5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Vorbereitung für die Whites – Hexacuba Shelter nach Glencliff, NH (mi 1787,2)

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Die gute Nachricht zuerst: wir waren heute nicht die letzten, die das Camp verlassen haben. Allerdings haben wir trotzdem fast zwei Stunden gebraucht bis wir abmarschbereit waren, da ich meine Füße verarzten musste. Die Fersen hinten sahen ziemlich mitgenommen aus, die neuen Schuhe sind doch etwas kürzer als die alten, die Zeit hatten, gemeinsam mit meinen Füßen zu wachsen. Um Blasen zu vermeiden wollte ich also die Fersen abkleben – was mir natürlich erst einfiel, als ich schon alles gepackt und die Schuhe an den Füßen hatte. Die Aktion kostete dann nochmal gut zwanzig Minuten bevor es endlich losging.

Wir waren noch nicht zurück auf dem richtigen Trail sondern immer noch auf dem Shelter-Trail als uns plötzlich Yooper und Big Red entgegen kamen. Anstatt uns nur eine Nachricht am Abzweig zum Shelter zu hinterlassen, dass sie schon durch waren, hatten sie beschlossen, uns abzuholen. Sie hatten eine recht schlechte Nacht auf ihrem improvisierten Zeltplatz verbracht. Zum einen, weil sie sich kaum traute, sich zu bewegen, aus Angst, dass sie dabei die Luftmatratzen oder den Zeltboden durchlöchern könnten. Zum anderen war Big Red irgendwann aufgefallen, dass er ihr Zelt offensichtlich auf einem Wildpfad aufgebaut hatte. Um Yooper nicht zu beunruhigen erzählte er ihr erst morgens von seiner Erkenntnis nachdem er selbst fast die ganze Nacht wach gelegen hatte aus Angst, von einem Elch überrannt zu werden.

Wir freuten uns sehr, sie wiederzusehen und gemeinsam mit ihnen den nächsten Berg in Angriff nehmen zu können. Es war schon recht anspruchsvoll vom Gelände, an einigen Stellen mussten wir doch unsere Kletterkenntnisse einsetzen. Als wir endlich oben auf Mount Cube waren wurden wir dafür mit einer großartigen Aussicht belohnt. Während wir noch dabei waren, diese zu genießen, hörten wir Stimmen den Weg hoch kommen. Es waren Apollo und Handstand! Wir freuten uns alle sehr, die beiden wiederzusehen, vor allem so überraschend. Von Handstand hatten wir zwar gehört, dass sie hinter uns war aber was Apollo anging, war uns erzählt worden, er sei ewig weit vor uns.

Die beiden wollten genauso wie wir heute zum Hostel in Glencliff. Alle hatten uns geraten, dorthin zu gehen, weil man dort die beste Einführung in die Whites bekäme. Ein Stück des Weges waren wir also nun zu sechst unterwegs bis wir vier unser Wasser auffüllen mussten und die anderen davonzogen.

Danach gab es noch einen weiteren Anstieg hinauf zu Mount Mist. Ich weiß nicht, was mit Yooper los war, aber sie schien es echt eilig zu haben. Nach einer Weile ließ sie uns anderen drei eine Atempause einlegen, sie war etwas besorgt über das Gejapse hinter ihr, dann ging es weiter. Als wir unerwartet früh oben ankamen, rechneten wir nach, dass sie uns diesen Berg mit fast zwei Meilen die Stunde hochgejagt hatte. Sobald wir wieder etwas erholt waren freuten wiruns darüber, dadurch früher am Hostel zu sein.

Der Rest des Weges dorthin verging dann auch recht schnell. Im Hostel warteten schon Apollo und Handstand, letztere war auch schon frisch geduscht. Das brachten wir dann auch alle hinter uns bevor es zum Einkaufen in den Nachbarort Warren ging. Dort holten wir sowohl unser Abendessen als auch die Vorräte für die nächsten Tage. Für morgen ist schlechtes Wetter angesagt, wahrscheinlich werden wir hier wohl einen Zero einlegen da wir nicht mit Regen in die Whites starten wollen. Der Abstieg von Mount Moosilauke soll der anstrengendste Teil sein.

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