5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Kletterspaß – Superfund Trailhead nach Leroy A. Smith Shelter (mi 1269,1)

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Mitten in der Nacht hatten sich gestern noch weitere Hiker ins Hostel gerettet. Sie waren schon durchnässt beim letzten Shelter angekommen, dort war alles voll, also retteten sie sich in die Stadt, um einen trockenen Platz zum Schläfen zu haben. Wir waren froh, dass wir schon da waren, als es losging. Der Regen hatte die Stadt über Nacht abgekühlt, die Sonne schien und es war ein idealer Tag zum Wandern.

Nach einem leckeren Frühstück im Diner gegenüber vom Hostel wurden wir von Hot Wheels und Rainbow ’88 abgeholt. Sie wollten uns fünf, Blister, Yooper, Big Red, Runner Up und mich zurück zum Trailhead bringen und außerdem für Apollo, Handstand und Shanen ihre Rucksäcke nach Wind Gap fahren, da sie heute dorthin slackpacken wollten. Irgendwo dazwischen haben sie auch noch Trip und JD zurück zum Trail gefahren. Sie müssen den ganzen Vormittag damit verbracht haben, Hiker und ihre Sachen durch die Gegend zu chauffieren – was für großartige Trail Angel!

Der Anstieg vom Superfund Trailhead nach oben zum Bergrücken ist als der härteste auf dem AT südlich von den White Mountains bekannt. Wir hatten auch ordentlich Respekt davor und haben gleich als erstes in der Früh unsere Stöcke weggepackt, um die Hände zum Klettern frei zu haben. Zunächst verfluchten wir uns alle dafür, weil es einfach nur recht steil den Berg hochging und wir sie gut gebrauchen hätten können. Dann jedoch kam endlich der Kletterteil. Es war eine Kletterei mit Händen und Füßen aber es war wunderschön und wir hatten einen Riesenspaß dabei. Blister kraxelte immer fröhlich voran, Runner Up war der einzige, der halbwegs mit ihm mithalten konnte. Yooper, Big Red und ich kletterten hinterher und schossen von unten Fotos. Auf dem Weg nach oben wurden wir von Shrek und BMW überholt. Mit BMW haben wir endlich mal einen der Deutschen getroffen, die hier alle fleißig bloggen (Running Shoe hatten wir ja in Harpers Ferry verpasst), er ist yoshi-auf-dem-at.blogspot.de und hatte uns wohl schon verlinkt. Da er auch mehr oder weniger unser Tempo zu haben scheint, werden wir ihm vielleicht demnächst öfter begegnen.

Der Anstieg war weniger schlimm als erwartet und wir genossen ihn so richtig. Ich bin echt froh, dass wir dort alle zusammen hochgeklettert sind und dass wir wieder mit Yooper und Big Red vereinigt sind und sie Blister mitgebracht haben. Wir sind eine richtige Trailfamilie inzwischen. Nach dem Anstieg ging es zunächst erst fies felsig weiter, dann überraschend sanft über Gras und danach tauchten wir in eine Art Dschungel ein, es war dicht bewachsen und feucht dort. Die abwechslungsreichen Landschaften machten richtig Spaß, konnten allerdings nur schwer über die fiesen Felsen überall hinweg trösten. Zwischenzeitlich mussten wir fast wieder klettern und irgendwann hatten wir dieses Gehopse von Fels zu Fels oder auf die weichen Zwischenräume dazwischen einfach nur satt.

Zum Glück wurde der Trail ebener und weniger felsig und wir waren erstaunlich flott unterwegs, teilweise mit fast drei Meilen pro Stunde. Blister beschloss irgendwann, nicht mehr voraus zu rennen und auf uns zu warten und reihte sich hinter mir und Runner Up ein. Ich bin echt beeindruckt, wie er an seinem fünften Tag hier draußen unser Tempo ohne weiteres über 15,5 Meilen mithalten konnte. Und das, wo er immer wieder anhielt, um einen der orangen Molche zu retten.

Leider haben wir trotz feuchtem Boden keine Schildkröten gesehen. Da es aber, kaum dass wir uns im Shelter eingerichtet und Wasser geholt hatten, anfing zu gewittern und in Strömen zu regnen, sehe ich dafür morgen ganz gute Chancen. Ich freue mich schon darauf.

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