5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Ein ungeplanter Zero

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Die Fragen, ob die Nichten tatsächlich die vier Meilen mit uns durchstehen würden und ob wir doch mal slackpacken, bleiben vorerst offen. Gegen kurz vor vier heute Nacht wurde ausnahmsweise mal ich davon wach, dass es regnete. Es war nur leicht, aber unsere Schuhe sollten ja nicht nass werden, also schloss ich das Außenzelt.

Dann hörte ich den Donner und sah, dass es blitzte. Frank schlief seelenruhig, also weckte ich ihn, um zu sehen, ob wir im Zelt bleiben wollten oder nicht. Es regnete immer heftiger und Yooper, die auch wach war, erkundigte sich, ob bei uns alles gut sei oder ob wir in das Wohnmobil umziehen wollten. Wir waren ja auf dem Rasen, also spritzte kein Wasser hoch, alles gut. Trotzdem konnte ich kein Auge mehr zu tun. Gut so, denn wenig später spritzte der Regen doch wieder auf unser Innenzelt und wir verpackten zunächst nur die Schlafsäcke und dann all unsere Sachen wasserdicht. Wenig später wurde es schlimmer und wir brachten alles zum Herrenklo ins Trockene. Als wir das Zelt verließen sahen wir, dass unser gesamter Zeltplatz überschwemmt war, abgesehen von der Stelle, an der wir die Zelte aufgestellt hatten. Unser gesamter Zeltplatz war ein knöcheltiefer See! Yooper und Big Red waren noch etwas weiter oben als wir, aber es sah trotzdem alles sehr abenteuerlich aus. Nachdem wir die beiden auf die Situation aufmerksam gemacht hatten, war es nur noch eine Sache von Sekunden, bis sie auch ihre nötigsten Sachen zusammen hatten und wir gemeinsam auf den Boden des Wohnmobils umzogen.

Wally schien der glücklichste Hund der Welt zu sein – sein Herrchen und Frauchen kamen mitten in der Nacht zu ihm um seinen Schlafplatz mit ihm zu teilen! Alle Kinder waren wach und aufgeregt und da die Wettervorhersage für den ganzen Tag starken Regen und Flutwarnung war, beschlossen wir einstimmig, einen Zero einzulegen. Das war erstmal genug Abenteuer für einen Tag, da musste man nicht noch unbedingt glitschige Wege entlang wandern.

Also durften wir bis neun Uhr ausschlafen, was nach der aufregenden Nacht auch dringend nötig war. Yooper fand auf der Suche nach dem Wetterradar für die Gegend eine Meldung, dass nahe bei unserem Zeltplatz sechs Häuser von den Fluten weggeschwemmt worden waren. Was für ein Glück, dass wir ins Wohnmobil umziehen konnten! Dann frühstückten wir gemütlich und machten Pläne für den Tag. Da unser Zelt augenscheinlich nicht wirklich regenfest ist, kriegen wir jetzt dasselbe, das Yooper und Big Red haben, das Copper Spur UL3 von Big Agnes. Hätte einer der REI-Läden in der näheren Umgebung eines vorrätig gehabt, wären wir dorthin gefahren, um unser Zelt umzutauschen und diverse andere Besorgungen zu machen. Nähere Umgebung hieß in diesem Fall alles, was in weniger als zwei Autostunden erreichbar war – wirklich lieb, dass sie für uns da hingefahren wären.

Nachdem sie alle unser Zelt nicht hatten, einigten wir uns auf Kino, den neuen Superman-Film. Das hat uns dann gut den ganzen Nachmittag über beschäftigt. Als wenn wir nicht schon genug verwöhnt worden wären, wurden wir auch hier großzügig eingeladen. Das beeindruckendste am Kino war für mich, dass sie dort fürs Popcorn extra Spender mit flüssiger Butter hatten.

Danach ging es zurück zum Campingplatz, wo wir erstmal Gunst der Stunde nutzten, um unsere nassen Regenklamotten, die Isomatten und die Zelte zum Trocknen aufzuhängen. Freundlicherweise durften wir dafür den Geräteschuppen des Platzes nutzen so dass die Sachen auch über Nacht trocknen können. Tagsüber hatte es sehr viel geregnet, abends konnten wir dann aber bis zum Schluss draußen sitzen. Wir wurden wieder lecker bekocht und schlafen heute alle gleich im Wohnmobil – es könnte ja wieder gewittern heute Nacht und außerdem sind die Sachen immer noch nass. Morgen wollen wir aber auf jeden Fall rausgehen.

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