5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Warwick Turnpike nach Wildcat Shelter – 18,56km

4 Kommentare

Vorhersage für den Tag: es wird noch heißer! Wir hatten für heute entsprechend wenige Meilen geplant. Außerdem haben wir so für die zwei folgenden Tage machbare 15-Meilen-Etappen. Um neun hat uns der Motelbesitzer am Trailhead abgesetzt und wir haben zugesehen so schnell wie möglich aus der Sonne und unter die Bäume zu kommen. Booboo, der gestern die selbe Etappe gelaufen und zurück zum Motel gefahren ist, hat uns Horrorgeschichten erzählt. Kaum Markierungen, steile Kletterstücke und mal wieder Mücken ohne Ende!

Im Wald ging es erstmal mit der Hitze. Klar kamen wir sofort ins Schwitzen, aber es war machbar. Irgendwann kamen wir auf einen freien, felsigen Grat. Ganz weit in der Ferne, am Horizont konnte man im Dunst die Skyline von New York sehen! Erst waren wir uns nicht ganz sicher. Rolling R, ein Deutscher, den wir kurz vorher getroffen haben, konnte mit seiner Kamera aber soweit ranzoomen, dass man sie deutlich erkennen konnte. In der prallen Sonne ging es dann auch erstmal eine ganze Weile weiter durch New York, unseren neunten Bundesstaat. Je weiter der Tag voranschritt, umso unerträglicher wurde es.

Vielleicht hat das zu Big Reds Wahnsinnsaktion an der Stelle mit der Leiter geführt. Es ging eine fast senkrechte, gut zwei Meter hohe Felswand hinauf. Dort war für uns Normalsterbliche eine Metallleiter angebracht. Nebenan, konnte man aber auch in einer 20 Zentimeter breiten Felsspalte hinaufklettern. Auf einmal wurde Big Red zum Puristen und musste unbedingt dort lang. Zwischenzeitlich hatte ich echt Angst, wie er da mit seinem Rucksack hoch ist! Er hat es geschafft und wir haben keine Verluste zu beklagen.

An der Straße zwei Meilen vor dem Shelter sollte es Hot Dogs und etwas weiter Eiscreme geben. Laut Booboo war der erste Stand aber gestern zu. Wahrscheinlich war er zu spät da. Als wir um drei dort ankamen, war der Imbisswagen offen und es gab Hot Dogs und Sodas. Kurz nach diesem verspäteten Mittagessen machte er aber auch schon zu. „Genug getan für heute!“

Weiter zum Eis. Nur zwei Kurven weiter verkauft ein Farm aus der Nähe Eiscreme. All die Einheimischen kaufen auch dort, also muss es gut sein! Wir hatten Glück und kamen zu einer Zeit mit etwas weniger Kundschaft an. Wir mussten nur fünf Minuten warten. Das Eis war wirklich lecker! Es fühlte sich fast wie ein entspannter Sommernachmittag an. Im Schatten sitzen, Eis essen und sich mit anderen Touris unterhalten. Mittlerweile sind die Thru-Hiker schon eine kleine Sensation. Es gibt im Norden natürlich weniger und außerdem sind jetzt im Sommer auch viele Urlauber aus entfernteren Bundesstaaten hier unterwegs.

So nach und nach kamen immer mehr Wanderer aus dem Wald. Wo es Essen gibt, ist das ja meistens so. Da die Wasserstellen in New Jersey und New York nicht die besten sind, haben alle ihre Flaschen hier aufgefüllt und gegen halb sechs sind die ersten wieder aufgebrochen. Wir vier waren eine halbe Stunde später wieder unterwegs. Es begann langsam abzukühlen und wir mussten ja noch 2,1 Meilen bis zum Shelter. Nachdem uns die Mücken seit dem späten Vormittag fast vollständig in Ruhe gelassen hatten, drehten sie jetzt wieder auf! Am Shelter mussten wir uns massiv einsprühen bevor das Zelt aufgebaut werden konnte.

Wir liegen jetzt (es ist neun Uhr) bei 27 Grad Celsius (erwähnte ich es?! NEUN Uhr abends!) in unserem Innenzelt. Irgendwann heute Nacht soll es auf kühle 23 Grad runter gehen… Die Mücken schwirren zu Hunderten ums Zelt, in der Ferne hören wir ein Feuerwerk vom See und nebenan schnarchen die Mitwanderer. Anscheinend hat uns die Bubble jetzt eingeholt, so viele Zelte haben wir seit langem nicht mehr gesehen!

Noch 1.306km

4 Kommentare zu “Warwick Turnpike nach Wildcat Shelter – 18,56km

  1. warum gibt es im Norden „natürlich“ weniger Thru-Hiker? vielleicht habt ihr das schon mal irgendwo erwähnt? Haltet durch, wahrscheinlich werdet ihr wohl über heiße Tage und Mückenstiche nur noch lachen in den kommenden Sommern 🙂 ich saß gestern Nachmittag übrigens (zwar kurzfristig, aber …) mit zwei Pullis draußen.

    • Weil es nicht so viele bis hierher schaffen. An der Halbzeitmarke waren noch ca. 1.000 von 2.700 Gestarteten dabei und wir hören täglich von Wanderern die aufgeben oder abbrechen müssen…

  2. das ist aber auch ein mörderischer Plan,den ihr da habt und durchzieht vor allem!! weiter so, ich WILL bis zum Ende lesen 🙂

  3. Tina
    du hast den Nagel auf den Kopf getroffen….ich bin schon zappelig wenn ich 4 Tage nichts lese von den tollen zwei …also auch ich WILL bis zum Ende lesen bis zum Ziel Mount Katahdin.

    lg michu

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