5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Wir sind ganz verzaubert – Dalton nach Cheshire (mi 1575,1)

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Die gute Welle auf der wir die letzten beiden Tage geschwommen sind sollte heute weitergehen. Nach einer guten Nacht im Garten von Tom gab es zum Frühstück Wassermelone und Trauben. Dann wurden erst die Slackpacker von gestern zurück zu ihrem Trailzugang gebracht und danach ging es für uns auf zum Outfitter. Tom fuhr uns alle in der Gegend herum und wollte uns anschließend sogar wieder vom Outfitter abholen.

Als allererstes stürzten Frank und ich uns auf die Schlafsäcke, weil wir ziemlich sicher waren, dass wir dort gut Gewicht einsparen könnten. Wir wurden ziemlich schnell fündig: es gab zwei Schlafsäcke, bei denen wir in etwa 500g weniger tragen müssten. Aus Kostengründen haben wir uns für den Synthetik-Schlafsack entschieden. Außerdem ist der Synthetik-Schlafsack weniger nässeempfindlich. Unser neuer Schlafsack ist jetzt etwas weniger warm, die Komforttemperatur ist in etwa fünf Grad niedriger als bei unseren alten. Allerdings sollte das kein Problem sein, weil mir in meinem alten Schlafsack auch bei Minusgraden immer noch schön warm war ohne dass ich alle meine Klamotten anziehen musste – es war also noch Luft.

Danach ging es zum wirklich wichtigen Stück, dem Rucksack. Wir zeigten dem Chef des Ladens kurz unsere kaputten Tragegurte. Daraufhin meinte er, dass die wohl nicht mehr lange mitmachen würden, vor allem meiner müsse dringend repariert werden. Er fing schon an, allerlei Reparaturzubehör herauszusuchen aber uns beiden war das zu heikel – wenn der Gurt reißt, dann bestimmt im ungünstigsten Augenblick, wahrscheinlich beim Klettern in den Whites. Der Laden hatte ein ganz gutes Angebot da und der Verkäufer schien recht kompetent zu sein. Also auf zu den Rucksäcken!

Nach einem kurzen, inzwischen fachmännischen, Blick auf das Angebot waren Frank und ich uns einig, dass nur der 50l oder der 42l Rucksack von Osprey in Frage kämen. Das 50l Modell von Osprey ist eines der meistgenutzten hier draußen. Ich war vom ersten Moment an ein großer Fan davon, weil es sehr bequem aussieht, dabei etwas leichter ist als unser alter und außerdem in schönen Farben erhältlich. Das 40l Modell ist allerdings nochmal ein halbes Kilo leichter als unsere alten Rucksäcke. Während Frank das größere Modell ausprobierte wurde ich vom Ehrgeiz gepackt, unser Gewicht noch weiter zu reduzieren. Also stopfte ich alle meine Sachen in den kleineren Rucksack. Und – oh Wunder – dank des neuen, kleineren Schlafsacks, passte alles hinein und es war sogar noch genug Platz für mehr Essen und meine Wintersachen! Als Frank das sah, wollte er natürlich auch den kleineren Rucksack haben und auch bei ihm genügte der Platz. Insgesamt haben wir heute ein Kilo eingespart, das ist deutlich mehr, als ich mir erhofft hatte. Dazu kommt, dass der neue Rucksack auch deutlich bequemere Träger hat als der alte, von dem wir beide in den letzten Wochen an den Schultern wundgescheuert wurden. Jetzt können die Whites kommen!

Zusätzlich zu Ruck- und Schlafsäcken brauchten wir noch Mückenschutz, AquaMira, Snacks und ein neues T-Shirt für mich, weil das alte am Rücken fast durch war. Außerdem noch neue Regenhüllen für die Rucksäcke, weil die alten einfach zu groß waren. Die neuen sind leichter, schön gelb und rot und mit einem kleinen Loch unten damit sich keine Pfützen in ihnen bilden. Ich hoffe, dass sich unsere Investition lohnen wird. Beim Rausgehen fühlten sich unsere Rucksäcke auf jeden Fall großartig an, Yooper und Big Red waren ganz begeistert und meinten, die sähen fast wie Tagesrucksäcke aus. Big Red will bei nächster Gelegenheit mal ausprobieren, ob sein ganzes Zeug da auch reinpasst.

Nach einem lecker Mittagessen in der Mall, in der der Outfitter ist, holte Tom uns ab. Inzwischen war es schon fast zwei und wir waren nicht sicher, ob wir es noch rechtzeitig nach Cheshire schaffen würden, um dort im Hostel unterzukommen. Tom schien das zu wissen, also bot er uns an, uns nach Cheshire zu fahren, damit wir von dort aus zurück zu ihm slackpacken könnten. Gerne nahmen wir dieses großzügige Angebot an und so waren wir um viertel nach drei das erste mal in südlicher Richtung auf dem Trail unterwegs.

Wir hatten gehofft, dass wir auf diese Weise viele andere Thru-Hiker treffen würden, aber die waren wohl alle bei Tom hängen geblieben. Wer könnte dort auch vorbeigehen? Immerhin waren wir echt schnell unterwegs, wir waren schon um halb acht zurück bei Tom und das trotz Stopps bei der Tankstelle, um Softdrinks zu kaufen. Da wir normal nicht zu den schnellsten Wanderern hier draußen zählen, machte es uns umso stolzer, wie begeistert Tom über unsere gute Zeit für diese Strecke war.

Als wir ankamen sahen wir schon Unmengen an Zelten auf dem Rasen stehen. Wir waren uns trotzdem sicher, dass Tom uns nicht hängenlassen würde. Und tatsächlich: wir dürfen heute sogar im Haus schlafen! Das ist umso besser, als es kurz nachdem wir zurück waren anfing zu regnen. Als wir vom Essen raus kamen regnete es so stark, dass wir den ganzen Weg zurück zum Haus gerannt sind. Jetzt liegen wir schön im Trockenen in frischen Bettlaken und müssen morgen nur noch unsere Essenssäcke in die Rucksäcke packen. Was für ein wunderbarer Tag!

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