5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Garfield Ridge Shelter nach Galehead Hut – 4,32km

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Was für ein Tag! Es war eine physische und psychische Achterbahnfahrt. Alle Wanderführer warnen davor, dass in den White Mountains das Wetter sehr schnell umschlagen kann. Heute bekamen wir den Beweis. Als wir aufgestanden sind war es zwar frisch und windig, aber der Himmel war abgesehen von ein paar Wolken noch ziemlich blau. Bis wir das Shelter verließen, hatten es sich eingetrübt und es wurde immer grauer.

Die erste halbe Meile ging es steilst bergab, mitten durch einen Bach. Entsprechend langsam waren wir unterwegs. Kaum unten, begann es auch schon zu regnen. In der Höhe, in der wir hier unterwegs sind, ist das echt unangenehm. Nässe und Kälte sind einfach keine gute Kombination! So schnell es ging, sind wir in Richtung Galehead Hütte gestürmt. Dort würde es zumindest ein warmes Mittagessen geben und wir könnten versuchen, den Regen auszusitzen.

Bis wir dort ankamen, waren wir ziemlich durchgefroren und nass und vor uns lag ein steiler Anstieg mit einer nachfolgenden Gratwanderung. Die Hut war ausgebucht und für einen „Work for Stay“ waren wir zu früh dran. Was hatten wir für Optionen? Im Regen weitergehen bis zum nächsten Shelter, das eine Meile neben dem Trail liegt, eine versteckte Campsite suchen oder auf Absagen von Reservierungen hoffen. Hierbleiben dürften wir zwar den ganzen Tag, aber dann müssten wir raus, wurde uns gesagt.

Zuerst haben wir uns unsere Zelte geschnappt und nach nahegelegenen Campspots gesucht. Die, die uns die Hüttencrew vorgeschlagen hat, waren aber absoluter Mist. Das Wetter würde sich auch nicht bessern und ich war am absoluten Tiefpunkt angekommen. Als Veronika meinte, dass es eine blöde Idee sei, mehr als eine halbe Meile von der Hütte weg, nach einem Zeltplatz zu suchen, wusste ich nicht mehr weiter und war den Tränen echt nahe. Anscheinend bin ich nicht nur physisch sondern auch mental ziemlich fertig.

Zurück in der warmen und trockenen Hütte, haben wir nur noch auf ein Uhr gewartet und auf Absagen gehofft. Außer uns vieren und Lentil sind die anderen Thru-Hiker alle weitergegangen. Es bestand also eine kleine Chance. Viertel nach eins: drei Betten sind für heute Abend noch zu vergeben! Lentil bekam das erste, da er vor uns da war. Yooper hatte die rettende Idee, zu fragen, ob wir Pärchen uns jeweils ein Bett teilen könnten. Ja, es dürften aber nur zwei von uns essen, da nicht genug da sei. Galehead Hut ist die abgelegenste Hütte von allen und die Übernachtung kostet 124$ für eine Person! Das mussten wir aber nur jeweils einmal pro Paar zahlen. Ich war sooo erleichtert! Yooper hat sich köstlich über meinen Gesichtsausdruck amüsiert.

Der restliche Tag verging wie im Flug. Es regnete die ganze Zeit und die Sicht war wegen den tiefhängenden Wolken gleich Null. Wir haben einen langen Mittagsschlaf gehalten, Journal geschrieben und den anderen Wanderern, die nach und nach eintrudelten von unseren Abenteuern erzählt. Der Hutmaster meinte dann, dass genug zu essen für alle da sei und wir nicht extra kochen müssten. Seine Küchencrew war leider anderer Meinung. Veronika und Yooper haben dann beschlossen, dass wir uns die Portionen teilen könnten und die anderen Gäste am Tisch waren damit einverstanden. Es war mehr als genug da und hat bei weitem für alle gereicht!

Noch 576km

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