5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Faule Hiker in der Stadt – Falls Village nach Brassie Brook Shelter (mi 1500,9)

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Heute morgen hatten wir es nicht besonders eilig, loszukommen. Wir hatten nur knapp acht Meilen bis Salisbury vor uns, wo wir unsere Mittagspause machen wollten. Mit allem Getrödele waren wir erst um acht zurück auf dem Trail.

Nachdem wir die Dusche an der Außenwand des Wasserkraftwerks bewundert hatten – Intimsphäre gleich Null aber anscheinend trotzdem gern genutzt – ging es entlang des Housatonic vorbei an großartigen Wasserfällen. Auf dem Weg dorthin begegneten wir einem Herrn, der erzählte, dass er bis gerade eben eine Gruppe Boyscouts geleitet habe. Das Wetter und die Moskitos hätten ihm aber den Spaß an der Sache verdorben, er sei auf dem Heimweg. Kurz danach begegneten wir dann einer Gruppe Jugendlicher, die eifrig damit beschäftigt waren, die Mücken abzuwehren. Ich fragte mich, ob das die Boyscouts waren, sie wirkten ziemlich frustriert und verlassen.

Barking Spider und Stretch versuchten den Mücken durch besonders schnelles Wandern zu entkommen. Unbewusst wurden anscheinend auch wir durch die Mücken beschleunigt und waren viel fixer als normalerweise in dieser Hitze. Man konnte allerdings einfach auch keine Pausen machen ohne aufgefressen zu werden.

Gegen Mittag waren wir in Salisbury, wo wir im Country Bistro zu Mittag aßen und vor allem tranken. Selbst im Schatten war es immer noch viel zu heiß. Wir hatten es also kein bisschen eilig, wieder loszukommen. Da traf es sich gut, dass auf der Wiese hinter dem Bistro, neben dem Lebensmittelladen, schon ein ganzer Haufen anderer Wanderer rumgammelte. Während Yooper und Runner Up in die Bibliothek gingen, gesellten Big Red und ich uns zu den versammelten Hikern. Alle möglichen Leute der letzten Tage waren da: Cash, Booboo, Jean Genie, Duffle Miner, Stretch und Barking Spider.

Die nächsten Stunden verbrachten wir mit quatschen und dösen. Wir bewegten uns nur, wenn die Sonne wieder mal so weit gewandert war, dass wir oder unsere Sachen nicht mehr im Schatten waren. Ab und an holte sich einer was zum essen oder trinken aus dem Supermarkt, das war aber auch schon das höchste der Gefühle.

Frank und ich strahlten regelrecht Hyperaktivität aus, als wir unsere Vorräte im Supermarkt aufstockten. Das war ein echt guter Laden, die hatten großartiges Essen dort. Allerdings für Wanderer eher ungeeignet, da meist frisch und exklusiv – es gab großartigen französischen Käse dort. Immerhin haben wir mehr oder weniger alles bekommen, was wir die nächsten Tage so an Essen brauchen, wenn auch in anderer Form als üblich. Ich bin gespannt auf das Turkey-Jerkey, das wir heute dort gekauft haben.

Eigentlich wollten wir ja spätestens um fünf los. Aber kurz vor fünf kam Cash mit einem Stück Pizza an. Da wollten wir natürlich auch alle eins haben, vor allem, weil wir auch zu spät im Camp ankommen würden, um noch Abendessen zu kochen. Also ging es erst um sechs los.

Cash und Booboo waren dafür, nach dem zweiten Shelter noch über den Berg zu gehen und es noch heute nach Massachusetts zu schaffen. Zuerst fanden wir die Idee einer Nachtwanderung echt verführerisch, weil wir damit heute Abend im Kühlen den ersten der drei Aufstiege für morgen schon hinter uns gebracht hätten. Aber nach einem Blick ins Profil hatte ich ernsthafte Zweifel, dass das eine gute Idee war. Der Abstieg sah ziemlich steil aus. Yooper, Big Red und Runner Up vertrauten meinem Bauchgefühl, also bleiben wir heute Abend hier. Dafür werden wir morgen früh richtig früh aufstehen, um es vor der großen Hitze über die drei großen Anstiege zu schaffen.

Cash und Booboo sind jetzt hoffentlich schon in Massachusetts. Wir haben heute übrigens die 1500-Meilen-Marke geknackt.

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