5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Zero in Hamburg

4 Kommentare

Für einen Zero waren wir heute früh auf den Beinen! Um viertel nach acht haben wir uns mit Yooper, Big Red und Luke zum Frühstück getroffen und haben den Plan für die nächsten Tage besprochen. Wahrscheinlich werden wir sie irgendwo hinter Palmerton einholen. Natürlich nur, wenn sowohl sie als auch wir genug Meilen machen! Ich habe mal ausgerechnet, dass wir ab morgen 12,4 Meilen (19,8km) am Tag machen müssen, um am 10. September auf Katahdin zu stehen. Das sollte passen!

Nach dem Frühstück sind wir über den Highway um uns mit Apollo und seinem Vater zu treffen. Handstand hatte sich entschieden auch noch den Vormittag mit uns zu verbringen. Es war auch einfach viel zu warm zum Wandern! Eine Führung durch die Yuengling Brauerei ist da doch die viel angenehmere und interessantere Alternative. Yuengling Lager ist seit unserem ersten Abend im Hiker Hostel unser Lieblingsbier. Das liegt wohl daran, dass die Brauerei vor Ewigkeiten von einem deutschen Auswanderer gegründet wurde. Viele Amis mögen ja IPAs (Indian Pale Ale) aber das habe ich einmal probiert und muss es nie wieder haben. Selbst mir als Norddeutschem ist das einfach viel zu bitter!

Die Führung begann um zehn Uhr. Um fünf nach zehn gab es den ersten großen Schock: die brauen hier mit MAIS!!! Ok, es kommt auch Gerste mit rein, aber MAIS??? Weiter ging es ins Brauhaus. In Pottsville, wo wir waren, steht das Stammhaus. Außerdem brauen sie auch noch 40km von hier und in Florida. An den beiden Standorten dürfte die Produktion auch etwas moderner sein. Bierwürze wird erhitzt und dementsprechend warm war es. Eine der Amerikanerinnen hat ernsthaft gefragt, ob man das ganze Gebäude nicht klimatisieren könnte! Ein Brauhaus!

Der nächste Schock ließ auch nicht lange auf sich warten. Früher hatten sie wohl ihre eigene Quelle oder Zisterne aber heutzutage nutzen sie Wasser von den Wasserwerken. Das wird dann aber nochmal schön nachbehandelt und remineralisiert! Palettenweise standen die Chemikalien da rum. Als ich sie mir näher angesehen habe, musste ich Schock Nummer drei verkraften: Stabilisatoren! Da kann man nix mehr zu sagen. Es ist nur leider das leckerste Bier, das wir hier bisher gefunden haben und die anderen sind bestimmt auch nicht besser.

Nach einer Runde durch die alten Keller und der obligatorischen Verkostung ging es wieder zurück nach Hamburg. Wir lernen hier langsam Klimaanlagen wirklich zu schätzen. Es war mittlerweile so bullenheiß, dass schon der Weg vom Parkplatz ins Restaurant eine Qual war! Zum Essen gab es natürlich Yuengling. Ich habe das erste Mal hier Rips bestellt. Nimmt man ein ganzes „Rack“ oder reicht auch ein halbes? Die Größe, die mir die Serviererin anzeigte, ließ mich ein ganzes bestellen. Und zusätzlich, als Vorspeise noch ein Körbchen voller Frittiertem. Großer Fehler! Es kam dann doch etwas mehr Fleisch als erwartet. Mit Müh und Not habe ich meinen Teller geschafft. An der Backkartoffel war vielleicht noch was zu holen, aber die Rippchen waren sauber abgenagt!

Zwischendurch sind auch noch In Progress und Outfitter zu uns gestoßen. Die beiden waren auch mit in der Brauerei und vergrößerten jetzt die Mittagsrunde auf sieben. Als alle satt waren, ließ sich Tom, Apollos Vater, plötzlich die komplette Rechnung geben. Wir hatten alle gespachtelt was ging, er hatte sich nur Pommes bestellt und wollte jetzt für alle bezahlen! Handstand und ich haben noch versucht ihn davon abzubringen, aber Apollo hat nur abgewunken. Diskutieren würde wohl keinen Sinn mache. Nichtmal das Trinkgeld ließ er uns übernehmen. Danke nochmal!!!

Zurück im Hotel haben wir eine ausgiebige Siesta gehalten. In der Erwartung, dass es sich ab vier abkühlen würde, sind wir erst um halb sechs wieder raus. Das war als ob man in eine Wand liefe! Immer noch um die dreißig Grad. Half alles nichts, wir mussten einkaufen und zum Outfitter. Sie haben hier den landesweit größten Cabela’s, also hofften wir, dort alles zu finden. Veronikas Zehensocken und ihr einer Stock sind kaputt (wie bei mir, die Spitze), wir brauchten eine neue Filterkartusche und Aquamira und ich wollte nach einem Kilt suchen. Der Laden war wirklich riesig, nur sollte man ihn nicht Outfitter nennen! Eher ein Jäger- und Anglerladen. Dazu kam noch, dass das Personal ziemlich unfähig war. Das einzige, was wir letztendlich bekommen haben, war die Filterkartusche. Eine echte Enttäuschung!

Einkaufen bei Walmart und wieder ins Kühle. Hammer und Little Wing waren auch im Microtel und wir wollten noch mit ihnen besprechen, wie wir morgen zur Post bzw. zum Trail kommen. In ihrem Zimmer saßen überraschender Weise auch Handstand und Apollo! Sie hatten sich nicht mehr überwinden können, rauszugehen… Shuttles gibt es hier anscheinend nicht und mangels besserer Ideen, werden wir morgen trampen müssen. Mal sehen ob das im Norden noch funktioniert.

4 Kommentare zu “Zero in Hamburg

  1. Also nach der Beschreibung handelt es sich eher um ein bierähnliches Gebräu aber das Ganze Bier zu nennen ist schon frech. Bei dem ganzen Chemiezeugs was ihr da so, gezwungenermaßen, in euch reinstopft braucht ihr am Ende erstmal eine Entgiftung.

  2. dir als Norddeutschen? bei aller Liebe, Frank, aber … 🙂

  3. Ja, IPA ist schon wirklich arg gewöhnungsbedürftig. Ich glaube, eine bittere Biersorte gibt es auch tatsächlich nicht. Aber wenn man sich erst mal ein bißchen daran gewöhnt hat, geht es auch halbwegs 😉

  4. Also wenn das chemie gebräu als Bier deklariert wird, freu ich mich ja sooo wahnsinnig es zu probieren hihii
    hoffe ihr habt Imodium dabei…(laut loslach)

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