5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Großartige Trail Magic – RPH Shelter nach Appalachian Trail Railroad Station (mi 1444,5)

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Wir hatten eigentlich geplant gehabt heute morgen um halb sechs aufzustehen. Als sich nach dem Wecker aber niemand rührte, beschlossen wir noch eine halbe Stunde liegen zu bleiben. Um sechs fingen dann auch die Freiwilligen, die bei der Instandhaltung des Trails helfen wollten, an ihre Sachen aufzubauen, also standen wir auf.

Es gab Trail Magic zum Frühstück: Obst, Gebäck, Cornflakes und Wasser. Wirklich nett von diesen Freiwilligen! Dann kam Mark, der Mann, der gestern spontan zwei Hiker zu sich nach Hause eingeladen hatte und bot uns vieren an, unsere Rucksäcke zu slackpacken. Frank dachte erst, er wolle uns zurück zum RPH-Shelter bringen, weshalb er zunächst nicht begeistert war. Als ich ihm dann aber erklärte, dass wir wie geplant mit all unseren Sachen abends bei der Appalachian Trail Railroad Station sein könnten, war auch er sofort dabei. Wir verteilten den Inhalt von Franks Rucksack auf die anderen Rucksäcke und nahmen nur unser Essen und die Getränke für heute sowie unseren Wasserfilter mit.

Dann ging es los. Es fühlte sich großartig an, nur mit dem kleinen Rucksack bzw. ganz ohne über die Berge zu hüpfen. Ein ganz neues Lebensgefühl! Und so konnten wir auch sicher sein, dass wir unsere geplanten knapp zwanzig Meilen schaffen würden. Nur die letzten 2,5 Meilen würden wir mit vollem Gepäck bestreiten müssen. Wir kamen endlich wieder schnell voran und alle waren wir viel besser gelaunt als die letzten Tage.

Für die ersten 9,5 Meilen hatten wir ca. 3,5 Stunden gebraucht – ein großartiger Schnitt! Und wir fühlten uns noch echt frisch. Dann jedoch fiel uns auf, dass wir uns wohl etwas beeilen mussten, wenn wir es bis drei Uhr zum Treffpunkt schaffen wollten. Von da an machte das ganze etwas weniger Spaß, weil wir rasen mussten wie wir es noch nie über eine so lange Strecke getan hatten. Wir machten die 8,5 Meilen bis zum Treffpunkt fast ohne Pause, aßen und tranken nur kurz im Stehen. Dafür waren wir sogar schon um zehn vor drei am vereinbarten Treffpunkt. Chuppacabra, Danno und OB, die die Ehre hatten, letzte Nacht bei Mark zu Gast sein zu dürfen, waren noch vor uns da und das, obwohl sie am Deli für eine Pause gestoppt hatten.

Als Mark ankam, überraschte er uns damit, dass er uns vier, Yooper, Big Red, Runner Up und mich, zu sich nach Hause einlud. Er ließ uns sogar noch vorher unsere heutige Tagesstrecke bis zur Appalachian Trail Railroad Station fertig slackpacken und holte uns dort, 2,4 Meilen später, ab.

Das ist ein Bahnsteig mitten auf dem Trail, am Wochenende halten dort Züge von und nach NYC. Am Startpunkt der letzten 2,4 Meilen hatten wir die größte Eiche auf dem AT gesehen, der Tag war also auch abgesehen von der Trail Magic interessant.

Bei Mark zu Hause wurden wir in zwei großartigen Zimmern mit jeweils eigenem Bad untergebracht – wir durften zwischen Queen Size und King Size Bett wählen. Zum Abendessen gab es veganes Chili, Suppe und Gemüse mit Pasta oder Reis, dazu Bier. Mark braut manchmal auch selbst Bier, davon war aber leider gerade nix mehr da – wahrscheinlich, weil es lecker ist. Er und seine Frau Pat sind großartige Gastgeber, sie haben sogar unsere stinkige Wäsche gewaschen! Was für Trail Angel! Wir fühlen uns sehr geehrt, dass sie uns eingeladen haben und sind unendlich dankbar dafür! Sie haben einen wahrscheinlich schrecklichen Tag zu einem der besten hier draußen gemacht. Und morgen dürfen wir wieder slackpacken. Nachdem ich heute gelernt habe, was für eine anstrengende Rennerei das ist, hab ich deswegen auch kein schlechtes Gewissen mehr. Zumindest solange ich nicht ehrbaren Thru-Hikern mit vollem Gepäck begegne.

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