5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Abgekürzt um abzukühlen – Fingerboard Shelter nach Perkins Memorial Drive, Fort Montgomery (mi 1394,8)

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Der Regen heute Nacht hatte auch etwas gutes, es war schön kühl heute morgen. Zu unserer Überraschung waren wir nicht die einzigen Thru-Hiker am Shelter – Monkey hatte gestern Abend in seiner Hängematte nur wenige Meter neben dem Shelter gelegen aber wir hatten ihn in der Dunkelheit und mit dem Gewitter gar nicht bemerkt.

Um sieben ging es los, erster Treffpunkt sollte an einem Bach sein, da am Shelter kein Wasser war. Wir füllten unsere Flaschen aber schon an einer kleinen Quelle auf dem Weg dorthin auf. Die war klar und man weiß hier ja nie, was für eine Farbe das Wasser an der nächsten Quelle hat – also sollte man jede Gelegenheit nutzen, gutes Wasser zu bekommen.

Am Bach trafen wir wie abgemacht Yooper und Big Red wieder. Dort einigten wir uns darauf, morgen in Fort Montgomery einen Zero einzulegen, um einen Tag Pause von der Hitze zu haben.

Der Weg zum ersten Shelter war ziemlich angenehm und wir kamen gut voran. Direkt danach jedoch ging es wieder steil die Felswand hoch. Der Anstieg zum zweiten Shelter war auch wieder echt steil und nicht im Schatten so dass wir dummerweise mehr Wasser brauchten als wir gedacht hatten. Als wir über den Gipfel rüber waren hatten wir nur noch einen Liter übrig und es war noch ein ganzes Stück bis zum Gipfel von Bear Mountain, wo wir Softdrinks kaufen könnten. Im Guide war keine einzige Wasserstelle mehr eingezeichnet, was mich etwas nervös machte – falls die Softdrink-Automaten nicht funktionierten wären wir echt in der Klemme und selbst so wäre der Liter für den Weg zum Gipfel sehr knapp kalkuliert.

Inzwischen haben wir schon ganz gut gelernt, was die Anzeichen für die Nähe von Wasserstellen sind, also hoffte ich darauf, auf diesem Wege Wasser zu finden. Als wir tiefer kamen, hielt ich als erstes Ausschau nach den typischen Grünpflanzen. Diese wachsen allerdings auch dort, wo die Erde nur sehr oft feucht ist, ich wollte fließendes Wasser. Endlich entdeckte ich eine Stelle, die aussah als würde nach starkem Regen dort ein kleiner Bach fließen. Weiter unten war die Erde feucht. Ich ging vom Weg ab, ein Stück weiter runter und sah erst kleine Pfützen, dann endlich fließendes Wasser. Und es war sogar klar! Wobei ich mich diesmal auch über braunes Wasser nicht beschwert hätte und wahrscheinlich trotzdem stolz wie Oskar gewesen wäre – ich kam mir vor wie ein richtiger Pfadfinder.

Während Frank und ich mit Wasserholen beschäftigt waren, warteten Yooper und Big Red auf uns und entwickelten die großartige Idee, den Tag heute abzukürzen und morgen statt eines Zeros die Meilen über Bear Mountain zu slackpacken. So konnten wir vermeiden, diesen Anstieg in der größten Hitze des Tages zu machen, würden uns heute noch gut erholen können und hätten morgen auch einen angenehmen Tag.

Das Taxi, das uns dann vom Trailhead abholte war überraschend teuer, wir sollten 45$ zahlen. Die Sache kam uns etwas seltsam vor. Da wir leider morgen wieder ein Taxi brauchen, um frühzeitig zum Trail zurück zu kommen, riefen wir nochmal bei der Taxi-Firma an, um ein Taxi für morgen zu buchen und fragten diesmal gleich nach dem Preis. Die Antwort war 25$, das kam uns deutlich passender vor. Mal sehen, was wir morgen dann zahlen müssen.

Das Bear Mountain Bridge Motel ist echt schnuckelig und die Besitzer sind wirklich nett. Normal holen sie ihre Wanderer vom Trail ab, aber unser verkürzter Tag heute sorgt dafür, dass unser Zugang zu weit weg ist. Immerhin holen sie uns morgen nach unseren vier Nearo-Meilen ab.

Wir hatten heute einen erst sehr anstrengenden und dann doch noch erholsamen Tag mit Mittagsschlaf. Abends gab es lecker Pizza und noch viel leckereren Salat von Foodies. Morgen slackpacken wir das erste Mal, haben nur vier Meilen vor uns und werden anschließend im Pool am Fuß von Bear Mountain schwimmen – der See dort soll leider ziemlich eklig sein.

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