5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Zeitreise – Stratton Pond Shelter nach VT 11, Manchester (mi 1647,8)

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Die Nacht im Shelter war zum Glück so gut wie mückenfrei. Daher schliefen wir alle richtig gut und weil es auch noch ungewohnt dunkel war in diesem Shelter schliefen wir sogar recht lang. Naja, wir hatten heute ja auch nur zehn Meilen vor uns. Es war wieder ganz schön frisch heute morgen und wir wanderten erstmal in unseren Fleecepullis los. Nach kurzer Zeit konnten wir sie aber schon ausziehen. Es war echt perfektes Wanderwetter. Und der Weg nach Manchester war auch sehr gut, so dass wir flott vorankamen.

Wir waren schon echt früh unten an der Straße. Yooper hatte zwar gesagt, dass das Hotel shuttlen würde, aber wir wollten erstmal probieren, ob uns jemand mitnehmen würde. Solange ich alleine da stand, wollte niemand anhalten, aber kaum stellte sich Frank mit seinem Thru-Hiker-Bart neben mich, hielt gleich das erste Auto an. Das war zwar überhaupt nicht dafür eingerichtet, jemanden mitzunehmen, die Rückbank war umgeklappt und mit Werkzeug beladen, aber der gute Mann baute mal schnell sein ganzes Auto um, um uns mit unseren Rucksäcken unterzubringen. Frank durfte vorne sitzen, ich saß hinten mit dem äußerst liebenswerten und total begeisterten Hund. In Windeseile waren wir beim Motel, dem Red Sled, vielen Dank an unseren Chauffeur!

Das Red Sled ist ein sehr schönes, etwas in die Jahre gekommenes Motel. Man fühlt sich dort wie in die Siebziger Jahre zurückversetzt. Der Besitzer ist ein wirklich lieber älterer Herr, der sich höchstpersönlich um all seine Gäste kümmert. Es gibt einen Outdoorpool (im Winter wohl auch einen Indoorpool, aber der war gerade leer) und einen Forellenteich. Mir gefällt es echt gut aufgrund dieser Zeitreisenatmosphäre.

Frisch gewaschen ging es auf in die Stadt. Es war noch früh genug für Mittagessen, der Motelbesitzer hatte uns ein Diner die Straße hinunter empfohlen. Beim ersten Restaurant angekommen fielen uns angesichts des Menüs und der Preise fast die Augen aus dem Kopf. Das hatte er wohl nicht gemeint! Wir mussten noch ein ganzes Stück laufen, bis Zoey’s Country Kitchen auftauchte, ein etwas bodenständigeres Restaurant. Die Gegend hier ist wohl ein Ski Ressort, daher auch die teuren Restaurants.

Auf dem Weg in die Stadt versuchten wir wieder zu trampen. Mitgenommen wurden wir dann von Yoopers und Big Reds Mitfahrgelegenheit, einer Frau, die mit ihrem Mann und ihrem fünfjährigen Sohn thru-hiken möchte. In der Stadt ging es als erstes zum Outfitter. Frank bekam eine neue Hose, die er auch ohne Gürtel tragen kann, ich bekam schon wieder neue Socken. Nachdem auch das dritte Paar Smartwool den Geist aufgegeben hat, probier ich jetzt Darm Tough. Selbst wenn die kaputt gehen, bekomme ich neue davon kostenlos – ich habe schließlich eine lebenslange Garantie darauf!

Nach dem Outfitter füllten wir im Supermarkt unsere Vorräte auf. Wir waren schon auf dem Weg zurück zur Straße zum Motel, als uns einfiel, dass wir beim Outfitter das wichtigste vergessen hatten: eine neue Kartusche für unseren Wasserfilter! Wir sausten also nochmal fix zurück, zehn Minuten hatten wir noch bevor er schloss. Mit Kartusche ging es schließlich wieder zurück zur Straße. Nachdem wir schon fast die Hälfte des Weges gelaufen waren, wurden wir an genau derselben Stelle wie auf dem Weg in die Stadt wieder mitgenommen.

Zurück beim Hotel konnte ich noch schnell eine Runde im Pool schwimmen, dann wuschen wir Wäsche und bestellten Pizza. Danach haben wir uns jetzt alle recht schnell ins Bett begeben, wir müssen morgen ja wieder raus und wissen noch nicht so ganz, wie wir zurück zum Trail kommen.

Heute haben wir erfahren, dass auch Coach den Trail dieses Jahr nicht zu Ende laufen wird. Damit sind von der Goat Herd nur noch Roadrunner, Mountain Goat, TK, Backstreet, mOnk, Mellow Jonny und wir beide übrig.

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