5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Find Yooper and Big Red! – Goddard Shelter nach Stratton Pond Shelter (mi 1637,1)

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Yooper und Big Red waren gestern Abend nicht mehr aufgetaucht und hatten auch nicht auf unsere SMS geantwortet. Das war zwar jetzt grundsätzlich keine große Aufregung wert, die beiden sind groß und kommen auch ohne uns gut klar, aber es war ja auch abgemacht gewesen, dass wir morgen ins Hotel wollten und dass sie sich darum kümmern wollten und jetzt wussten wir nicht, was Phase war.

Also entwickelten wir während unserer üblichen Morgenaufgaben einen Plan, wie wir sie erreichen könnten. Wir hinterließen eine Nachricht an die beiden im Shelter-Log und wollten jedem Southbounder dieselbe Nachricht mitgeben, dass sie ihre SMS checken sollten, damit sie uns dann Bescheid über den aktuellen Stand der Dinge geben könnten.

Wir waren ganz zufrieden mit uns, vor allem auch, weil wir es in der Nacht schön warm in unseren neuen Schlafsäcken gehabt hatten. Voller Energie starteten wir in den Tag, die fast zwanzig Meilen würden kein Problem sein so gut wie wir drauf waren. Die Long Trail Wandererinnen, die schon am Congdon Shelter mit uns gewesen waren, hatten ziemlich Angst vor Stratton Mountain und wollten heute deshalb nur die neun Meilen zum übernächsten Shelter laufen. Wir fanden, der sah gar nicht so schlimm aus und da wir auch noch nichts davon gehört hatten, konnte er gar nicht so schrecklich sein.

Los ging es. Beim ersten Aussichtsturm stiegen wir nicht hoch, es waren viel zu viele und zu dichte Wolken, wir hätten wohl nicht viel gesehen. Nach kurzer Zeit kam uns ein Southbounder entgegen. Zum Glück dachte Frank daran, ihm unsere Nachricht an Yooper und Big Red mitzugeben – er war nämlich der einzige Southbounder, den wir heute treffen sollten.

Der Trail war echt einfaches Terrain für uns heute, wenn auch recht matschig. An einer Stelle dachte ich, ich würde auf einen Felsen hüpfen. Leider war es nur anders gefärbter Matsch und ich sank bis über den Schaft meines Stiefels in den Dreck ein. Zum Glück war der nicht so flüssig, so dass er nicht über meinem Fuß zusammenschwappte und ich weiterhin nur unten am Stiefel voller Matsch war. Ein andermal versenkte ich meinen Stecken bis zum oberen Ende des unteren Gliedes in einem Matschloch – gut, dass ich da nicht meinen Fuß reingesteckt hatte!

Anscheinend war der Trail noch nicht matschig genug, es fing an zu regnen. Das war das erste Mal seit Wochen, dass wir die Regenjacken gegen den Regen anzogen. Bei den aktuellen Temperaturen um die zwanzig Grad ist es einfach schon zu kalt, um in nassen Klamotten rumzurennen.

Wir kämen gut voran und waren früher als erhofft oben auf Stratton Mountain. Hier oben ist ein Aussichtsturm und der Gründer des Long Trails wurde hier dazu inspiriert, diesen Wanderweg ins Leben zu rufen. Wenige Jahre später soll Benton MacKaye an derselben Stelle die Idee für den Appalachian Trail gehabt haben. Die Aussicht von dort oben ist wirklich atemberaubend schön, man sieht nur baumbedeckte Berge und dazwischen blaue Seen. Das war für mich einer der schönsten Ausblicke auf dem Trail bisher und ich bin echt dankbar, dass die Caretakerin mir dazu geraten hat, trotz kalten Windes dort hochzuklettern.

Nachdem wir dort oben eine Dreiviertelstunde Pause gemacht hatten, machten wir uns auf in Richtung Shelter. Dort trafen wir zu unserer großen Überraschung die beiden Mädels vom Long Trail wieder. Die beiden hatten eine Abkürzung genommen, um nicht Stratton Mountain besteigen zu müssen und freuten sich riesig über unsere erstaunten Gesichter. Wahrscheinlich werden wir die beiden bis Killington noch öfter sehen.

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