5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Stratton Pond Shelter nach Highway 11 (Manchester) – 17,12km

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Der Stratton Pond Shelter ist ziemlich groß, tief und entsprechend dunkel. Während mich sonst irgendwann die Vögel und die Sonne zumindest in Ansätzen wecken, bin ich heute wirklich erst um sieben vom Wecker aufgewacht. Wir wollten so schnell wie möglich zur Straße und in die Stadt. Ich hatte nur noch ein 400kcal Frühstück, zwei Riegel und ein kleines Päckchen Gummibärchen übrig und wollte unbedingt ein richtiges Mittagessen bekommen.

Es ist ungewohnt wieder im Pullover loszugehen. Nur im T-Shirt wäre es aber einfach zu kühl. Wie schon im Frühjahr sind wir aber nach 20 Minuten warm genug um sie in die Rucksäcke zu packen. Im Laufe des Vormittags wurde es dann auch angenehm warm, laut Veronikas Thermometer 22 Grad. Wir haben uns darauf geeinigt, dass das die optimale Temperatur ist. So angenehm war das Wandern schon eine ganze Weile nicht mehr.

Um zehn vor zwei standen wir am Highway. Yooper hatte uns geschrieben, dass wir beim Hotel wegen einem Shuttle anrufen könnten. Solange ich nach dem Telefon und der Nummer suchte, hat Veronika sich an die Straße gestellt und den Daumen rausgehalten. Das Trampen ging dieses mal viel einfacher! Nach nicht einmal 10 Minuten hielt wieder das kleinste und vollste Auto. Der Fahrer hatte an seiner Hütte gebastelt und der Kofferraum inklusive der umgeklappten Rückbank war voller Werkzeug, einer Leiter und dem Hund. Ein Sitz wurde hinten schnell hochgeklappt, die Rucksäcke zum Werkzeug gestopft und dann konnte es losgehen. Während Veronika sich hinten mit der Hündin anfreundete habe ich mit dem Fahrer übers Wetter gesprochen und nach dem Motel Ausschau gehalten. Um zehn nach zwei waren wir eingecheckt und konnten uns endlich wieder in halbwegs zivilisierte Menschen verwandelt.

Auf dem Weg in die Stadt haben wir dann nach einer Möglichkeit gesucht, ein spätes Mittagessen zu bekommen. Mein Gott ist das hier alles teuer! Nach einer halben Meile haben wir dann aber doch noch etwas bezahlbares gefunden. Mit gefüllten Bäuche ging es in Richtung Innenstadt. Es waren noch ca. 1,5 Meilen bis zum Supermarkt. Nach ein paar hundert Metern hielt ein Auto neben uns. Drinnen saßen Yooper und Big Red! Die Fahrerin ist mit ihrem Freund und dem fünfjährigem Sohn auf dem AT unterwegs. Sie slackpacken die meiste Zeit, aber trotzdem finde ich es schon ziemlich irre, sowas mit einem Kleinkind zu machen!

Direkt neben dem Supermarkt war ein Outdoorladen. Wir brauchten unbedingt eine neue Filterkartusche. Dieser Pumpfilter wird langsam richtig teuer! Die Kartuschen verstopfen viel zu schnell aber wir pumpen halt auch lieber aus Bächen als aus stehenden Gewässern und in denen können sich die Sedimente schlecht absetzen. Wo wir schonmal da waren, gab es gleich neue Hosen für mich, meine alten sind etwas zu weit geworden, und neue Socken für Veronika. Nachdem sie schon zwei Paar durchgelaufen hat, haben die jetzt eine lebenslange Garantie. Ich bin mal gespannt wie lange sie wirklich halten!

Letzter Stop: Supermarkt. Dieses Mal habe ich echt zugeschlagen! Hunger werde ich die nächsten Tage definitiv nicht haben. Dafür wird der Rucksack unschön schwer werden…

Ach ja, das Ziegensterben geht weiter. Coach hat sich entschlossen nach über 1.500 Meilen aufzuhören. Jetzt sind nur noch Backstreet, Mountain Goat, TK, wir beiden, Mellow Jonny und mOnk unterwegs.

Noch 861km

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