5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

West Hartford nach Hanover – 15,84km

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Von halb zwölf bis halb zwei gibt es sonntags im Jewel of India in Hanover ein All You Can Eat Buffet. Unser erklärtes Ziel war es bis spätestens um zwölf Uhr dort zu sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, wollten wir um sieben los. Natürlich hat das nicht geklappt. Wir schaffen es morgens einfach immer noch nicht unter anderthalb Stunden. Zehn nach halb acht haben wir den Hof verlassen.

Veronika läuft sehr sehr schnell wenn es regnet, wenn ich sie geärgert habe, wenn die Mücken sie auffressen wollen und anscheinend auch, wenn viel indisches Essen auf sie wartet. Auf den ganzen 9,9 Meilen gab es genau eine Pause! 2,4 Meilen vor Hanover kamen wir aus dem Wald und mussten den Rest der Strecke auf Straßen und Bürgersteigen zurücklegen. Kurz vor der Stadt ging es über eine Brücke, raus aus Vermont, rein nach New Hampshire. Der vorletzte Bundesstaat! Hoffentlich bleibt das Wetter nicht wie bei unserer Ankunft hier! Kaum hatten wir die Grenze überschritten, begann es nämlich auch schon heftig zu regnen.

Es war aber nur ein kurzer Schauer. Weiter ging es hinein nach Hanover, die Heimat des berühmten Dartmouth Colleges. Schon die Vororte sahen richtig reich aus. In der Stadt selbst kamen wir uns wie Fremdkörper vor. Die Blicke einiger Menschen hier haben das Gefühl noch verstärkt. Ja, wir sind bärtig, stinken und tragen unser Zuhause auf dem Rücken mit uns rum. Nein, wir sind nicht obdachlos.

Als wir endlich vor dem indischen Restaurant standen, hing ein Schild im Fenster: „Sorry, wir haben geschlossen“. Och nööö! Während ich schon im Wanderführer nach einer Alternative gesucht habe, hat Veronika sich die Sache nochmal näher angesehen. Sie wollte einfach nicht locker lassen. Gut so! Sie hatten nur vergessen, das Schild zu drehen… Die Auswahl an Gerichten war nicht wirklich groß, aber es hat gut geschmeckt. Zwischen Teller zwei und drei (oder war es drei und vier) kam plötzlich ein älterer Herr an unseren Tisch und fragte, ob wir den AT wandern würden. Er hätte gehört, dass man dafür ungefähr 5.000$ bräuchte und gab uns 20$ zu unserem Essen dazu! Dafür haben wir dann auch geduldig alle seine Fragen beantwortet.

Eigentlich wollten wir versuchen, bei einem Trailangel in Hanover unterzukommen. Das ist aber an einem Sonntag Nachmittag etwas schwierig, wenn überall nur der Anrufbeantworter erreichbar ist. Das örtliche Hotel fiel auch aus. Die hatten mir bei meinem Anruf aus Killington die Spezialrate für Wanderer von 159$ angeboten! Das ist dann doch etwas zu heftig. Südlich von Hanover gibt es aber ein günstigeres Motel, in dem wir jetzt sind. Morgen geht es auf nach Glencliff, das Tor der White Mountains…

Noch 707km

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