5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Wildcat Shelter nach Fingerboard Shelter – 22,88km

Ein Kommentar

Das müssen hier mutierte Mücken sein. Heute Nacht, als meine Füße direkt an der Zeltwand lagen, haben sie mich durch das Netz und den Seidenschlafsack in die Zehen gestochen! Als ich davon aufgewacht bin habe ich sie in Massen um das Zelt schwirren gehört.

Als wir um sechs Uhr aufgestanden sind hat das Thermometer schon 24 Grad angezeigt. Das ließ Böses erwarten. Es wurde dann auch mein Schlimmster Tag überhaupt! Diese Hitze und das Felswände hochklettern verträgt sich überhaupt nicht. Zwischendurch muss ich richtig übel ausgesehen haben. Die anderen drei waren hochrot und ich bleich im Gesicht. Alle zwanzig Minuten brauchte ich eine Pause und Veronika und Yooper waren richtig besorgt um mich. Dabei habe ich soviel wie noch nie getrunken.

Ausreichend Wasser zu bekommen wird auch immer schwieriger und die Quellen, die noch nicht ausgetrocknet sind, sind fies braun. Als wir nach neun Meilen einen extrem steilen und felsigen Abstieg zu einem Highway hinab kamen, standen da 34 Wasserkanister à eine Gallone. Das sind ca. 130 Liter Wasser, die da jemand hingeschleppt hat! Früher sind wir an sowas einfach vorbei gelaufen, heute freuen wir uns wie irre darüber!

Patio hatte uns gestern Abend am Shelter gesagt, dass es heute nach 10 Meilen Trailmagic geben sollte. Für diese Strecke haben wir ACHT Stunden gebraucht! Da vor uns schon einige Wanderer durchgekommen waren, gab es für uns nix mehr von Patio. Aber Ann, die zwei Stunden von hier wohnt, hatte den Kofferraum voller Sodas, Obst und Kuchen. Außerdem hat sie unseren Spiritusvorrat aufgefüllt. Sie will wohl in zwei Jahren den Trail wandern und tut jetzt schon was für ihr Karma.

Noch vier Meilen bis zum Shelter. Nach einer kamen wir am Island Pond vorbei. Raus aus den durchgeschwitzten Sachen und rein in den See! Die obere Wasserschicht war ziemlich warm aber in 1,5m Tiefe war es angenehm kühl. Wir haben eine ganze Weile dort rumgeplanscht und versucht, das kältere Wasser nach oben zu wirbeln.

Danach kam noch der Lemon Squeezer, eine Engstelle zwischen zwei riesigen Felsen. Wir mussten die Wasserflaschen aus den Seitentaschen nehmen, um da überhaupt durchzukommen. Etwas weiter ging es eine zwei Meter hohe Felskante hoch. Es gab aus gutem Grund auch einen einfacheren Seitenweg. Ich bin als einziger hoch gekommen, aber nur ohne Rucksack. Wie man das alleine schaffen sollte, ist mir ein Rätsel!

Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang sind wir um neun an einem stinkigen und dreckigen Shelter angekommen. Gerade noch rechtzeitig, denn kaum hatten wir unsere Innenzelte wegen der Mücken drinnen aufgebaut, fing es an zu regnen. Vielleicht regnet es ja noch ein wenig mehr und es ist morgen hoffentlich kühler!!!

Noch 1.283km

Ein Kommentar zu “Wildcat Shelter nach Fingerboard Shelter – 22,88km

  1. Wow, sie fährt 2 Stunden zum Trail, nur um Trailmagic zu veranstalten!

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