5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Eigentlich ein Nearo – Hanover nach Moose Mountain Shelter (mi 1754,7)

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Heute früh war unser Zeitplan etwas straff weil wir mit dem öffentlichen Bus in die Stadt fahren wollten und nicht mit einem extra für uns bestellten Taxi, das im Zweifelsfall auch fünf Minuten warten würde. Wir mussten also wirklich um viertel nach sieben abmarschbereit sein, der nächste Bus wäre erst eine Stunde später gefahren. Vielleicht waren wir hier etwas zu deutsch, wir eilten pünktlich voraus, während die anderen beiden etwas später hinterher kamen und auch noch leicht genug Zeit hatten bis der Bus dann kam.

Zurück in der Stadt ging es als erstes zur Apotheke. Wir haben nämlich inzwischen gelernt, dass man vor allem Gummizeugs am besten dort kauft, weil sie die beste Auswahl haben. Und vor allem zuverlässig meine Sour Patch Kids in vernünftiger Packungsgröße führen, während die Supermärkte und vor allem die kleineren Grocery Stores da etwas variabler im Angebot sind. Der Supermarkt heute sollte wieder ein Biomarkt sein – damit können wir leider wenig anfangen hier draußen, viel zu wenig Ungesundes und Fertigzeug dabei. Wir fürchteten, dass wir dort nicht unser normales Abendessen bekommen könnten, auch das gibt es in der Pharmacy. Die Bio-Pop-Tarts sind allerdings wirklich viel leckerer als die normalen, dafür würde ich immer extra in den Biomarkt fahren.

Frühstück gab es im Lou’s, einem offensichtlich sehr angesagten Café in Hanover. Schon beim reingehen fielen mir gleich jede Menge tolle Cupcakes, Muffins und vor allem Whoopie Pies auf. Ich hätte auf Anhieb mehr Dinge haben wollen, als ich selbst jetzt essen kann. Das Auswahlproblem verstärkte sich nach einem Blick ins Frühstücksmenü – lauter tolles Zeug! Zum Glück kriegte ich mich wieder ein und bestellte nur ein relativ moderat beladenes Frühstück. Big Red und ich hörten nicht auf von dem Whoopie Pie zu träumen und als er seine Bestellung aufgab, schlug ich vor statt eines English Muffins doch einen Whoopie Pie zu seinem Bacon zu nehmen. Die Kellnerin war sehr nett und ging darauf ein, weil wir Thru-Hiker sind. Und Big Red teilte die Beute mit uns allen. Am Ende bekam Frank sogar noch seinen Brownie kostenlos. Das beeindruckendste für mich waren aber die kleinen Fläschchen mit Maple Sirup, die jeder zu seinen French Toasts dazu bekam. Allein dafür würde sogar ich ein French Toast bestellen, auch wenn ich die eigentlich gar nicht mag. Zum Glück konnte ich das Zeug teelöffelweise von den anderen mopsen. Davon sollte ich mir unbedingt eine große Flasche mitnehmen!

Nach dem Frühstück ging es für die anderen beiden zur Post, Futterpaket und Wintersachen abholen und überflüssiges Sommerzeug heim schicken. Wir gingen derweil zum Biomarkt, der ein überraschend hikerfreundliches Sortiment hatte, um die letzten Vorräte einzukaufen. Kaum waren wir alle endlich abmarschbereit fiel mir ein, dass wir gar nicht nach Karten für die Whites geschaut hatten. Also ging es für Yooper und mich zurück in die Stadt, Karten kaufen. Frank findet Karten zwar überflüssig aber ich weiß ganz gern, was ich um mich herum habe. Und gerade durch die Whites fühle ich mich sicherer damit.

Wir hatten also einen richtig späten Start, es ging erst gegen halb zwölf raus aus der Stadt. Damit stand fest, dass wir heute nur elf Meilen machen wollten, um nicht allzu spät am Shelter anzukommen. Der Weg war heute merklich anstrengender als erwartet, selbst flache Strecken sind jetzt bergiger. Überall wachsen Wurzeln über den Weg und man verheddert sich oft mit den Stecken darin. Heute haben wir wilden Wein entdeckt, die Trauben waren allerdings noch nicht reif. Außerdem ist uns auf den letzten Metern vor dem Shelter eine seltsame vermutlich ungiftige Schlange untergekommen, die ein extrem aggressives Verhalten an den Tag gelegt hat und unsere Stöcke angreifen wollte.

Um kurz vor sechs waren wir am Shelter. Die Zeltplätze hier sind rar und schlecht. Wir haben einen gefunden, auf dem unsere beiden Zelte nebeneinander passen, allerdings liegen wir alle jetzt etwas schief. Außerdem konnten wir jeweils nur auf einer Seite unsere Eingänge abspannen, ansonsten hätten wir nicht beide Zelte untergekriegt.

Frank hätte heute fast unser Seil verloren, als sein Wurfstein sich in einer Astgabel verhakte aber mit Intelligenz und gezielt angewendeter Gewalt konnte er es retten. Jetzt hängt unser Bärensack – wenn auch nicht wie es im Buche steht – so doch wenigstens oben am Baum. Das erste Mal seit einer Ewigkeit waren wir schon um kurz vor acht im Zelt. Heute Nacht wird es wohl auch recht kalt, schon jetzt sind es im Zelt unter fünfzehn Grad, da haben es alle eilig, ins Zelt zu kommen.

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