5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Mückenplage – Mohican Outdoor Center nach Brink Road Shelter (mi 1314,1)

Ein Kommentar

Es war gut, dass wir die Nacht wieder im Wohnmobil verbracht haben. Gegen vier Uhr hat es wohl wieder sehr stark geregnet, laut Wetterbericht genauso stark wie letzte Nacht und wir wären wohl wieder überflutet worden. So aber hatten wir eine stressfreie Nacht auf dem Boden des klimatisierten Wohnmobils.

Um kurz vor halb sieben fingen wir vier Hiker an, unsere Sachen einzusammeln während die Kinder ungerührt noch eine Stunde weiterschliefen. Um kurz nach acht waren wir mit dem Frühstück fertig, perfekt um unsere Zelte aus dem Geräteschuppen zu holen, der bis acht abgesperrt war. Mit allem, was sonst noch zu erledigen war, wie ausfahrbare Teile des Wohnmobils einfahren, Toilette ausleeren usw. brauchten wir noch ein Weilchen um loszukommen, so dass wir erst gegen halb elf zurück am Trail waren. Dort verabschiedeten wir uns dann alle herzlich. Ich würde mich wirklich freuen, sie alle mal wiederzusehen. Big Reds Eltern waren für uns großartige Trail Angel, wir wurden äußerst herzlich aufgenommen und integriert.

Dann ging es auf den Trail. Alles war nass, besonders die Felsen, die immer noch zahlreich herumliegen, waren fies glitschig. Gut, dass wir das gestern nicht mit den Nichten gemacht haben, wir wären zu nervös gewesen. New Jersey ist für seine Sümpfe bekannt und wir hatten gehört, dass der gesamte Trail aus hölzernen Laufstegen bestehen würde. Die Sümpfe hatten wir heute schon, nur durften wir wie gewohnt durch Matsch stapfen oder von einem glitschigen Fels zum nächsten hüpfen. Durch den Regen war der Trail teilweise ziemlich überschwemmt, aber nichts was uns aus der Ruhe gebracht hätte.

Nur die Mücken waren durch die Nässe noch zahlreicher und nerviger. Abgesehen von den glitschigen Felsen war der Trail sehr angenehm zu laufen, wir hatten ein paar schöne Ausblicke und es regnete wider Erwarten nur ein paar Mal kurz und ganz leicht.

Kurz nach unserer Mittagspause kamen wir an eine gesperrte Straße. Ein Stückchen davor wurden wir von einem Schild vom Trail weg nach links gelockt. Duffle Miners Eltern warteten dort auf ihren Sohn und hatten eine großartige Trail Magic aufgefahren. Es gab Hot Dogs, Soft Drinks, Bier, süße Snacks und vor allem Wassermelone aus Georgia. Das war echt toll und obwohl wir gerade erst gegessen hatten langten wir nochmal zu, vor allem bei der Wassermelone. Ich hoffe, dass noch ein paar mehr Hiker vorbeigeschaut haben, während wir dort waren kam nur Cash heran. Mit dem schlechten Wetter haben sich viele von uns in Städte geflüchtet.

Wir mussten leider recht schnell wieder aufbrechen, weil im Brink Road Shelter nur fünf Schlafplätze sind und wir mit unserem Zelt bei dem derzeitigen Wetter nicht unter freiem Himmel schlafen wollen. Cash hatte erzählt, dass das Shelter für die vielen Mücken dort bekannt sein soll. Wir wollten das ja nicht so recht Glauben, dass es schlimmer sein könnte als entlang des Trails. Kaum dort angekommen wurden wir aber eines besseren belehrt. Das Shelter ist von stehenden und fließenden Gewässern umgeben, aktuell wahrscheinlich noch mehr als sonst, und dementsprechend viele Mücken gibt es hier. Es war schier unglaublich, wie diese Biester auf uns losgegangen sind: auf jeder unbedeckten Gliedmaße saßen trotz ständiger Bewegung mehrere von ihnen gleichzeitig, unsere Rücken waren einfach nur bedeckt und sie stachen hemmungslos durch T-Shirts und Socken hindurch.

Deet hielt die Viecher aber ganz gut auf Abstand, allerdings mussten wir auch die Klamotten besprühen. Alle zogen wir unsere Moskitonetze über die Köpfe, was für ein Glück, dass Frank vorgestern bei Walmart endlich eines bekommen hatte. Ich hatte zwei Paar Socken an (da konnten sie nicht mehr durchstechen), die Hose trug ich das erste Mal seit Wochen lang, die Enden in die Socken gesteckt, das T-Shirt in die Hose. Darüber die Regenjacke deren Ärmel ich eng ums Handgelenk schloss, damit ja nix durchkam. Um die Lücke zwischen Moskitonetz und Shirt am Hals mückendicht zu schließen, stopfte ich den Buff in den Kragen und das Moskitonetz in den Buff. Sah wahrscheinlich ziemlich bekloppt aus, half aber besser als alles andere.

In Windeseile erledigten wir all unsere Aufgaben um so schnell wie möglich ins mückenfreie Innenzelt im Shelter schlüpfen zu können. Zwischendurch regnete es sehr heftig, was die Mücken etwas vertrieb. Allerdings mussten wir deshalb dann im Shelter kochen, was mir hier in New Jersey im allgemeinen schon Bauchschmerzen bereitet, weil die Bären hier angeblich weniger Angst vor Menschen haben. Und im besonderen, weil zwei Dayhiker beim Anblick eines Bären kurz vor dem Shelter umgedreht haben und beschlossen haben, zurück zum Ausgangspunkt zu laufen. Andererseits sind wir echt viele heute Nacht, eine Gruppe Jugendlicher ist auch hier, ich denke, wir müssen uns keine Sorgen machen. Außerdem würde ich mich als Bär von dieser Mückenplage hier fernhalten. Neben Mücken hat dieses Shelter hier noch ganz besondere Tiere zu bieten: Hier hüpfen quasi im Shelter Frösche rum.

Ein Kommentar zu “Mückenplage – Mohican Outdoor Center nach Brink Road Shelter (mi 1314,1)

  1. Das gab es auch früher schon in Deutschland:

    Brocken,
    Müde Beine,
    Viele Steine,
    Aussicht keine,
    Heinrich Heine

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