5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

New Tripoli Campsite nach Superfund Trailhead (Palmerton) – 19,2km

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Ein weiterer Tag in der steinigen, gnitzenverseuchten, luftfeuchten Hölle von Pennsylvania. Seit gestern komme ich überhaupt nicht mehr klar. Zum Frühstück bekomme ich nur noch die Hälfte runter, Mittagessen geht gar nicht und all das süße Zeug hängt mir eh zum Hals raus. Bei dieser Hitze und Feuchtigkeit sollte man nur Obstsalat essen! Der transportiert sich nur so schlecht.

Laut Big Reds Wetter App sollte das schlechte Wetter (als ob das gerade gut wäre!) heute gegen zwei zuschlagen. Mit Gewittern und einer Regenwahrscheinlichkeit von 100%. Ziel des Tages war es also, möglichst schnell die zwölf Meilen nach Palmerton zu schaffen. Danach geht es hoch auf eine baumlose Ridgeline. Sowohl den Aufstieg, der als der härteste von New Hampshire gilt, als auch den Weg da oben wollte niemand im Gewitter machen.

Zwölf Meilen klang auch wirklich einfach und angenehm. Bis wir auf Knife Edge ankamen, der Messerschneide. Unser Stundenmittel ging runter auf 1,2 Meilen pro Stunde! Das war mehr Klettern als Wandern und außerdem waren wir immer wieder unsicher, wo der Trail eigentlich langgehen sollte. Bis zum Baked Oven Knob Shelter ging es, abgesehen von einer kurzen, ebenen Strecke, nur über Felsen und Geröll. Wie Handstand, Apollo, Little Wing und Hammer da gestern Abend noch lang gekommen sind, ist mir ein Rätsel. Aber sie wollten ja unbedingt heute über Palmerton hinaus laufen!

Trotz aller Widrigkeiten haben wir es bis viertel nach zwei zum Trailhead am Highway geschafft. Kurz vorher durften wir schon einen Blick auf unsere morgige Aufgabe werfen: 900 Fuß innerhalb von 0,8 Meilen nach oben durch eine Fels- und Geröllwüste. Das wird kein Spaß! Vom Highway aus gab es zwei Möglichkeiten um in die Stadt zu kommen: an der viel und schnell befahrenen Straße Trampen oder auf einem Sidetrail 1,5 Meilen laufen, plus 0,5 zum Hostel. Nach fünf Minuten hielt ein Minivan und die Fahrerin meinte, dass es viel zu gefährlich sein, dort entlang zu laufen. Sie hat uns dann, nach der obligatorischen Erklarungsrunde durch die Stadt, direkt vor dem „Jailhouse Hostel“ abgesetzt. Das ist eigentlich der Keller der Stadtverwaltung. Da es weit und breit keine Unterkünfte gibt, haben sie Doppelstockbetten reingestellt und lassen die Wanderer kostenlos darin schlafen. Man muss sich nur ausweisen können und einen Notfallkontakt angeben. Die Dusche ist zwar auf dem Niveau des Doyle Hotels, aber es ist kostenlos!

Und wen fanden wir schlafend unten im Bunkroom? Handstand und Apollo! Sie sind auch vor dem Wetter geflüchtet. Es folgte das übliche Prozedere: duschen, Wäsche waschen, essen, einkaufen. Als wir mit Trip und J.D. zum Abendessen sind, fing es dann auch an zu regnen. Ist ja immer so, wenn wir sie treffen. Es soll noch die ganze Nacht schütten und morgen besser und KÜHLER werden. Ich hoffe es sehr!!!

Noch 1.492km

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