ Trotzdem ging es ganz fix voran. Um halb zwei haben wir nach zehn Meilen unsere Mittagspause eingelegt. Die Hitze hat mich unheimlich müde gemacht, am liebsten hätte ich eine lange Siesta gemacht. Eine Stunde musste aber leider reichen.

Noch 7,2 Meilen bis zum nächsten Campspot. Wir sind hier mal wieder irgendwelchen seltsamen Regeln unterworfen, die unter Anderem besagen, dass wir nicht weiter als 60 Meter vom Trail weg zelten dürfen. Das macht es auf diesen langgezogenen, schmalen Hügelketten echt schwierig. Es ging leicht bergab, über die Felsen können wir ja einfach drüber laufen und Veronika gab Gas. Nach drei Stunden sahen wir links vom Weg, an einem Bach Apollo, Little Wing und Hammer. Angekommen! Später kamen noch Handstand, Shrek und ein uns noch unbekannter Thru-Hiker an und viel viel später, um halb neun, die Florida Flipflopper. Die ältere de beiden Töchter ist gestern fies umgeknickt und der Knöchel sah heute früh ziemlich dick aus. Es ist mir ein Rätsel, wie sie es bis hierher geschafft hat, auch wenn ihr Bruder ihren Rucksack übernommen hat! Ich hätte an der Straße zwischendurch versucht in die nächste Stadt zum Arzt zu kommen…

Noch 1.623km

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