5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Wir laufen tapfer weiter – Little Rock Pond Shelter nach Governor Clement Shelter (mi 1687,0)

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Wie fast jeden Tag hatten wir heute morgen wenig Lust beim ersten Klingeln des Weckers aufzustehen und gönnten uns noch eine weitere halbe Stunde. Danach waren wir dafür dann recht fix und gegen viertel nach acht auf dem Trail.

Wir waren kaum losgegangen, da wurden wir von M80 und Trooper eingeholt. Die beiden waren zwar trotzdem überzeugt davon, dass wir schneller seien als sie, aber wir bestanden darauf, sie vorzulassen. Ein Stück des Weges wanderten wir dann gemeinsam bis Willow, ihr Hund, anhielt um zu trinken. Trooper ging inzwischen weiter und als M80 ihr hinterher eilte beschlossen wir, sie ziehen zu lassen.

Kurz darauf trafen wir auf ein älteres Ehepaar, die wohl aus der Gegend hier waren. Als wir ihnen erzählten, wohin wir heute gegen wollten, meinten sie, das sei eine angenehme Strecke mit sanft rollenden Hügeln. Die beiden müssen ganz schön fitte Wanderer sein – wir dachten im Laufe des Tages noch öfter an sie, als wir mit den diversen Auf- und Abstiegen kämpften…

Nur wenig später sollte es über einen Bach gehen. Wir konnten den Bach rechts von uns hören, dann entfernten wir uns immer weiter davon. Das störte uns aber noch nicht, vielleicht gab es da ja noch einen anderen Bach. Dann sah ich auf einmal einen blauen Streifen statt eines weißen an einem Baum vor mir. Das kam mir nun doch verdächtig vor. Frank fing an, ein Stück zurück zu gehen und entdeckte weitere blaue Streifen. Gar nicht gut, wir waren offensichtlich vom Trail abgekommen! Und natürlich ging es jetzt den ganzen fiesen Weg über wackelige Felsen wieder zurück steil nach oben! Dort begrüßte uns ein höhnisch gut sichtbares Schild, von dem wir erfuhren, dass wir soeben eine halbe Meile auf dem Keewaydin Trail zurückgelegt hatten. Wir wollten halt ganze zwanzig Meilen laufen und nicht nur knappe. Yooper und Big Red waren ganz überrascht als wir an der nächsten Straße plötzlich von hinten ankamen, sie hatten uns weit vor sich vermutet.

Gemeinsam ging es weiter, auf in den größten Anstieg des Tages. Oben angekommen machten wir Pause, da kam plötzlich ein unbekannter Wanderer angetobt. Er stellte sich als Magic Scout vor. Kurz nach ihm folgten „seine“ Deutschen, Silent und Giggles. Die drei wandern schon seit dem ersten Tag zu dritt. Magic Scout ist halb Israeli und halb Amerikaner und spricht zudem auch noch (bis auf einige Verwirrungen dank der schwäbischen Herkunft seiner Mitwanderer) fast perfekt und akzentfrei deutsch.

Magic Scout lieh sich dann für ein Stück des Weges von Yooper und Big Red „ihre“ Deutschen, also begleitete er uns. Solange bis wir an einen dieser fies steilen Anstiege kamen, den er einfach nur hochflog, so dass wir ihn innerhalb von einer halben Minute aus den Augen verloren. Wir sahen ihn erst am Clarendon Shelter wieder, wo er, Giggles, Silent, M80 und Trooper über Nacht bleiben wollten. Es war wirklich ein wunderschönes Shelter und mit all den netten Leuten dort fiel es uns schwer, weiterzugehen.

Wir blieben tapfer und machten uns auf den Weg. Zuerst war es normaler Trail aber dann hieß es an der einen Straße, dass wir wegen Sturmschäden von 2011 jetzt die Umleitung über 2,4 Meilen über diverse Straßen nehmen müssten. Einerseits war das doof, weil es für die Füße und Knie viel unangenehmer ist, über Straßen zu laufen. Andererseits waren wir da aber viel schneller unterwegs und schafften es doch noch zum Shelter bevor es dunkel wurde. Kurz vor dem Shelter hatten wir eigentlich damit gerechnet, dass wir dort unseren ersten Strom durchwaten müssten. Dem war aber nicht so, wir konnten wir üblich von Stein zu Stein hüpfen.

Am Shelter waren so viele Leute wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Wir zählten mehr als zehn Zelte dort! Zum Glück waren Garbageman und Littlefoot auch da und lotsten uns zu dem Platz oberhalb des Flusses, an dem sie ihr Zelt aufgebaut hatten. Dieser Platz war einfach perfekt: eben, groß genug für unsere beiden großen Zelte, ein Baum für die Essenssäcke und Sitzsteine zum Essenkochen, dazu direkt neben der Wasserstelle. Da freuen wir uns doch gleich noch mehr, dass wir die beiden wiedergetroffen haben! Leider werden wir sie morgen vorerst wieder verlieren, da ihr Zelt heute kaputt gegangen ist und sie deshalb ein paar Tage vom Trail gehen.

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