5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Ab nach New Jersey! – Delaware Water Gap nach Mohican Outdoor Center (mi 1300,1)

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Da Big Red heute die verpassten Meilen von gestern nachholen wollte, konnten wir anderen alle ausschlafen bevor wir unsere Besorgungen erledigten. Das war schön und dringend nötig!

Frank und ich wollten vor allem zum Outfitter, um meine Stöcke reparieren zu lassen oder falls nötig, neue zu kaufen. Die Felsen hier in Rocksylvania haben die eine Spitze völlig kaputt gemacht und die andere ist auch schon kurz vorm Abkratzen. Bei dem Kanuverleih schräg gegenüber von unserem Motel, der im Guide als Outfitter geführt wird, hatten sie uns schon gestern Abend gesagt, dass sie möglicherweise die passenden Spitzen vorrätig hätten. Leider konnten sie mir nicht das gesamte untere Element ersetzen, sie hatten aber passende gebrauchte Spitzen da, die sie mir kostenlos überließen und sogar an die Stöcke bastelten – was für eine großmütige Geste von diesem Laden, der sein Hauptgeschäft bestimmt nicht mit Hikern macht. Wir bekamen auch noch Deet dort, ansonsten war das Angebot leider eher auf Wassersport ausgerichtet.

Der nächste Outfitter war obwohl er eher die Anlaufstelle für Hiker war auch nicht viel hilfreicher. Das einzige, was wir dort noch bekommen konnten, war AquaMira. Sämtliche Anti-Moskito-Artikel waren ausverkauft – vermutlich aus gutem Grund. Während wir auf Big Red warteten trafen wir uns mit Yooper und Blister im Zen Fusion zum Brunch. Der Besitzer war total nett und sehr begeistert von Thru-Hikern. Er ist mindestens zehn Minuten an unserem Tisch geblieben nur um sich unsere Geschichten erzählen zu lassen. Das Frühstück war lecker und außergewöhnlich, allerdings brauchten sie ziemlich lange für die Zubereitung.

Big Red war umso schneller unterwegs, so dass er uns noch dort treffen konnte. Er hatte die sieben Meilen in zweieinhalb Stunden geschafft und vier kleine Bären mit Mama getroffen – deutlich schneller und aufregender als unsere Wanderung dort gestern.

Frisch gestärkt haben wir alle zusammen um kurz nach elf die Stadt und damit endlich auch Pennsylvania über eine große Brücke entlang des Highways verlassen. Jetzt sind wir in unserem achten Staat, New Jersey. Wir alle hoffen, dass die Wege hier weniger fies felsig sind. Außerdem haben wir gehört, dass wir viel durch Sümpfe über Laufstege geführt werden. Mit ausreichendem Muckenschutz dürfte das ganz angenehm werden.

Kurz nach der Brücke fing es an zu regnen. Solange der Regen noch besonders stark war konnten wir zum Glück unter den Dächern eines Picknickareals am Fluss Schutz suchen und unsere Regenhüllen über die Rucksäcke ziehen. Danach ging es flott und frohen Mutes im Regen weiter. Es war zwar immer noch recht felsig aber wir fühlten uns besser, weil wir ja jetzt in New Jersey waren. Zwischendurch zog noch ein Gewitter an uns vorbei, was uns dazu veranlasste, noch schneller zu wandern. Wir hatten keine Lust großartig nass zu werden auch wenn wir am Ende des Tages von Big Reds Eltern mit einem Wohnmobil abgeholt werden würden und trocknen könnten.

Kurz vor dem letzten Abstieg blieb Blister plötzlich stehen. Da war eine unbekannte Schlange. Sie verhielt sich auch noch recht seltsam, ringelte sich halb unter dem Felsen ein, wie um sich zu verstecken, hielt dann aber inne, wie wenn sie etwas unter ihrem Körper beschützen wollte. Wir alle waren furchtbar neugierig aber keiner von uns wollte sich mit ihr anlegen. Also zogen wir brav weiter zur Straße, an der Big Reds Eltern warteten.

Sie waren mit einem dieser riesigen Wohnmobile gekommen, die so groß wie ein Bus sind und ausfahrbare Seiten haben – total cool, ich wollte immer schon mal sowas im Benutzung sehen! Die Eltern hatten neben Wally, Big Reds Hund, auch noch seine Nichten im Alter von zehn und zwölf Jahren mitgebracht. Luke war überhaupt nicht begeistert, vor allem auch, weil sie morgen ein Stück mit uns wandern sollen. Ich weiß auch noch nicht, ob das so eine gute Idee ist. Die ältere scheint recht fit zu sein aber wir können schlecht einschätzen, was für ein Terrain auf uns zukommt und wir anstrengend das wird. Aber vielleicht wird das auch alles total toll, mit Blister macht das Wandern ja auch mehr Spaß als ohne.

Zunächst sind wir alle zusammen zum Walmart gefahren um alles fürs Abendessen zu kaufen. Wir haben bei der Gelegenheit unsere Vorräte für die nächsten Tage eingekauft. Frank hat jetzt auch endlich ein Moskitonetz bekommen.

Wir übernachten heute alle auf einem Campingplatz neben Stroudsburg. Der „Zeltplatz“, der uns vom Office zugeteilt wurde war eher für ein Wohnmobil geeignet, da voller Kies. Wir konnten aber zu dem daneben wechseln, dort war eine ausreichend große Grasfläche für unsere beiden Zelte.

Mit all der Wiedersehensfreude und den vielen Besorgungen wurde es spät bis es Abendessen gab. Aber was für eines! Schweinesteaks, Ofenkartoffeln, Salat und viel mehr – sowas gibt es sonst nicht auf dem Trail.

Ich würde ja morgen gerne unser Zelt und den Großteil unserer Sachen auf dem Zeltplatz bzw. im Wohnmobil lassen, um etwas leichter unterwegs zu sein. Frank ist allerdings strikt dagegen, weil das slackpacken ist und er das nicht machen möchte. Mal sehen, vielleicht krieg ich ihn ja bis morgen doch noch überzeugt, ich gab keine Lust darauf, das Zelt abzubauen um es an derselben Stelle wieder aufzubauen.

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